Das war der MVG-Streik am Mittwoch

Nach MVG-Streik: So geht's am Donnerstag weiter

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Hier geht nichts mehr: MVG-Mitarbeiter bestreiken eine Tram.

München - Streik in München! Am Mittwochmorgen haben die Trambahnfahrer der MVG die Arbeit niedergelegt. Bis 10 Uhr haben die Fahrer gestreikt. Und Verdi hat schon das nächste Ziel.

Hier lesen Sie alles rund um den ersten Streiktag der MVG-Belegschaft in München.

+++ MVG-Streik in München: So geht es am Donnerstag weiter +++

Ausgestanden ist der Streik im Öffentlichen Nahverkehr in München wohl noch lange nicht. Am Donnerstag nimmt Verdi Augsburg und Nürnberg ins Visier. Aber auch in München sind laut dem Münchner Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner wieder Aktionen geplant - allerdings sollen die vorerst nicht den Fahrbetrieb treffen. So habe man bewusst den Tram-Streik "niederschwellig" organisiert, um die Fahrgäste nicht zu strak zu belasten.

Die U-Bahn-Werkstätten werden ab 15 Uhr bestreikt, diese MVG-Meldung bestätigte nun auch Verdi-Mann Birner. Und es werde weitere Aktionen in dieser Form in den kommenden Tagen geben.

Fußballfans brauchten keine Angst haben. Für den Zeitraum des nächsten Deutschlandspiel s am Donnerstagabend sind keine Streiks geplant.

Und wenn die MVG-Geschäftsführung nicht einlenkt, tritt der "Plan B" in Kraft, wie Birner ihn nennt. Das werde ein groß angelegter Streik sein, der Tram und U-Bahnen betreffe. Auch dafür gebe es bereits ein terminliches Szenario. Birner: "Jetzt hängt alles davon ab, wie sich der Arbeitgeber verhält."

+++ "Grenzwertig": Münchner Verdi-Geschäftsführer Birner kritisiert MVG +++

+++ Der Verdi-Geschäftsführer in München, Heinrich Birner, übt harsche Kritik an der MVG-Geschäftsführung: "Die streikenden Mitarbeiter durften nicht einmal mehr auf den Hof." Birner kenne das Unternehmen jetzt seit 1993. In dieser gesamten Zeit habe er noch nie erlebt, dass die Streikenden nicht mehr auf das Betriebsgelände gelassen wurden. "Das ist schon grenzwertig", sagt Birner. Das werde ein Nachspiel haben.

Abgesehen davon ist Birner zufrieden mit dem Streik: "Alle haben teilgenommen." Dass trotzdem einige Trambahnen fuhren, habe laut Birner nichts mit Streikbrechern zu tun. Die am Mittwoch eingesetzten Fahrer seien nicht bei den Stadtwerken, sondern bei der Tochtergesellschaft MVG direkt angestellt. "Die haben wir auch nicht zum Streik aufgerufen."

Streikposten geräumt: Die Trambahnen fahren wieder - vorerst.

+++ Alle Trambahnen fahren wieder. Inzwischen sollten die Fahrgäste kaum mehr etwas von den Streiks mitbekommen.

+++ Ab 15 Uhr wieder Streik: Verdi will die Werkstätten der U-Bahn lahmlegen +++

+++ Jetzt sind die U-Bahn-Werkstätten in München dran. Ab Mittwoch 15 Uhr will Verdi die Technische Basis der U-Bahn bestreiken. Der Streik dort soll bis zum Donnerstag dauern. Ob das am Donnerstag Auswirkungen auf den U-Bahnbetrieb haben wird, weiß die MVG jetzt noch nicht. MVG-Sprecher Michael Solic: "Wenn alles so kommt wie angekündigt, wird es am Donnerstag zu keinen Einschränkungen im Betrieb kommen."

+++ MVG-Streik in München: Bis Mittag wieder Normalbetrieb +++

+++ Der Streik ist vorbei. Noch leidet der Tram-Verkehr unter den Nachwirkungen. MVG-Sprecher Michael Solic ist allerdings optimistisch. Im Moment würden sämtliche Linien wieder auf den Weg gebracht. "Bis Mittag herrscht wieder Normalbetrieb", sagt er unserer Zeitung.

+++ Vereinzelt kam es zu erhöhtem Fahrgastaufkommen und dadurch Fahrplanabweichungen durch auf diese Linien ausweichende Tramfahrgäste.

+++ U-Bahn und Buslinien fuhren wohl völlig unbehindert von der Streikaktion.

+++ Achtung Schwarzfahrer: Laut MVG sind trotz Streik 60 Prozent der planmäßig eingeteilten Fahrkartenkontrolleure im Einsatz.

+++ Großes Lob erhalten die Fahrer, die sich nicht am Streik beteiligen auf der MVG-Facebook-Seite. "Großes Kino", schreibt Chris V. und Johannes B. fragt: "Dürfen Tramfahrer Trinkgeld annehmen?" Laut MVG freuten sie sich immer über ein herzliches "Danke".

+++ Wer aufs Auto umsteigt, muss nicht schneller sein: Erfahrungsgemäß gibt es an Streiktagen erheblich dichteren Verkehr und damit mehr Stau auf Münchens Straßen. Als Alternative zur Tram bietet sich vor allem das Radl an.

+++ Die MVG hat auch eine eigene Seite für Infos zum Streik in München eingerichtet.

+++ Tatsächlich sind laut einer aktuellen Mitteilung der MVG trotz Streik deutlich mehr Fahrer zum Dienst erschienen, als befürchtet. Deshalb könne man die vier Tram-Linien 17, 18, 19, 21 in München durchgehend bedienen.

+++ Dazu kommt, dass sich selten alle zum Streik aufgerufenen Fahrer am Ausstand beteiligen. „Ein erheblicher Teil der Fahrerinnen und Fahrer wird also in jedem Fall im Einsatz sein“, kündigte die MVG an. Dennoch sei mit Engpässen zu rechnen.

+++Ganz lahmlegen kann die Gewerkschaft den Trambahnverkehr in München nicht: Wie berichtet sind 600 der rund 1300 Fahrdienst-Mitarbeiter bei U-Bahn, Bus und Tram nicht bei den Stadtwerken München angestellt, sondern mit einem Haustarifvertrag bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG).

+++Wie Verdi-Gewerkschaftssekretär Verkehr Franz Schütz sagte, legte ein Großteil der Beschäftigten von vier Uhr an die Arbeit nieder. Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft sollte der Ausstand zunächst bis 10 Uhr dauern.

MVG-Streik: Einige Linien fahren  

Nach Angaben der MVG verkehren derzeit trotz des Streiks folgende Tramlinien:    

Tram 17 (Schwanseestraße – Hauptbahnhof – Amalienburgstraße),

Tram 18 (Gondrellplatz – Hauptbahnhof – St. Emmeram)

Tram 19 (Pasing – Hauptbahnhof – Berg am Laim)

Tram 21 (Stachus – Hauptbahnhof – Hochschule München – Westfriedhof)

Da weniger Züge als Normalerweise fahren, kann es zu Überlastungen kommen, darauf weist die MVG hin.

Streik: Auch viele Fahrkartenkontrolleure traten Dienst nicht an

U-Bahn und Busse in München seien nicht betroffen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Manfred Weidenfelder dieser Zeitung. Auch die S-Bahn wird durch den Streik nicht gestört: Hier gilt ein anderer Tarif.

Blockade am Straßenbahndepot an der Einsteinstraße.

Wer auf die Tram angewiesen ist, sollte zumindest mehr Zeit als üblich einplanen. Die Trambahnen fahren durch den Streik mit verringertem Takt, und es kann auch sein, dass einzelne Linien durch Busse ersetzt werden. Die MVG will ihre Fahrgäste auf elektronischen Anzeigen in ganz München und im Internet so umfassend und zeitnah wie möglich informieren.

Wie Verdi-Mann Weidenfelder betonte, wolle man mit einer flexiblen Streik-Strategie versuchen, „die Fahrgäste nicht über Gebühr zu beeinträchtigen“. Und weiter: „Was die Fahrgäste besonders freuen dürfte: Die Fahrkartenkontrolleure gehen ganztags in den Ausstand“. Das heiße aber nicht, dass Schwarzfahrer heute ungeschoren bleiben,konterte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). „In beträchtlichem Umfang“ seien auch private Dienstleister und MVG-Mitarbeiter mit Kontroll-Aufgaben betraut.

Die heutige Aktion soll laut Weidenfelder nur ein Anfang sein. Es bleibe bei der Ankündigung, an zwei Werktagen in dieser Woche zum Streik aufzurufen. Ob am Donnerstag oder am Freitag mit weiteren Aktionen zu rechnen ist, ließ Weidenfelder gestern offen.

Und was kommt danach? „Ich hege noch die Hoffnung, dass wir ein gutes Angebot bekommen, wenn wir die drei großen Nahverkehrsbetriebe in München, Nürnberg und Augsburg bestreikt haben“, sagte Weidenfelder gestern. Ansonsten werde die Gewerkschaft die Gangart verschärfen, letztlich notfalls zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufrufen müssen.

Wie berichtet, haben Verdi und die Gewerkschaft NahVG das Angebot der Arbeitgeberseite, das dem Abschluss im Öffentlichen Dienst entspricht, zurückgewiesen. Verdi fordert eine Anhebung der unteren Löhne um 120 Euro und eine weitere Steigerung um vier Prozent sowie verbesserte Arbeitsbedingungen. Die MVG widersprach mit Nachdruck der Gewerkschafts-Angabe, die Beschäftigten im bayerischen Nahverkehr hätten in den vergangenen Jahren „Einbußen beim Lohn hinnehmen müssen“.

Peter T. Schmidt/mol/kmm 

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