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Unterschiedliche Aussagen

Wie kam es denn nun zum Stromausfall?

München - 450.000 Münchner waren am Donnerstag vom Stromausfall betroffen. Die Bürger fragen sich: Wie kam es denn nun dazu? Es gibt unterschiedliche Aussagen.

Am Donnerstag in der Früh um kurz nach acht am E.ON-Umspannwerk in Unterföhring: ein Blitz, ein Kall, dann Flammen. Die Münchnerin Julia Bauer (30) sieht das Feuer mit eigenen Augen: „Ich habe gerade meine Kinder zum Kindergarten nach Ismaning gefahren, als plötzlich lauter Feuerwehr-Autos hinter mir auftauchten. Ein Kasten brannte, auch die Wiese stand in Flammen.“

Dieser Brand, der die Verbindung der Stadtwerke zum Strom-Netz der E.ON unterbrach: eine der Erscheinungen eines Stromausfalls, wie es ihn in München seit 1992 nicht mehr gegeben hat.

Im Hauptumspannwerk der Stadtwerke in Unterföhring, das München mit dem überregionalen Netz der Firma TenneT verbindet, legte zeitgleich zum E.ON-Brand ein Lichtbogen die zweite überregionale Stromverbindung lahm.

Im Eon-Umspannwerk Isarau in Unterföhring brannte es

Bereits eine Stunde zuvor, um 7 Uhr, war in einem kleineren Umspannwerk der Stadtwerke in der Elektrastraße (Bogenhausen) ein Kabelendverschluss explodiert. Dann schalteten sich die Hälfte der kleineren Umspannwerke in den Stadtteilen wie Dominosteine automatisch ab. Vor allem im Westen und Süden der Stadthatten 450 000 Kunden plötzlich keinen Strom mehr. Auch im Raum Moosburg und in Teilen von Feldkirchen-Westerham, wohin der Strom ebenfalls aus München kommt, gingen die Lichter aus. Um die Stadtmitte schnell wieder versorgen zu können, fuhren die Stadtwerke das Kraftwerk Süd hoch. Bis 10.20 Uhr schalteten die SWM nach und nach die Stadtteilnetze wieder frei. Beim Versuch, auch die Verbindung nach Moosburg wieder hochzufahren, gab’s den Brand und den Lichtbogen an den Umspannwerken in Unterföhring.

Bleibt die Frage nach dem eigentlichen Auslöser. Klar ist, dass es ein Problem im nordöstlichen Netz gegeben hat. Stephan Schwarz, Versorgungs-Chef der Stadtwerke, sagt: „Vermutlich ist eine Überspannung im vorgelagerten Netz die Ursache.“ Das gehört der E.ON. Doch das Unternehmen widerspricht: „Bis 8.02 Uhr waren im vorgelagerten 110-Kilovolt-Netz der E.ON Netz keinerlei Störungen oder Betriebsabweichungen zu verzeichnen.“

Johannes Welte

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