Prozess gestartet

Streit ums Kind: Ehefrau halbtot geprügelt

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Danail D. steht wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

München - Wenn Wut die Überhand nimmt, kann es böse enden. So wie bei Danail D., der seine Ehefrau bewusstlos prügelte. Auch seine Tochter bekam einen Schlag ab.

Wie weit kann die Wut einen Menschen treiben? Vor Gericht gibt es darauf eine Antwort: So weit, dass ein Mann seine eigene Ehefrau erschlagen will – weil sie ihm das gemeinsame Kind wegnahm!

„Ich bin fassungslos über mich selbst“, sagt Danail D. (54). Seit Dienstag wird ihm der Prozess gemacht. „Ich möchte mich entschuldigen“, sagt er. „Es tut mir so leid.“ Bittere Tränen laufen über sein Gesicht, als Staatsanwalt Laurent Lafleur die Vorwürfe gegen ihn verliest. Dreimal soll Danail D. seine Frau Elena C. (50) vergewaltigt und am 19. Juni so schlimm verprügelt haben, dass sie beinahe an den Folgen gestorben wäre. Hätten Nachbarn nicht die Polizei gerufen – dann hätte Tochter Nikola heute wohl keine Mama mehr.

Vater schlägt Tochter ins Gesicht

Sie traf an jenem Tag an einer Tankstelle zufällig auf ihren Vater, der schon länger von seiner Familie getrennt lebte. „Ich fragte sie, warum sie nichts mehr mit mir zu tun haben will.“ Als Danail D. von ihr eine schnippische Antwort erhielt, schlug er erst der Tochter ins Gesicht, danach fuhr er zum Haus seiner Familie in Neuaubing – und knöpfte sich dort seine Ex-Frau vor. Sie riss er laut Anklage an den Haaren und schlug dann mit der Faust in ihr Gesicht. Als Elena C. zu Boden ging, soll er noch wuchtig auf sie eingetreten haben – mit gebündelten Tritten, bis sie in ihrem eigenen Blut liegen blieb. Nachbarn riefen die Polizei.

Es war eine Tat, in der Danail D. seine ganze Wut über die Trennung herausließ. „Ich kam erst wieder zu mir, als Elena bewusstlos vor mir lag“, sagt er. „Ich bin kompett ausgerastet und habe die Kontrolle verloren.“ Die Schläge und Tritte gibt er über Verteidiger Klaus-Peter Knauf zu, sie seien aber „nicht zielgerichtet gewesen“. Dennoch war Elena C. schwer verletzt: Mit gebrochener Nase und Gehirnerschütterung musste sie in einer Klinik notoperiert werden. Vor Gericht muss sie nun gegen ihren Mann aussagen. Und hat panische Angst davor!

Danail D.: „Habe großes Unheil angerichtet“

„Ich habe großes Unheil angerichtet“, sagt Danail D. Ihm drohen nun mehrere Jahre Haft. Die Vergewaltigungen, die bereits im Jahr 2015 stattgefunden haben sollen, bestreitet er. Damals hatte Danail D. noch mit Frau und Kind in Neuaubing gewohnt. Das Amtsgericht belegte ihn aber mit einem Kontaktverbot, weil er mehrfach aggressiv geworden war.

Am Montag wird Richter Stephan Kirchinger Elena C. außerhalb des Gerichtssaales befragen. Dort möchte sie ihrem Mann nicht mehr begegnen.

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