Streit um leere Wohnungen

Gorillas lassen nicht locker

+
Die Goldgrund-Aktivisten besetzten das leer stehende städtische Haus an der Müllerstraße und richteten eine Wohnung für wenig Geld her

München - Gorillas gegen Miethaie: Wie können die Mieten in München bezahlbar bleiben? Das Bündnis für bezahlbares Wohnen lässt nicht locker und legt den Finger tief in die Wunde.

Seit einem Jahr kämpft das Bündnis bezahlbares Wohnen, ein Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen, für Mieten, die sich der Normalverbraucher leisten kann und gegen Luxussanierungen. Bei der öffentlichen Sitzung diskutierten am Donnerstagabend im Pschorr am Viktualienmarkt die beiden Gorillas von der Satire-Aktion Goldgrund, Grisi Ganzer und Georg Benecke, vor 50 Gästen über ihre Renovierungsaktion in der Müllerstraße. Dort hatte der Promi-Trupp rund um den Kultur-Veranstalter Till Hofmann eine Wohnung in einem runtergekommenen städtischen Haus hergerichtet. Damit wollten die Aktivisten beweisen, dass man das Haus nicht abreißen muss, um dort günstigen Wohnraum zu schaffen.

„Wir hatten gerade erst ein Treffen mit Kommunalreferent Axel Markwardt“, berichtet Benecke. „Markwardt zeigte uns ein Haus, das die Stadt in der Klenzestraße hergerichtet hat.“ Dort koste der Quadratmeter um die 13 Euro. „Das ist nicht billig“, so Benecke. Sein Spezi Ganzer schüttelt den Kopf: „Die Stadt will unbedingt neu bauen, und weil sie Zuschüsse will, müssen sich die Grundrisse der Wohnungen nach bestimmten Vorgaben richten, die kann man in Altbauten nicht einhalten.“ Benecke: „Dabei wäre es doch viel billiger, leer stehende Häuser wie in der Müllerstraße herzurichten. Wer sagt denn, dass immer die höchsten Standards eingehalten werden müssen?“

Leer stehende Häuser hat die Stadt genug, wie tz-Redakteur Johannes Welte zu berichten weiß. „An die 150 städtischen Wohnungen stehen leer, meist ohne dass es dafür zwingende Gründe gibt.“ So sollen drei Häuser in Aubing abgerissen werden, weil der Flächennutzungsplan seit einer letzten Änderung dort einen Grünzug vorsieht. „Manche Wohnungen stehen hier schon seit den 80er-Jahren leer. Die Stadt wartet, bis die letzten Mieter ausziehen“, so Welte. „Es heißt, die Häuser sind nicht genehmigungsfähig, obwohl dort seit über 100 Jahren Menschen leben.“

Auch am Viehhof und auf dem Großmarkt stehen Wohnungen leer. „Hier heißt es, dass sie nicht vermietet werden können, da sie in einem Gewerbegebiet liegen und nur als Dienstwohnungen genutzt werden dürfen. Auch hier wohnten über 100 Jahre Menschen, und plötzlich soll das nicht erlaubt sein“, sagte Welte. Das städtische Viehhofgelände wird vorausssichtlich für Wohnzwecke verkauft, wie auch das Umspannwerk-Gelände in Schwabing. Welte: „Wir dürfen gespannt sein, ob dort sozialer Wohnungsbau entsteht.“

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen

Kommentare