Wer ist schuld am Stromausfall?

So langsam kommt etwas Licht ins Dunkel

München - Wie kam es zu dem Stromausfall am Donnerstag? Die Ursachenforschung schreitet nur ganz langsam voran. Zumindest ist jetzt klar, dass der Fehler im Netz der Stadtwerke lag.

Der Mega-Blackout in der Stadt: Auch einen Tag nach dem heftigen Stromausfall, der halb München am Donnerstag über eine Stunde lang lahm legte, tappten die Stadtwerke immer noch im Dunkeln. Die genaue Ursache für das Strom-Chaos ist bisher nicht bekannt.

Immerhin: Klar ist mittlerweile, dass der Fehler im Netz der Stadtwerke (SWM) lag und nicht – wie eine der Vermutungen lautete – beim Energieriesen E.ON. Wenigstens in dieser Hinsicht kommt also langsam Licht ins Dunkel. In einer Pressemitteilung der Stadtwerke heißt es: „Der bei E.ON-Netz in der Umspannanlage Isar­au aufgetretene Brand eines Spannungswandlers ist in Folge des Schadens im SWM-Netz aufgetreten. Eine Beeinflussung aus dem E.ON-Netz ist auszuschließen.“ Für E.ON ist die Sache damit abgeschlossen: „Wir möchten den Vorfall nicht weiter kommentieren.“

Dieser „Vorfall“: Es war der heftigste Münchner Stromausfall seit 1992. Am Donnerstag in der Früh um sieben hatte es eine Explosion in einem Umspannwerk in Bogenhausen gegeben.

Danach schalteten sich dann eine ganze Reihe weiterer kleinerer Umspannwerke automatisch ab: Die Hälfte des Münchner Netzes war damit ohne Strom. Bei 450 000 SWM-Kunden ging das Licht aus, U- und S-Bahnen standen zeitweise still, auch Ampeln fielen aus. Gegen acht Uhr gab es außerdem einen Brand und einen Lichtbogen an zwei größeren Umspannwerken in Unterföhring (Isarau/E.ON und Föhring/Stadtwerke).

Der Auslöser für das ganze Chaos muss erst noch gefunden werden. SWM-Sprecher Christian Miehling sagt auf tz-Anfrage: „Wir haben eine Arbeitsgruppe mit Spezialisten aus den verschiedensten Fachbereichen eingesetzt, die eine intensive Ursachenforschung betreiben. Zusätzlich ziehen wir auch externe Fachleute hinzu.“

Auch für die Politik ist der Stromausfall schon ein Thema. CSU-Stadtrat Marian Offman stellte am Freitag eine Anfrage an Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und forderte Auskunft über die konkreten Ursachen für die Unterbrechung der Stromversorgung, den Schaden und zukünftige Maßnahmen. Darauf wussten die Stadtwerke am Freitag noch keine Antwort. Miehling: „Die Untersuchungen dauern noch an.“

Hoffentlich kommt bald mehr Licht ins Dunkel…

Andreas Thieme

Hier lesen Sie zwei Mitteilungen der Stadtwerke vom Freitag im Wortlaut

- Der bei E.ON Netz in der Umspannanlage Isarau aufgetretene Brand eines Spannungswandlers ist in Folge des Schadens im SWM Netz aufgetreten. Damit liegt der Schaden im Verantwortungsbereich der SWM. Eine Beeinflussung aus dem E.ON Netz ist auszuschließen. Weitergehende Aussagen können noch nicht getroffen werden. Die Untersuchungen dauern noch an. "Die SWM bedauern, dass aus der Berichterstattung über den Stromausfall der Eindruck entstanden sein könnte, dass die Schadensursache im E.ON Netz liegt", heißt es in einer Stellungnahme der Stadtwerke.

- "Wie gestern mehrfach mitgeteilt ist die Ursache für den Stromausfall noch offen und wird untersucht. Die SWM haben daher auch keine Schuldzuweisungen vorgenommen. Auch auf der Pressekonferenz ist lediglich ausgeführt worden, dass es neben vielen anderen Möglichkeiten auch einen Fehler im E.ON-Netz oder im SWM Netz gegeben haben könnte. Die gestrige Pressemitteilung von E.ON Netz haben wir zur Kenntnis genommen, können sie aber nach jetzigem Kenntnisstand weder dementieren noch bestätigen."

Der Stromausfall am Donnerstagmorgen hatte halb München lahmgelegt.

Blackout in München: Chaos nach Stromausfall

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Rubriklistenbild: © Heichele

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