Bardame am Arbeitsplatz erstochen

Natallias Mörder vor Gericht: Sex vor der Tat?

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Wegen Mordverdachts muss sich der so genannte Stripclub-Mörder (46) vor dem Münchner Schwurgericht verantworten. Er soll eine Bardame getötet haben - keine 24 Stunden nach seiner Haftentlassung.

München - Wegen Mordverdachts muss sich der so genannte Stripclub-Mörder (46) nun vor dem Münchner Schwurgericht verantworten. Er soll eine Bardame getötet haben - keine 24 Stunden nach seiner Haftentlassung.

Mit ihrem Job als Bardame hatte sich Natallia G. einen Lebenstraum erfüllen wollen – mit ihrem Mann in der Ukraine ein Haus bauen und endlich Zeit haben für ihre Tochter, die jetzt 15 Jahre alt ist. Natallia wurde aber nur 35 Jahre alt: In der Nacht zum 5. März 2013 erstach sie der russische Deserteur Jurij S. (46) an ihrem Arbeitsplatz, der Striptease-Bar Kapitol in der Arnulfstraße. Wegen Mordes sitzt er jetzt vor dem Schwurgericht.

Im September 2012 waren sich Natallia und Jurij erstmals begegnet. Zwei Menschen, die abgesehen von der gemeinsamen Sprache unterschiedlicher nicht sein können. Natallia hatte ein klares Ziel: Sie wollte für ihre Familie da sein und Geld verdienen, um in der Ukraine gut leben zu können. Natallias Schwester Olga, die als Nebenklägerin auftritt, sagte nach der Tat der tz: „Sie war immer fröhlich und hat gerne gelacht – ein Sonnenschein.“

Jurij S. brachte sein Leben dagegen nie auf die Reihe. Geboren ist er in Sewerodwinsk am Weißen Meer. Erst arbeitete er in der Werft für Atom-U-Boote, später verpflichtete er sich als Berufssoldat und war zuletzt in der DDR stationiert. Nach der Wende desertierte er aus der Sowjet-Armee, flüchtete nach München. Sein weiterer Lebenslauf: Er hat getrunken, geklaut und geprügelt.

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Bardame Natallia G. verblutete im Nachtclub Kapitol am Hauptbahnhof.

Nach vielen kleineren Verurteilungen verknackte ihn das Schwurgericht am 15. November 2006 wegen versuchten Mordes zu neuneinhalb Jahren Knast. 2010 kam er für einen Alkohol-Entzug ins Bezirkskrankenhaus Haar. Mit 600 Euro kam er am 25. September 2012 frei. Das feierte er in diversen Lokalen mit viel Wodka. Dabei lernte er Natallia kennen. „Ich habe mich ein bisschen in sie verliebt“, sagte er dem psychiatrischen Gutachter Prof. Norbert Nedopil. Er wollte bei ihr einziehen. Sie machte ihm allerdings klar, dass daraus nichts werde. Er aber ließ nicht locker. In der Tatnacht kam er wieder in die Striptease-Bar. Es kam zum Streit, er attackierte sie mit einer Bierkiste. Danach flog er raus. Staatsanwalt Andreas Schmitz geht davon aus, dass er ihr in der gleichen Nacht gegen 5 Uhr auflauerte, um sie mit einem 22 Zentimeter langen Küchenmesser zu töten.

Vor Gericht schweigt der Angeklagte. Doch Prof. Nedopil gegenüber gab er zu, erneut in das Lokal gekommen zu sein: „Die Stimmung war gut, wir hatten Sex.“ Danach sei er eifersüchtig geworden, weil Natallia angeblich etwas on einem Türken erwähnte: „Ich habe ihr das Messer in den Bauch geschlagen.“ Nedopil, der dies vor Gericht vortrug, zweifelt: „Ich glaube diese Story stimmt nicht so ganz.“ Das Urteil wird für 31. Oktober erwartet.

Eberhard Unfried

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