Streik bei der Müllabfuhr?

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Das letzte Mal streikte die Müllabfuhr Ende 2002

München - Den Münchner droht noch diesen Sommer ein Streik bei der Müllabfuhr. Grund ist eine Entscheidung der Werkleitung des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebs.

Der AWM lässt die Mülltonnen nämlich nach oder vor Feiertagen an Samstagen zuvor oder danach abholen. Ende 2010 hatte die AWM die Münchner Feiertags-Tarifebestandteil gekündigt.

„Die Werkleitung hat die Änderung bei der Feiertagsnachholarbeit gegen den Willen des Personalrats durchgedrückt“, klagt der Münchner Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner. „Der Jahresabfuhrkalender wurde erstmals von der Werkleitung gegen den Widerstand des Personalrates vor dem Verwaltungsgericht durchgeboxt.“

Bislang wurden die an Feiertagen ausfallenden Touren an den restlichen Wochentagen nachgeholt. Für Fahrer und Müllwerker gab es monatlich 130 bis 180 Euro Zuschlag. „Fahrer und Lader haben jetzt oft nur noch einen Tag Zeit, sich zu erholen“, so Birner. Die Folge: „Ein hoher Krankenstand, schließlich ist das eine anstrengende körperliche Arbeit.“ Darum seien in den vergangenen Wochen viele Tonnen nicht geleert worden.

Pikant: Zweiter Werkleiter Schmidt begründet die Änderung gerade mit der „Gesundheitsvorsorge“. Die Müllmänner hätten nach Feiertagen eine Woche lang zehn Stunden am Tag gearbeitet. Die alten refgelungen stammten von 1970. „Im Übrigen gilt der Tarif für den Öffentlichen Dienst.“ Man wolle ein Arbeitszeitregelung mit dem Personalrat finden.

Birner: „Schmidt weigert sich, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“ Die Zeichen stehen nun auf Sturm. Birner: „Die Bereitschaft, den Konflikt eskalieren zu lassen, ist hoch.“ Streiks will er nicht ausschließen. Als nächster Feiertag steht am 15. August Maria Himmelfahrt an. Birner: „Da wird der Ärger der Müllwerker wieder hochkochen.“

J. Welte

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