Reaktion auf Studie

Streit um Radweg-Ausbau: Wie viel investiert München wirklich?

Nach einer aktuellen Studie von Greenpeace investieren deutsche Städte zu wenig in den Ausbau von Radwegen. Die Stadt München hat nun auf die Vorwürfe reagiert und nennt andere Zahlen.

München - Die Stadt München hat Vorwürfe der Organisation Greenpeace zurückgewiesen, wonach jährlich nur 2,30 Euro pro Kopf in den Radverkehr investiert werden. Laut einem Sprecher der Stadt stehen tatsächlich pro Jahr 10 Millionen Euro, also weit mehr als 6 Euro pro Kopf, zur Verfügung. Dieses Geld werde komplett investiert, versicherte der Sprecher.

Laut Greenpeace liegt München im Vergleich mit den sechs größten deutschen Städten auf dem letzten Platz. Auf Nachfrage relativierte die Organisation jedoch, dass der Wert nur eine grobe Kennzahl sei, die auf Basis der letzten Haushaltspläne erstellt wurde. Ein genauer Betrag könne nicht genannt werden, da die Städte manche Ausgaben für den Radverkehr nicht als solche kennzeichneten. Der Wert könne daher in der Tat „deutlich von der tatsächlichen Höhe der investierten Mittel abweichen“.

Der Sprecher der Stadt München wies darauf hin, dass das Ergebnis der Studie möglicherweise auch dadurch zu erklären sei, dass die Stadt bereits ein sehr dichtes Radverkehrsnetz habe. Vorstellbar sei, dass sich andere Städte noch mehr in der Bauphase befinden, wodurch höhere Ausgaben ausgewiesen werden. In München müssten dagegen Radwege zu einem großen Teil lediglich saniert und ausgebessert werden.

Greenpeace hatte für die Studie die öffentlichen Haushalte der sechs größten deutschen Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main und Stuttgart untersucht. Demnach gab im Durchschnitt der vergangenen Jahre Stuttgart 5 Euro pro Kopf und Jahr für den Radverkehr aus, Berlin 4,70 Euro und Frankfurt 4,30 Euro. Danach kommen Hamburg mit 2,90 Euro, Köln mit 2,80 Euro und München mit 2,30 Euro.

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dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Sina Schuldt

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