Berg am Laim 

Streit um Hachinger Bach: Besitzer blockieren Freilegung

Die Grafik zeigt den geplanten Verlauf des Hachinger Bachs. Rot markiert der Abschnitt auf dem Grundstück der Eisenbahner-Genossenschaft.

Der alte Plan, den Hachinger Bach wieder an die Oberfläche zu holen, ist ein Stück greifbarer geworden. Doch in der Eisenbahner-Genossenschaft regt sich Widerstand.

Seit Jahrzehnten warten die Berg-am-Laimer darauf, den Hachinger Bach wieder plätschern zu sehen. Immer wieder ist ihnen die Offenlegung des unterirdisch in Rohren fließenden Gewässers versprochen worden, immer wieder wurden sie vertröstet. Im Rahmen des geplanten Neubaugebiets an der Truderinger Straße wird nun erneut darüber geredet, den Bach an die Oberfläche zu holen.

In Berg am Laim ist man inzwischen misstrauisch, ob man solchen Ankündigungen tatsächlich noch glauben kann. Doch es scheint sich tatsächlich was zu bewegen. Zumindest der Abschnitt am Neubaugebiet Truderinger Straße 58 ist nun gesichert. Am Rande des Areals soll der Bach parallel zur Hansjakobstraße einen wellenförmigen Verlauf erhalten. Danach soll er auf dem Grundstück in die Roßsteinstraße abbiegen 

Problematisch ist der nördliche Anschluss

Nun fehlten nur noch zwei Grundstücke, erklärte Horst Burger vom Planungsreferat bei der jüngsten Bürgerbeteiligung. Eines liegt auf dem ersten Teilstück und gehört der katholischen Kirche. Die Gespräche dazu liefen jedoch „gut“, so Burger. Der Bach soll ab dem Ostpark im Grünzug Michaelianger laufen, bei der U-Bahnstation Josephsburg unter der Kreillerstraße durchtauchen, um auf der anderen Straßenseite dann bis zur Hansjakobstraße weiterzugehen.

Problematischer ist der nördliche Anschluss ab der Roßsteinstraße. Hier soll der Bach die Truderinger Straße unterqueren und dann an den Kleingärten entlang zur Öko-Fläche an den Bahngleisen geführt werden. Dort muss er wieder ins bereits vorhandene Rohr, um auf der anderen Seite der Gleise im Hüllgraben versickern zu können.

„Wir suchen nun nach anderen Möglichkeiten“

Für den Abschnitt zwischen Roßsteinstraße und Öko-Fläche bräuchte die Stadt allerdings Grund von der Eisenbahner-Genossenschaft. Und deren Mitglieder haben sich bei ihrer jüngsten Eigentümerversammlung offenbar dagegen ausgesprochen. „Wir suchen nun nach anderen Möglichkeiten“, erklärte Burger. Es gebe bereits Gespräche mit anderen Eigentümern – mit offensichtlich positiver Tendenz. Man erwarte noch in diesem Jahr ein Ergebnis, so Burger optimistisch.

Ein Blick auf den Stadtplan zeigt: Direkt neben dem Eisenbahner-Grundstück liegt ein großer Parkplatz, der zur Firma Bosch gehört, die hier an der Truderinger Straße ein Werk betreibt. Hier könnte möglicherweise eine Trasse für den Bach geschaffen werden.

Zuständig für die Offenlegung des Hachinger Bachs ist das Baureferat. Dort liegen die Pläne bereits seit Jahren fertig in der Schublade. Auf 2,6 Kilometern Länge soll der Hachinger Bach wieder ans Tageslicht geholt werden, begleitet von einem neu gestalteten Grünzug mit Fuß- und Radwegen, Sonnendecks, Spiel- und Liegewiesen, Spielplätzen und sogar einer Kneippanlage.

Carmen Ick-Dietl

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Berg am Laim – mein Viertel“.

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