Anwalt erklärt Arbeitnehmerrechte

Streik! Was tun, wenn man nicht zur Arbeit kommt?

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München - Was müssen Arbeitnehmer beim Bahnstreik beachten? Michael Dudek (50), Vorstand des Münchner Anwaltvereins, klärt auf!

Was ist, wenn man es wegen des Bahnstreiks nicht rechtzeitig zur Arbeit schafft?

Dudek: Das ist höhere Gewalt. In dem Fall hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Lohn für den Ausfalltag. Wenn ich allerdings schon vorher wusste, dass es mit der Fahrt nicht klappt oder nicht klappen könnte, trage ich auch die Verantwortung dafür – und nicht die Bahn. Denn die voraussichtlichen Einschränkungen durch den Streik sind ja bereits bekannt.

Wie verhält man sich richtig, wenn man trotzdem Bahn fährt?

Dudek: Wichtig ist, dass man seine Reise dokumentieren kann. Die Bahn bietet ja Notfall-Fahrpläne an, darauf kann sich berufen.

Sollte man angesichts der Risiken die Fahrt lieber absagen?

Dudek: Im Zweifel ist das die logische Konsequenz, denn die Arbeit hat Vorrang. Wer die Fahrt riskiert, tut es auf eigene Verantwortung. Das gilt aber nicht, wenn man vom Streik überrascht wird.

Sonntagabend: Ich will nach München zurück, kein Zug fährt. Bin ich verpflichtet, teure Alternativen wie Flugzeug oder Taxi zu zahlen?

Dudek: Nein. Aber wenn ich nicht zur Arbeit komme, kriege ich den Montag auch nicht bezahlt. Wer in dem Fall das Taxi nimmt oder nehmen muss, tut das auf eigene Rechnung. Der Arbeitnehmer muss selbst dafür Sorge tragen, dass er rechtzeitig zur Arbeit erscheint.

Kann man noch schnell freinehmen? 

Dudek: Es gibt keinen Anspruch auf Urlaub, gerade so kurzfristig.

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