Das müssen Pendler wissen

Streik-Ticker: Das sagen die User zum Ausstand

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Pendler - wie hier am Münchner Hauptbahnhof - haben es heute schwer.

München - Die Lokführergewerkschaft macht ernst und ruft erneut zum Streik auf. Davon ist auch die Münchner S-Bahn betroffen. Am Mittwoch fährt nur ein Bruchteil der Züge, die S-Bahnen sind überfüllt.

Update vom 4. Mai 2015: Es ist der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn:Sieben Tage lang will die GDL in Ausstand treten, erst am Sonntag wollen die Lokführer ihre Arbeit wieder aufnehmen. Wie und vor allem welche Bahnen bis dahin fahren und was Sie sonst noch zum Tarifstreit wissen müssen, haben wir für Sie zusammengefasst.

+++ 18.23 Uhr +++ Aufgrund des Bahn-Streiks und Bauarbeiten entfällt am Donnerstag folgende S-Bahn der Linie S 3 zwischen Holzkirchen und Deisenhofen:

  • S 3 Holzkirchen Abfahrt 4.36 Uhr - Deisenhofen Ankunft 4.49 Uhr

Die Bahn hat für ihre Fahrgäste einen provisorischen Schienenersatzverkehr mit Großraumtaxis zwischen Holzkirchen und München Ost eingerichtet.

+++ 17.59 Uhr +++  Die Bahn meldet, dass zwischen Dachau Bahnhof und Altomünster weiterhin ein eingeschränkter Schienenersatzverkehr mit Bussen besteht. Zusätzlich verkehren heute Abend folgende S-Bahnen auf dieser Strecke:

  • S 2 Altomünster Abfahrt 18.51 Uhr - Dachau Bahnhof Ankunft 19.25 Uhr
  • S 2 Altomünster Abfahrt 19.51 Uhr - Dachau Bahnhof Ankunft 20.25 Uhr
  • S 2 Altomünster Abfahrt 21.51 Uhr - Dachau Bahnhof Ankunft 22.25 Uhr
  • S 2 Dachau Bahnhof Abfahrt 18.34 Uhr - Altomünster Ankunft 19.09 Uhr
  • S 2 Dachau Bahnhof Abfahrt 19.34 Uhr - Altomünster Ankunft 20.09 Uhr
  • S 2 Dachau Bahnhof Abfahrt 20.34 Uhr - Altomünster Ankunft 21.09 Uhr

Auch am Donnerstag, den 23. April 2015, werden laut Bahn in der Zeit von 6 bis 21 Uhr zwischen Dachau Bahnhof und Altomünster zusätzlich zum Schienenersatzverkehr S-Bahnen verkehren. Die genauen Abfahrtszeiten sollen baldmöglichst im Internet veröffentlicht werden.

+++ 16.43 Uhr +++ Der Zugverkehr am S-Bahnhof Moosach wurde mittlerweile wieder aufgenommen.

+++ 16.42 Uhr +++Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner ist kein Fan des Streiks: „Der Streik stellt eine massive Belastung für die ganze Bevölkerung und Unternehmen in ganz Deutschland dar“, sagte Aigner am Mittwoch. „Ich kann die Erregung in der Bevölkerung absolut nachvollziehen.“ Sie appelliert an Weselsky: „Wenn man sich vor Augen hält, wieviel Kosten dadurch verursacht werden, kann man Herrn Weselsky nur noch zur Besonnenheit aufrufen."

+++ 16.19 Uhr +++ Der Bahnhof Moosach ist zur Zeit komplett gesperrt, meldet die Bahn. Der Grund: Ein LKW ist gegen eine Brücke gefahren. Es kann zu zusätzlichen Zugausfällen kommen. Die Züge werden nach Informationen unserer Online-Redaktion über den Rangierbahnhof umgeleitet.

+++ 16.05 Uhr +++ Was sagen die Münchner zu dem Ausstand? Die Meinungen gehen weit auseinander. Zwischen Empörung und Verständnis bewegen sich die Meinungen unserer User.

+++ 15.18 Uhr +++ Der Streckenagent der Bahn meldet: Auf der Linie der S2 Altomünster fahren zwischen Dachau Bahnhof und Altomüster neben dem Schienenersatzverkehr nun auch zusätzliche S-Bahnen.

+++ 15.10 Uhr +++ Was kostet der Streik die GDL eigentlich? Rund 3000 Mitglieder sind heute im Streik - sie bekommen pro Tag 75 Euro von der Gewerkschaft. Ergibt eine Summe von stolzen 225.000 Euro pro Tag.

+++ 14.28 Uhr +++ Der Fahrgastverband Pro Bahn lobt die Bahn. „Der Plan wird gefahren, wie er veröffentlicht ist“, sagte Vereinssprecher Gerd Aschoff. „Gemessen an den Umständen scheint das alles recht gut zu laufen. Die Bahn scheint alles getan zu haben, was möglich ist.“

+++ 14.16 Uhr+++ Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz hat die Lokführer vor einem Imageverlust ihres Berufsstandes gewarnt. „Ich kann nur an die Lokführer appellieren, dass sie sich nicht von Herrn Weselsky am Nasenring durch die Manege führen lassen und ihren hervorragenden Ruf kaputt machen“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

+++ 13.45 Uhr +++ Wann war eigentlich der erste Streik überhaupt? Und welcher dauerte am Längsten? Hier gibt es ein kleines "unnützes Wissen" zum Thema.

+++ 13.30 Uhr +++ Das nächste Streikfazit: Die Bahn teilt mit, dass trotz des Streiks in Bayern rund 50 Prozent der Nahverkehrszüge fahren konnten. Die Reisenden hätten außerdem die intensiv die Auskunftsmöglichkeiten genutzt. Auf bahn.de/aktuell klickten bis zum Mittag 190.000 Kunden. 

Viele Straßen verstopft: So sah die Lage am Morgen bei Google Maps aus (Zum Vergrößern der Karte hier klicken).

+++ 13.00 Uhr +++ Rund um München hat der Streik heute Morgen für reichlich Stau gesorgt: Die Google-Karte zeigt (Rote Markierung), die A99 Ost und West und die Autobahnenden wurden zu Stop-and-Go-Pisten. das gleiche galt für die Innenstadt.  

+++ 12.20 Uhr +++ Ein kleines erstes Fazit zu den Streik-Auswirkungen: Im Fernverkehr konnte die Deutsche Bahn am Mittwoch nur 30 Prozent der sonst üblichen Züge einsetzen. Im Nahverkehr und bei den S-Bahnen sollten am Mittwoch und Donnerstag je nach Region 15 bis 60 der Züge fahren. Immerhin, die Ersatzfahrpläne konnten laut Bahn weitgehend eingehalten werden.    

+++ 11.50 Uhr +++ Ein Glanzstück der Kategorie "Den Streik mit Humor nehmen" - findet sich bei stylewalker.net, nämlich eine Weselsky-Maske zum Selberbauen.

+++ 11.15 Uhr +++ Gute Neuigkeiten vom Streckenagenten: Wie die Bahn mitteilt, verkehren auf der Linie der S4 in beide Richtungen zusätzliche Züge. Und zwar ab Grafing um 13.41 Uhr, 14.41 Uhr, 17.41 Uhr und 18.41 Uhr.

Ab Geltendorf um 11.34 Uhr und 12.34 Uhr. Ab Buchenau um 16.48 Uhr, 19.48 Uhr und 20.34 Uhr.    

+++ 10.35 Uhr +++ Auch die Aktion Münchner Fahrgäste hat sich mittlerweile zum Streik geäußert. Ihr Sprecher Andreas Nagel schimpft per Pressemitteilung: "So kann es nicht weitergehen." Auch die Politik sei jetzt gefordert, für eine langfristige Lösung zu sorgen. Die Aktion Münchner Fahrgäste wünscht sich ein Gesetz zur Sicherstellung von Dienstleistungen.   

+++ 10.20 Uhr +++ Wer nicht mit der S-Bahn, sondern zum Beispiel mit der BOB unterwegs ist, hat heute Glück. Die Züge privater Anbieter werden nicht bestreikt.  

+++ 10.00 Uhr  +++ Im Netz wird natürlich bereits wieder eifrig über den GdL-Streik gespottet. Die Mietwagenfirma Sixt nutzt das auf ihre Weise.

+++ 09.30 Uhr +++Auch aus der S8 Richtung Flughafen (Abfahrt 8.10 Uhr in Gilching) erreichen uns Bilder, die nicht gerade nach komfortablem Reisen aussehen: In den Gängen drücken sich die Fahrgäste zusammen, die Bahn ist vollkommen überfüllt und musste immer wieder einen Zwischenstopp einlegen.

+++ 9.00 Uhr +++ Die Bahn hat den Streik als überflüssig und schädlich kritisiert. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber wies im ARD-"Morgenmagazin" Vorwürfe zurück, die Bahn habe kein Ergebnis erzielen wollen. „Es existiert ein Papier mit dem Verhandlungsergebnis, mit dem Zwischenergebnis vom Freitag, mit unserer Unterschrift.“ Was fehle, sei die Unterschrift der GDL. „Die kann sie jederzeit nachholen“, sagte er.  

+++ 08.28 Uhr +++ Die ersten Fahrgäste sind stinksauer. Wie uns eine Userin bei Facebook schreibt, war die S4 bereits in Puchheim, also weit vor der Stammstrecke, hoffnungslos überfüllt. Die ersten Fahrgäste müssen draußen bleiben. Ein Bahnmitarbeiter am Hauptbahnhof in München berichtet, dass die Fahrgäste sehr "verständnisvoll" sind.

+++ 08.00 Uhr +++ Der Berufsverkehr läuft - und damit die Streik-Auswirkungen. So ist der Stand zur Zeit in Bayern.

+++ 07.43 Uhr +++ Die Bahn spricht in dem aktuellen Streckenagenten davon, dass auf allen Linien verlässlich ein 60 Minuten-Takt angeboten wird und die Stammstrecke im 10-Minuten-Takt bedient wird.

+++ 07.00 Uhr +++ Guten Morgen an diesem Horrortag für Pendler! Die S-Bahn streikt bis Donnerstagabend. Wir wünschen an dieser Stelle: Viel Geduld! Und halten Sie mit unserem Ticker auf dem Laufenden.

Streik bei der Bahn: Das ist der Ersatzfahrplan

+++ Neben dem Streik und einer technischen Störung auf der Linie S 8, meldete die Bahn am Dienstagabend außerdem eine Störung an der Strecke in Riem. In diesem Bereich waren für rund 30 Minuten keine Zugfahrten möglich. Nach Angaben der Bahn könne es immer noch zu Verzögerungen kommen.

+++ Ab sofort stehen im Internet die alle Ersatzfahrpläne für die S-Bahn für den Bahn-Streik zur Verfügung. Aufgrund der vorangegangenen technischen Störung (siehe unten) können die Ersatzfahrpläne erst in den heutigen Abendstunden in den elektronischen Fahrplanmedien aktualisiert werden, teilte die Bahn am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr mit. Fahrgäste sollten sich deshalb am besten immer aktuell unter www.bahn.de/liveauskunft und in der App "München Navigator" bzw. DB Navigator-App über ihre Züge informieren.

Der Ersatzfahrplan der S-Bahn München gilt ab Mittwoch, 22. April 2015, von 2 Uhr morgens bis Betriebsschluss Donnerstag, 23. April 2015, mit diesem verlässlichen Angebot:

  • Auf allen Linien wird mindestens ein 60 Minuten-Takt angeboten
  • Stammstrecke Pasing – Ostbahnhof: mindestens ein 10 Minuten-Takt
  • Flughafen: Wir bitten alle Reisenden zum Flughafen, die S 8 zu nehmen. Die S 8 verkehrt zwischen Pasing und Flughafen im 20-Minuten-Takt. Die Linie S 1 verkehrt während des Streiks nur nach Freising. Ein Schienenersatzverkehr mit Bus zwischen Flughafen und Neufahrn wird eingerichtet. Von Freising aus fährt der Bus 635 zum Flughafen.

  • Die S 2 Dachau – Altomünster wird ein eingeschränkter Schienenersatzverkehr mit zwei Bussen eingesetzt.

  • Die S 20 Höllriegelskreuth – Pasing entfällt.

Technische Störung behindert S-Bahn-Verkehr auf der Linie S 8

+++ Nicht nur der Streik, sondern auch noch eine technische Störung machen der S-Bahn zu schaffen. Deshalb entfallen am Dienstagabend folgende S-Bahnen des 10-Minuten-Taktes der Linie S 8:

  • S 8 München Ost Abfahrt 18:07 Uhr – Germering-Unterpfaffenhofen Ankunft 18:37 Uhr
  • S 8 Germering-Unterpfaffenhofen Abfahrt 18:41 Uhr – München Ost Ankunft 19:14 Uhr

Zusätzlich zum verlässlichen Ersatzfahrplan bietet die S-Bahn München dispositiv weitere S-Bahnen an. Ob ein zusätzliches Angebot besteht, erfahren die Fahrgäste durch Eingabe des Start- und Zielbahnhofs und der gewünschten Reisezeit.

Für Rückfragen steht Ihnen die Bahn von 7-20 Uhr mit dem regionalen Kundendialog unter 089/20 35 50 00 oder unter der kostenlosen Sonderhotline unter 08000/99 66 33 zur Verfügung.

+++ Der Ersatzfahrplan für die S-Bahn wird am Dienstagnachmittag bekannt gegeben. Bisher kündigte die Bahn an, auf allen Linien mindestens einen 60-Minuten-Takt anzubieten. Doch auch in diesem Takt gibt es Abweichungen:

Reisende zum Flughafen sollen die S8 nutzen, die alle 20 Minuten fährt. Genaue Abfahrtszeiten sollen folgen. Die S1 in Richtung Flughafen wird nur bis Freising verkehren. Ab Freising steht zum Flughafen der Bus 635 zur Verfügung. Auf der S2  wird zwischen Dachau und Altomünster wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die S20 zwischen Höllriegelskreuth und Pasing entfällt.    

+++ Die Lokführer im Personenverkehr streiken von Mittwoch, 2 Uhr, bis Donnerstag, 21 Uhr. Betroffen sind davon auch alle S-Bahnen im MVV-Netz.

Bahn: Pendler müssen sich schon am Dienstag auf Verspätungen einstellen

+++ Es ist in jedem Fall mit Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen - möglicherweise schon heute, da die Bahn sich auf einen Notfahrplan für den Streik vorbereitet. Schon heute sollten Pendler im abendlichen Berufsverkehr eher einen Puffer einplanen.

+++ Die Bahn wird im Laufe des Dienstags einen Ersatzfahrplan bekanntgeben. Zu finden ist dieser auf der Internetseite der Bahn. Außerdem sollen Fahrgäste laufend über den Streckenagenten informiert werden und es gibt eine Live-Auskunft. Eine Hotline (01806/996633) steht ebenfalls zur Verfügung. Diese ist erfahrungsgemäß aber überlastet.

+++ Bisher wurde bei Streiks versucht, für die S-Bahnen pro Linie wenigstens einen Zug pro Stunde auf das Gleis zu schicken. Bei der Flughafen-S-Bahn ist sogar der 20-Minuten-Takt Ziel.

+++ In jedem Fall sollten sich Pendler vorab auf der Seite der Bahn und per Streckenagent erkundigen, wann ihre S-Bahn fährt und nicht zu knapp planen.

+++ Tram und Bus sind nicht vom Streik betroffen. Es ist jedoch zu den Stoßzeiten mit völlig überfüllten Zügen zu rechnen.

+++ Wer auf das Auto umsteigt, muss mehr Zeit zur Arbeit einplanen. Die Straßen werden vor allem in den Städten und auch in der nahen Umgebung voll sein.

Bahn-Streik: Darum legen die Lokführer die Arbeit nieder

Mit dem erneuten Streik bekräftigt die Lokführergewerkschaft GDL ihre Forderung nach eigenständigen Tarifverträgen nicht nur für die gut 18 000 Lokführer, sondern auch für andere Berufsgruppen des Zugpersonals. Dazu zählt die GDL vor allem Zugbegleiter und die Lokrangierführer. Für sie hat bislang allein die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Tarifverträge ausgehandelt.

Im Bordservice waren laut Bahn-Statistik im vergangenen Dezember 11.600 Menschen beschäftigt. Die Zahl der Lokrangierführer lag nach früheren Angaben bei etwa 3100. Außerdem gab es etwa 2700 Instruktoren, Trainer und Zugdisponenten (Planer).

GDL-Chef Claus Weselsky warf der Bahn eine Hinhaltetaktik vor. Die Deutsche Bahn reagierte mit Unverständnis auf die siebte Streik-Aktion seit Beginn des Tarifkonflikt. Inzwischen streiten die Lokführergewerkschaft GDL und der bundeseigene Konzern seit einem Dreivierteljahr um eine Einigung.

kg, my (mit dpa)

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