Debatte im Stadtrat 

Streit ums Wachstum: Muss die Stadt München noch für sich werben?

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München ist beliebt. Muss die Stadt daher weiter werben? 

Muss die Landeshauptstadt München sich weiterhin als Wirtschaftsstandort bewerben? Diese Frage hat am Dienstag den Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft beschäftigt. Das Gremium stimmte letztlich mehrheitlich zu, dem Referat zwei zusätzliche Stellen für eben diese Werbung zu gewähren.

Es ist die Gretchenfrage: Soll Münchens Wirtschaft weiter wachsen, sollen immer mehr Arbeitsplätze geschaffen werden – trotz der Wohnungsnot, der überfüllten Straßen und eines Nahverkehrs, der vor dem Kollaps steht? Laut aktuellen Zahlen der IG Bauen-Agrar-Umwelt kamen 2018 rund 390 000 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in die Stadt. Im Jahr 2000 waren es noch 295 000 Einpendler. München ist damit weiterhin vor Frankfurt Deutschlands Pendlerstadt Nummer eins.

Brigitte Wolf (Linke) sagte: „Wir haben an allen Ecken und Enden Wachstumsschmerzen. Eine zusätzliche Werbung ist unnütz. Wenn man werben will, dann verstärkt für andere Regionen.“ Wolf empfand es als wenig sinnvoll, nun zwei zusätzliche Stellen zu schaffen, die das Wirtschaftswachstum weiter fördern.

Gabriele Neff von der FDP sah das naturgemäß anders. „Es ist doch offensichtlich, dass der Freistaat aktiv werden muss, damit sich auch in anderen Regionen Firmen ansiedeln.“ Das könne aber keine Aufgabe der Stadt sein. „Wenn wir die Chance haben, bei uns etwas zu tun, damit wir das Wirtschaftswachstum erhalten, sollten wir das tun.“ Schließlich schwebe das Damoklesschwert einer Rezession über der Stadt. „Wir werden irgendwann Einbrüche haben.“

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