Strom & Gas teurer: So viel müssen Sie mehr bezahlen

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Erdgas und Strom werden deutlich teurer.

München - Münchens Autofahrer freuen sich derzeit über sinkende Spritpreise. 1,168 Euro kostete am Montag das Benzin an Münchens billigster Tankstelle.

Im Sommer zahlte man noch 1,56 Euro. Auch wer derzeit zu Hause Heizöl bunkert, freut sich über eine vergleichsweise günstige Rechnung. Anders die Kunden der Münchner Stadtwerke: Ein halbes Jahr nach der letzten Preiserhöhung (um zehn Prozent!) müssen Gaskunden ab 1. Januar im Durchschnitt nochmals 14 Prozent mehr hinblättern. Auch beim Strom dreht Stadtwerke-Chef Kurt Mühlhäuser nach einer dreijährigen Pause an der Preisschraube – hier werden ab 1. Januar 13 Prozent mehr fällig. Für den Durchschnittskunden erhöht sich somit die Stromrechnung um rund 5,60 Euro pro Monat, das Gas verteuert sich für einen Durchschnittshaushalt um 16,13 Euro pro Monat.

Der Klärungsbedarf ist groß. Das zeigt allein die sechsseitige Stellungnahme der Stadtwerke zu den „Preisanpassungen“. Schuld an der Erhöhung beim Erdgas ist laut SWM die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis. „Der Ölpreis ist in der jüngsten Zeit im Zuge der Finanzkrise wieder gefallen. Das ändert aber leider nichts an der Tatsache, dass er in den Monaten zuvor von einem Hoch zum anderen gejagt ist“, so SWM-Sprecher Christian Miehling. Die Erdgas-Großhändler reichten die Preissenkungen beim Erdöl erst mit einem halben Jahr Verspätung weiter. Und darum verspricht Miehling: „Sollte der Ölpreis weiter auf einem wesentlich niedrigeren Niveau als im Sommer dieses Jahres bleiben, so wird sich dies – allerdings erst wieder mit einem zeitlichen Abstand – ebenfalls auf die Gaspreise auswirken und zu einer Senkung der SWM-Erdgaspreise im Frühjahr führen.“ Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Sollte der Ölpreis in den nächsten Wochen wieder steigen, können die SWM-Kunden vom jetzigen niedrigen Ölpreis nicht profitieren. Die Heizperiode ist dann sowieso vorbei.

Dass auch der seit drei Jahren stabile Strompreis jetzt um durchschnittlich 13 Prozent nach oben klettert, begründen die Stadtwerke mit den um 60 Prozent gestiegenen Strom-Großhandelspreisen. Die SWM allerdings kaufen den Strom nicht ein, sondern produzieren ihn selbst in ihren Kraftwerken. Dort heizen sie mit Kohle und Gas, 16 Prozent kommen aus regenerativen Energien. Zudem stammt ein Drittel des SWM-Stroms aus dem Kernkraftwerk Isar II in Ohu, das zu einem Viertel den Stadtwerken gehört. Offiziell verkaufen die SWM diesen Atom-Strom aber nicht an Privat-, sondern nur an Großkunden.

CSU-Stadtrat Marian Offman kritisiert die neue SWM-Preiswelle: „Viele Kunden hatten wegen des Öl-Preisverfalls auf sinkende Gastarife gehofft. Das Gegenteil ist der Fall. Die Stadtwerke interessiert offenbar nur das Ansteigen des Heizölpreises und nicht ein Sinken der Preiskurve.“

OB Christian Ude verteidigt die neue SWM-Preisrunde: „Die CSU ignoriert europaweite Prozesse. Die Stadtwerke geben nur die Preiserhöhungen der Großhändler weiter. Sie erhöhen den Gaspreis relativ spät, um die Preiserhöhungen abzufedern. Zum 1. April wird es wieder eine Preissenkung analog zur jetzigen Erhöhung geben.“

Johannes Welte

So können Sie Stromkosten sparen

Ein Drittel weniger Stromkosten: Mit einigen Tipps lässt sich in fast jedem Haushalt Energie sparen. „Am meisten Strom verbrauchen Kühl- und Gefrierschränke, Licht und Warmwasser“, erklärt Hanno Lang-Berens, Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern.

Der erste Schritt zum Sparen: „Man sollte sich ein Strommessgerät ausleihen und alle Elektrogeräte prüfen.“ Ist ein Wert viel höher als bei einem modernen Gerät, komme eine Neuanschaffung in Frage. „Die rechnet sich aber nicht sofort, sondern erst nach einigen Jahren.“ Vor dem Kauf sollte man in die Liste besonders sparsamer Haushaltsgeräte im Internet schauen. Generell sollte jedes Kühlgerät an einem kalten Platz stehen, also nicht direkt neben dem Herd. „Und nicht vergessen: regelmäßig die Aggregate an der Rückseite abstauben.“

Viel Einsparpotenzial bietet die Beleuchtung. Deckenfluter seien Stromfresser. „Die 300-Watt-Birne sollte man durch eine Energiesparlampe ersetzen.“ Auch jede andere Glühbirne, die mindestens ein bis zwei Stunden am Tag brennt, sollte ausgetauscht werden.

Überflüssige Kosten verursachen Geräte im Standby-Betrieb. Je zehn Euro pro Jahr verschlingen Fernseher und Stereoanlage, der Computer 18 Euro und der Boiler 30 Euro: In der Summe kommt da eine Menge zusammen. Der Experte rät: „Abschaltbare Steckerleisten verwenden und den Boiler ausschalten, wenn man nicht den ganzen Tag warmes Wasser braucht.“

mb.

Quelle: tz

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