Streit um zweite Stammstrecke: Spitzengespräch geplant

München - Im Streit um den milliardenschweren Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München sollen noch vor Weihnachten weitere Gespräche stattfinden.

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Im Streit um den milliardenschweren Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München will sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) noch vor Weihnachten mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) an einen Tisch setzen. Das Spitzengespräch ist nach Angaben aus Teilnehmerkreisen für diesen Mittwoch geplant. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nehme nicht daran teil. Zunächst müsse die Stadt noch Detailfragen ausarbeiten.

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Das Prestigeprojekt für die Entwicklung der boomenden Landeshauptstadt München steht seit Monaten auf der Kippe, weil sich Stadt und Freistaat um die Finanzierung streiten. Die Kosten für den Bau werden inzwischen auf 2,2 Milliarden Euro und damit auf 200 Millionen Euro mehr beziffert als ursprünglich geplant, wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Dienstag sagte und damit einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) bestätigte. “Das ist aber keine neue Zahl“, betonte sie. Es sei seit langem bekannt, dass sich die Kosten durch die längere Bauzeit nach der Olympia-Absage für München erhöht haben.

Die Stammstrecke quer durch München, auf der mehrere S-Bahnlinien fahren, gilt als die am dichtesten befahrene Bahnstrecke Europas. Deshalb soll Entlastung durch eine zweite Stammstrecke geschaffen werden. Weil bei den bisherigen Finanzierungszusagen von Bund und Freistaat für das Milliardenprojekt aber immer noch ein großes Loch klafft, hatte der Freistaat Bayern die Landeshauptstadt München um einen kommunalen “Vorfinanzierungsanteil“ in Höhe von rund 350 Millionen Euro gebeten. Das lehnte Ude strikt ab und warf dem Freistaat vor, der Stadt den Schwarzen Peter zuschieben zu wollen, falls das Projekt scheitere.

dpa

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