Unangekündigter Streik bei der MVG

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Wiesn-Besucher warten am Hauptbahnhof auf ihre U-Bahn.

München - In München ist Wiesn-Zeit - und in Bayern gibt es Streiks im öffentlichen Nahverkehr. Die Gewerkschaften erklären, sie hätten keine andere Wahl gehabt. Die Verkehrsbetriebe sind alles andere als amüsiert.

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Der Bericht des letzten GDL-Streiks

Bayerische U-Bahn-, Tram- und Busfahrer haben am Freitag überraschend erneut gestreikt. Lange Verzögerungen gab es aber zunächst nicht. Angestellte des öffentlichen Nahverkehrs hatten in Nürnberg, Augsburg, Fürth, Erlangen und besonders der Oktoberfest- Stadt München die Arbeit von 4.00 Uhr an niedergelegt. Ein festgelegtes Ende des unangekündigten Streiks gebe es nicht, sagte die Sprecherin der dbb Tarifunion, Cornelia Krüger. Der Ausstand werde beendet, wenn die Arbeitgeber Tarifgespräche mit der Tarifunion sowie der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) aufnähmen. 

Die MVG teilt mit, dass sie alles tut, um die Einschränkungen so weit wie möglich zu begrenzen. Dennoch sei mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen. Wie es heißt, soll der Streik unbefristet sein.

Damit bricht die GDL mit dem bisherigen Brauch der Tarifparteien die Wiesn nicht zu bestreiken. MVG-Chef Herbert König drückt schon am frühen Morgen sein Empörung aus: "Eine der kleinsten Gewerkschaften bestreikt das größte Volksfest der Welt. Zigtausende werden damit zum Spielball einer leicht durchschaubaren Gewerkschaftspolitik." DBB-Verhandlungsführer Willi Russ kontert laut Mitteilung: “Es lag in ihrer Hand, einen Streik während des Oktoberfestes in München abzuwenden. Aber sie haben diese Möglichkeit nicht genutzt.“

Der Streik am Freitag zeigte zwar Wirkung, das große Chaos blieb aber zunächst aus.

Die aktuelle Lage nach Auskunft der MVG:

U-Bahn: Im Berufsverkehr kommt in der Regel alle 10 Minuten ein Zug. Die U4 verkehrt inzwischen wieder bis zur Theresienwiese, nachdem die Linie zeitweise verkürzt worden war.

Tram: Lediglich die Verstärkerlinien 16 und 21 werden nicht bedient; auf der Linie 12 hat die MVG einen Schienenersatzverkehr mit Taxis zwischen Romanplatz und Rotkreuzplatz sowie zwischen Scheidplatz und Kurfürstenplatz eingerichtet. Zwischen Kurfürstenplatz und Rotkreuzplatz können Fahrgäste den MetroBus 53 nutzen. Alle anderen Linien verkehren weitgehend regulär.

Bus: Es kommt zu einzelnen Ausfällen bzw. Verspätungen

Streiks auch in Nürnberg und Augsburg

Den Angaben zufolge legten auch in Nürnberg und Augsburg Fahrer, Kontrolleure und Servicepersonal die Arbeit nieder. Die Situation in Nürnberg gestaltete sich aber entspannter als in München. Auf den sechs Straßenbahn- und 75 Buslinien fielen einzelne Fahrzeuge aus, teilte die Nürnberger Verkehrs- und Aktiengesellschaft (VAG) mit. Die Fahrgäste müssten sich aber auf längere Wartezeiten einstellen. Der VAG-Vorstand Personal, Karl-Heinz Pöverlein, griff die Gewerkschaften an, weil sie ohne Warnung streikten. “Es gab keine Anzeichen für einen Streik in Nürnberg, nicht einmal Gerüchte. Es sind nicht nachvollziehbare Methoden, die wir aufs Schärfste verurteilen“, sagte er laut der Homepage der VAG.

Die Oktoberfest-Leitung und Wirte kritisierten allerdings bereits die Ankündigung der Gewerkschaften vor gut einer Woche, auch zur Wiesn den Nahverkehr in München ihre Arbeitskampf fortsetzen zu wollen.

Dies ist der dritte Streiktag nach dem 10. und 15. September. Diese Aktionen waren ohne das zunächst befürchtete Chaos zu Ende gegangen. Der DBB vertritt rund 1000 der 6500 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr Bayerns. Anders als die Gewerkschaft Verdi hatte sich der DBB zuvor nicht mit den Arbeitgebern auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt und die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

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