Streithammel landen vor Gericht

Zoff um rohen Burger endet blutig

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Opfer Armin P. zeigt sein errötetes Ohr

München - Weil sein Hamburger innen noch fast roh war, wollte sich Armin P. beim Inhaber eines Imbissstands beschweren. Es kam zum Streit, die Männer wurden brutal - und schließlich endete es vor Gericht.

Den Biss in einen Hamburger wird Armin P. (46) nie vergessen: „Es schmeckte ekelhaft – nach rohem Fleisch.“ Er spuckte den Bissen aus und sah: „Das Hackfleisch war noch ganz rot.“ Wutentbrannt marschierte der Finanzberater zu jenem Pizza-Schnelldienst in Aubing, bei dem er die Pflanzerl-Semmel bestellt hatte. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Benjamin T. und Andreas S. wurden verurteilt

Geschäftsinhaber Benjamin T. (27) sah aber gar nicht ein, die acht Euro für den etwas missglückten Hamburger zurückzuerstatten. „Bei uns wird das Fleisch medium gebraten“, belehrte der den unzufriedenen Kunden, der sich immer heftiger beschwerte und damit drohte, das Gesundheitsamt einzuschalten.

„Ich wollte ihn rausschmeißen“, sagte Benjamin T. am Montag vor dem Amtsgericht, wo er sich zusammen mit seinem Geschäftspartner Andreas S. wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten musste. Laut Anlage hatten die beiden den Kunden mit Faustschlägen und Fußtritten aus dem Laden befördert.

„Der hat mir den Hamburger ins Gesicht geschleudert“, so Benjamin T., „da habe ich ihm eine reingehauen.“ Armin T. schildert das andersrum: „Ich schwöre, er hat mir erst aufs Ohr gehauen, dann habe ich ihm den Burger ins Gesicht geschmissen. Beide haben sich auf mich gestürzt.“ Der Richterin Sonja Birkhofer-Hoffmann zeigt er Handy-Bilder von seinem roten Ohr und seinen blauen Flecken, die er durch die Schläge erlitten habe.

Andreas S. mischt sich ein: „Der war doch besoffen!“ Da platzt Armin T. der Kragen: „Unverschämt – ich bin totaler Antialkoholiker!“ Für den Prozess ist das weniger wichtig, die Frage ist: Erst der Schlag und dann der fliegende Hamburger oder umgekehrt? Unbeteiligte Zeugen sahen erst den Hamburger fliegen. Das Urteil: 5400 Euro Strafe für Benjamin T., 2700 Euro für Andreas S.

E. Unfried

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