Vor dem Oberlandesgericht

Streit um Mops-Foto: Society-Lady verliert Prozess

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Vor Gericht verloren: Uschi Ackermann und ihr Mops "Sir Henry".

München - „Sir Henry“ ist nicht irgendein Mops. Sein Frauchen hält den kleinen Hund für den berühmtesten seiner Rasse. In ihrem Urheberrechtsstreit um Fotos des Vierbeiners hat die PR-Frau nun eine Niederlage erlitten.

Alles Gekläffe hat nichts genutzt: Während vor dem Justizpalast in der Prielmayerstraße eine Handvoll Artgenossen lautstark ihre Solidarität bekundeten, musste Star-Mops Sir Henry (7) – samt Frauchen Uschi Ackermann – im Sitzungssaal E41 eine herbe Schlappe einstecken …

Es wird wohl nichts werden mit einer Gage für Sir Henrys Auftritt als Kalender-Dog – und damit wartet wohl auch ein in Not geratenes Tierheim vergeblich auf eine Spende. Zwar stand das Urteil des Oberlandesgerichts gestern Nachmittag noch aus, doch die Richter ließen wenig Zweifel daran, dass sich Justitias Waage nicht in Sir Henrys Richtung neigen wird …

Dabei hatte der Tag doch so gut begonnen. „Sir Henry darf mit ins Gerichtsgebäude. Der Vorsitzende Richter hat seine Zustimmung gegeben“, verkündete Rechtsanwalt Dr. Klaus Rehbock stolz, als Gerd ­Käfers Lebensgefährtin Uschi Ackermann und ihr Liebling („der bekannteste Mops Deutschlands, ja vielleicht sogar der Welt“) gestern kurz vor 9 Uhr samt Gefolge vor dem Gerichtsgebäude aufliefen. Gut gelaunt ließen der Hauptakteur und die PR-Lady das Blitzlichtgewitter über sich ergehen, dann wurde es ernst. Sicherheitscheck im Foyer. Aber auch den meisterte das Duo souverän. Für den Fall der Fälle wich aber Dr. Wieland Beck nicht von beider Seite: „Ich bin Sir Henrys Leibarzt“, stellte er sich vor.

Im Gerichtssaal labte sich der Mops dann erst einmal an einem Schälchen Wasser. Als schließlich gegen 9.15 Uhr die drei Richter erschienen, verzog er sich hinter den Stuhl von Uschi Ackermann – und legte ein Nickerchen ein. Währenddessen begann der Albtraum für Frauchen … Die Fakten dazu: 2010 posierte Sir Henry bei einem Fotoshooting für einen Hundekalender. Ausnahmsweise kostenlos. Statt Gage wollte der Organisator, eine Burda-Tochter, dem Tierschutz eine Spende zukommen lassen. Doch wie das Leben manchmal so spielt: Der Auftraggeber zog sich zurück bzw. existiert heute gar nicht mehr, das Projekt ging in andere Hände über, die des Ackermann-Verlags (Die Namensgleichheit mit der Klägerin ist reiner Zufall) – und dort will niemand jemals etwas von einer Spendenvereinbarung gehört haben.

„Das kann doch nicht sein“, ärgerte sich eine frustrierte Uschi Ackermann. „Da wählt jemand ohne Absprache Sir Henry als Titelblatt für einen Kalender aus, nutzt so seine große Popularität für sein Geschäft aus – und die Tierfreunde gehen leer aus.“ Doch Emotionen führen vor Gericht nur selten zum Erfolg. Obwohl Anwalt Rehbock alles gab. Sogar einen Vergleich von Sir Henry mit Claudia Schiffer bemühte er. Alles vergebens.

Die Richter sehen mangels zustande gekommenem Vertrag auch keine Ansprüche. „Aber mal sehen“, so Rehbock, „vielleicht gehen wir in Revision. Hier geht es ja um Grundsätzliches."

WdP

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