Tarifkonflikt um Piloten-Übergangsrenten

Streik: 140 Flüge fallen aus, 15.000 Passagiere betroffen

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Von Chaos ist noch nichts zu sehen: Am Flughafen München warten am Mittwochvormittag Vertreter der Medien.

München - Streikende Piloten der Lufthansa haben am Mittwoch den Flughafen München teilweise lahmgelegt. Das große Chaos ist ausgeblieben, doch die Lufthansa rechnet mit einem immensen finanziellen Schaden.

+++ 17 Uhr +++ Das Chaos ist ausgeblieben, doch der finanzielle Schaden für die Lufthansa dürfte immens sein. Europas größte Fluggesellschaft rechnet wegen des achtstündigen Ausstands in Folge der vierten Streikwelle mit einem erneuten Millionenschaden.

Viele Reisende sind wegen des Pilotenstreiks auf die Bahn ausgewichen. Ein ganz großer Ansturm oder gar ein Chaos am Münchner Hauptbahnhof blieb aber aus. „Wir hatten vollere Züge, einige Fahrgäste mussten stehen, aber in allen Richtungen hat es ausgereicht. Wir mussten keine Entlastungszüge einsetzen und auch niemanden am Bahnsteig zurücklassen“, sagte ein Bahnsprecher am Nachmittag.

+++ 14.55 Uhr +++ Während Lufthansa-Passagiere mit ausgefallenen Flügen zu kämpfen haben, herrscht bei den anderen Airlines ganz normaler Alltag. Das gilt vor allem am Terminal 1 - die Lufthansa-Schalter sind allesamt am Terminal 2.

+++ 14 Uhr +++ Der Pilotenstreik bei der Lufthansa läuft aus Sicht der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nach Plan. „Wir hoffen, dass wir damit den Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurückbringen“, sagte ein VC-Sprecher am Mittwoch in Frankfurt.

+++ 12.06 Uhr +++ Um 12 Uhr war Jour fixe der Chefetage der Lufthansa. Der Vorstand sei froh, dass das Chaos ausgeblieben sei, heißt es. 140 Verbindungen wurden gestrichen, 15.000 Passagiere seien betroffen. "Wir konnten jeden zweiten Passagier per Mail oder SMS erreichen", sagte Thomas Klühr.

+++ 11.19 Uhr +++ Der Kollege ist zurück vom Flughafen. Er berichtet, dass bereits kurz vor Beginn des Streiks um 10 Uhr der Münchner Lufthansa-Leiter Thomas Klühr vor die Kameras getreten ist. Die zahlreichen Kamerateams filmten und interviewten die Reisenden. Ein paar Meter weiter, im Municon, versammelten sich derweil die streikenden Piloten. Im Terminal war deutlich weniger los als sonst. Dennoch seien einige Passagiere da gewesen, denn die internationalen Verbindungen sowie einige innereuropäische Flüge wurden ganz normal abgewickelt.

+++ 10.44 Uhr +++ Der Münchner Hauptbahnhof hat sich wegen des Streiks auf einen Ansturm von verhinderten Fluggästen eingestellt. „Wenn nur zehn Prozent der Menschen, die heute nicht fliegen können, zu uns kommen - dann verdoppelt sich die Zahl der Kunden im Reisezentrum“, sagte der Leiter Vertrieb Bayern der Deutschen Bahn, Klaus Leven. „Wir wissen nicht, wie viele kommen, aber wir sind vorbereitet.“ Zusätzliche Mitarbeiter seien am Mittwoch zur Verstärkung eingesetzt worden.

+++ 10.14 Uhr +++ Es werden doch mehr Flüge am Flughafen München gestrichen als zunächst bekanntgegeben: Rund 140 Flüge von und nach München fallen aus, wie eine Lufthansa-Sprecherin sagte. Damit solle nach dem Ende des Streiks so schnell wie möglich wieder ein normaler Flugbetrieb erreicht werden. Bisher hatte die Lufthansa von rund 110 gestrichenen Flügen gesprochen.

+++ 9.41 Uhr +++ Die Lufthansa geht schon vor dem Streik von großem finanziellen Schaden aus. Das Unternehmen rechnet mit einem Millionenschaden.

Bereits der dreitägige Ausstand im April habe die Lufthansa rund 60 Millionen Euro gekostet - durch die Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Wochen sei mit einem Betrag in einer ähnlichen Größenordnung zu rechnen. Das sagte der für München verantwortliche Lufthansa-Manager Thomas Klühr am Mittwoch kurz vor Beginn des Pilotenstreiks.

Flughafen-Streik in München: Bilder

Flughafen-Streik in München: Bilder

Klühr nannte die Arbeitsniederlegungen „extrem ärgerlich“ besonders für Lufthansa-Kunden und kritisierte die Rolle von Cockpit. „Es kann nicht sein, dass Spartengewerkschaften ganze Unternehmen lahmlegen.“

+++ 9.36 Uhr +++ Vom Flughafen München berichtet unser Kollege Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger Anzeiger.

+++ 9.33 Uhr +++ Noch etwa eine halbe Stunde: Um 10 Uhr treten die Lufthansa-Piloten in Streik. Dann wird sich zeigen, wie stark der Betrieb am Flughafen München eingeschränkt ist.

+++ 7.34 Uhr +++ Dem Sonderflugplan zufolge sollen Passagiere auch über andere Lufthansa-Drehkreuze wie Frankfurt, Zürich, Wien und Brüssel, die vom Streik nicht betroffen seien, umgeleitet werden. Insgesamt könnten so mehr als 2000 Fluggäste ihr Ziel trotz des Ausstands erreichen. Die Passagiere würden per SMS oder Mail informiert.

+++ 6.53 Uhr +++ Der Betrieb am Münchner Flughafen ist kurz vor dem angekündigten Piloten-Streik bei der Lufthansa planmäßig angelaufen. Wie ein Sprecher des Flughafens sagte, gab es am frühen Mittwochmorgen keine Beeinträchtigungen. Lufthansa bemüht sich nach eigenen Angaben, die Folgen des Streiks für die Fluggäste möglichst gering zu halten.

+++ 6.45 Uhr +++ Welche Flüge sind betroffen? Was ist mit den Verbindungen von Austrian Airlines, Germanwings oder Swiss? Kann es auch nach dem Streik noch Nachwirkungen geben? Droht Chaos am Flughafen im Erdinger Moos? Die wichtigsten Fragen zum Lufthansa-Streik werden hier auf tz.de beantwortet. Auf merkur-online.de finden Sie einen weiteren Artikel mit wichtigen Infos.

+++ 6.30 Uhr +++ Guten Morgen zu unserem Ticker! Wie schwer trifft es den Münchner Airport wirklich? Die Airline hat einen Sonderflugplan in Kraft gesetzt und rund 110 Flüge von und nach München gestrichen. Insgesamt sind den Angaben zufolge 13.00 Passagiere betroffen.

Vorbericht

Am Mittwoch müssen sich Reisende am Franz-Joseph-Strauß Flughafen München auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Denn die Lufthansa-Piloten werden für acht Stunden in den Streik treten. Von 10 bis 18 Uhr sollen vom Flughafen München, dem zweitgrößten Flughafen Deutschlands, keine Maschinen der Lufthansa mehr abheben.

Zum Ende der bayerischen Schulferien soll es deswegen zu massiven Einschränkungen kommen. Insgesamt sind in diesem Zeitraum 160 Lufthansa-Abflüge betroffen. Das Unternehmen arbeitet an einem Sonderflugplan. Der Streik in München ist in diesem Tarifkonflikt bereits der vierte seiner Art. Zuletzt war der Flughafen in Frankfurt sechs Stunden lang vom Lufthansa-Streik betroffen.

Darum geht es beim Streik der Lufthansa-Piloten

Hintergrund ist ein seit langem schwelender Tarifkonflikt bei Europas größtem Luftverkehrskonzern. Im Kern geht es um die Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten bislang in ihrem Vorruhestand erhalten. Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Beide Seiten hatten sich gegenseitig für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen verantwortlich gemacht und behaupten ihrerseits, zu einer Einigung bereit zu sein.

Erst kürzlich lieferte die Bild-Zeitung Einblicke in die Tarifverträge der Lufthansa-Piloten. In diesen ist festgelegt, dass das Gehalt alle zwölf Monate automatisch angehoben wird. Diese Gehaltserhöhung variiert je nach Dauer der Zugehörigkeit. So können Kapitäne bis zu 418 Euro mehr pro Jahr verdienen. Allerdings nur so lange, bis eine Höchstgrenze von 16.124,51 Euro Brutto im Monat erreicht ist.

al/mzl/kb/dpa

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