Einzelne Linien fallen komplett aus

Busfahrer-Streik in München beendet: Weiter Einschränkungen möglich - wichtige Hinweise der MVG

Ein Nahverkehrsbus der Linie 155 der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) steht an einer Bushaltestelle. Wegen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr kommt es in Bayern seit den Morgenstunden zu erheblichen Einschränkungen. In München kommt es seit Betriebsbeginn um 03.30 Uhr zu Ausfällen einiger Buslinien. Die Gewerkschaft Verdi hat vor allem Busfahrer zu befristeten Warnstreiks aufgerufen.
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Wegen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr kommt es in München seit den Morgenstunden zu erheblichen Einschränkungen. Die Gewerkschaft Verdi hat vor allem Busfahrer zu befristeten Warnstreiks aufgerufen.

In München streiken am Freitag die Busfahrer. Bis in die Mittagsstunden kommt es zu Einschränkungen und Ausfällen.

  • Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag (9. Oktober) zum Streik bei Busfahrern und Kontrolleuren aufgerufen.
  • Sie fordern unter anderem einen bundesweiten Tarifvertrag.
  • Die Fahrgäste Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) müssen sich auf Verzögerungen einstellen.

Update vom 15. Oktober: In München wird in den kommenden Tagen wieder gestreikt: Die Gewerkschaft Verdi kündigte Arbeitsniederlegungen bei der Müllabfuhr und den Kliniken an. Auch die Kitas sind bedroht.

18.10 Uhr: Am Freitag hatten die Arbeitnehmer des Münchner Nahverkehrs und der Straßenmeistereien zum Warnstreik aufgerufen. Allerdings waren die Auswirkungen nicht so heftig wie befürchtet – manche Münchner bekamen vom Ausstand kaum etwas mit.

Der Warnstreik dauerte von 3.30 Uhr früh bis mittags. Bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) waren trotzdem viele Busse im Einsatz: 270 Stück, das ist etwa die Hälfte. Wie MVG-Sprecher Matthias Korte sagt, fuhren auf 50 Linien die Busse mehr als 50 Prozent fahrplanmäßig, auf 37 Linien mehr als 75 Prozent. Auf gut 20 Linien gab’s weniger als die Hälfte der Fahrten: „Wir konnten ein gutes Angebot liefern.“ Für Korte ist ein Streik grundsätzlich legitim, jedoch sieht er die Ziele und den Zeitpunkt kritisch: „Es ist zu früh für solch massive Aktionen!“

„Der öffentliche Dienst hält alles am Laufen“

Klaus Eckl (63), Landesvorsitzender des Verbandes der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten, will lieber zu früh als zu spät Druck auf die Arbeitgeber ausüben. „Der öffentliche Dienst hält alles am Laufen. Die aktuellen Konditionen wie zum Beispiel ein Durchschnittsgehalt von 2400 Euro brutto entschädigen das jedoch nicht.“

Kai Winkler, Bereichsleiter und Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, spricht von einem erfolgreichen Streik. Ob weitere Warnstreiks stattfinden werden, wird Verdi an diesem Wochenende besprechen. - mab

12.36 Uhr: Inzwischen ist der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi beendet. „Es wird jedoch noch längere Zeit dauern, bis alle Buslinien wieder vollständig im Fahrplan laufen. Bis dahin empfehlen wir weiterhin, alternative Verkehrsmittel zu nutzen und mehr Zeit als gewohnt einzuplanen“, erklärt die MVG.

Busfahrer streiken in München: So ist die aktuelle Lage - MVG-Sprecher erklärt, wer besonders betroffen ist

10.48 Uhr: „Vor allem Schüler mussten ausweichen“, sagte ein MVG-Sprecher zu den Beeinträchtigungen am Morgen. U-Bahnen, Trambahnen und S-Bahnen fuhren normal, waren aber häufig sehr voll, weil Fahrgäste aus Bussen umgestiegen waren.

8.17 Uhr: Derzeit herrscht auf diesen Münchner Buslinien im MVV kein oder nur vereinzelter Betrieb: 52, 151, 168, 183, 186, 191, 195, 198, 199. Über die Auslastung ihres restlichen Angebots informiert die MVG auf Twitter detailliert.

Update vom 9. Oktober, 6.10 Uhr: Seit etwa 3.30 Uhr läuft der Streik in der Landeshauptstadt. Derzeit gestaltet sich die aktuelle Betriebslage wie folgt:

- U-Bahn und Tram fahren normal. Die S-Bahn ist ebenfalls in Betrieb. Es ist aber dort mit teilweise erhöhtem Fahrgastaufkommen zu rechnen.

- Bus: eingeschränkter Betrieb auf vielen Linien im MVV; derzeit kein Betrieb auf folgenden Linien: 100, 186, 195, 196, 198

„Die Angaben sind unverbindlich und können sich ändern“, erklärt die MVG.

MVG-Streik in München: Verdi will nur die Arbeitgeber nicht die MVV-Fahrgäste bestreiken

Ursprungsmeldung vom 8. Oktober: München - Es wird wieder eng im Berufsverkehr: Am Freitag (9. Oktober) werden in München die Busse bestreikt! Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) versucht aber, einen 20-Minuten-Takt aufrechtzuerhalten.

Von 3.30 Uhr bis zum Mittag sind die Busfahrer und Ticket-Kontrolleure zum Streik aufgerufen. „Uns ist wichtig: wir wollen nicht die Fahrgäste bestreiken, sondern die Arbeitgeber“, sagt Kai Winkler von der Gewerkschaft Verdi. Deshalb wird nur bis zur Mittagszeit gestreikt, im Abendverkehr soll sich alles wieder normalisieren. Die ganze Woche liefen bereits in anderen Bundesländern Streiks.

Wie viele Mitarbeiter dem Streikaufruf folgen werden, ist unklar. Auch Fahrer privater Omnibus-Unternehmen, die mit der MVG kooperieren, werden laut Verdi in einen Solidaritätsstreik treten. „Wir versuchen, einen Grundtakt von 20 Minuten anzubieten“, sagt MVG-Chef Ingo Wortmann. Es ist aber mit erheblichen Einschränkungen bei den Bussen zu rechnen. U-Bahnen und Trams sollen fahren. Aktuelle Infos gibt es auf der Internetseite www.mvg.de.

MVG.Streik in München: Forderungen der Gewerkschaft sind utopisch

Verdi kämpft für einen bundesweiten Rahmentarifvertrag mit einheitlichen Regelungen etwa bezüglich Überstundenausgleich und Schichtzulagen. Die Arbeitgeber auf Bundesebene verweigern die Verhandlungen. Die Fronten sind verhärtet.

So lief es beim MVG-Streik im September.

MVG-Chef Ingo Wortmann: „Die Forderungen sind für uns nicht finanzierbar. Wir müssen unsere Kosten ohnehin drastisch senken.“ Die MVG habe bereits ein großes Sparprogramm gestartet – zum Beispiel werden die alten B-Züge der U-Bahn länger fahren, und bei Sanierungen der U-Bahnhöfe werden nur die nötigsten Arbeiten durchgeführt. Wortmann sagt: „Um die Verdi-Forderungen zu finanzieren, müssten wir die Preise um 6,1 Prozent erhöhen – das ist völlig unrealistisch.“ Zumal die MVV-Preise demnächst sowieso steigen. (cmy)

Diese Corona-Regeln gelten ab Freitag in München.

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