573 Studenten zum Leutnant befördert

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Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Thomas Kreuzer (CSU, r.), und der Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Stephane Beemelmans (CDU), gehen an den Offiziersanwärtern vorbei, die zu Offizieren befördert werden.

München - Das gab’s noch nie! Im Münchner Hofgarten hat Staatssekretär Stéphane Beemelmans am Freitag 573 Bundeswehr-Studenten zum Leutnant befördert.

Erstmals fand der sogenannte Beförderungsappell mitten in der Innenstadt und nicht wie sonst üblich auf dem Gelände der Universität der Bundeswehr im Süden Münchens statt. In Vertretung von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) beförderte dessen Staatssekretär Stéphane Beemelmans die Offiziersanwärter zum Leutnant oder Leutnant zur See und damit zum ersten Offizierdienstgrad.

Die Zeremonie hatte mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Theatinerkirche begonnen. Friedensaktivisten protestierten mit einer Mahnwache und einer Kundgebung gegen den Beförderungsappell. Nach Polizeiangaben nahmen bis zu etwa 60 Menschen an der Demonstration teil. Bei dem Appell im Hofgarten wurden rund 3000 Zuschauer gezählt.

Die Präsidentin der Universität der Bundeswehr, Merith Niehuss. bezeichnete den Hofgarten als würdigen Rahmen für die emotional wichtigste Beförderung innerhalb der Offizierlaufbahn. Ministerpräsident Horst Seehofer, der am Freitag von Staatskanzleichef Thomas Kreuzer (beide CSU) vertreten wurde, hatte vorab von einem „klaren öffentlichen Bekenntnis zu unseren Streitkräften“ gesprochen. Kreuzer sagte, es sei eine Ehre und Selbstverständlichkeit, für die Soldaten Flagge zu zeigen. „Wir in Bayern sind stolz auf sie.“ SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher erklärte, die Bundeswehr verdiene öffentliche Unterstützung aus Politik und Gesellschaft.

dpa

Mein Papa war auch Soldat

Für mich als Frau ist es natürlich eine Herausforderung, mich in einer Männerdomäne wie der Bundeswehr zu beweisen. Da bin ich schon ein bisschen stolz drauf. Mein Papa war auch Soldat und hat mir als Kind schon immer Geschichten erzählt. Ich bin hier an der Bundeswehr-Uni in Neubiberg sehr glücklich, auch das Studium läuft wirklich gut.

Sabrina Mandl (23) aus München studiert Wirtschafts- und Organisationswissenschaften

Ideale Kombination

In meiner Fachvertiefung Elektrotechnik sind wir nur genau zwei Studenten. Mein Kommilitone und ich teilen uns somit quasi einen Professor. Das zeigt ja eigentlich schon die Vorzüge, die ein Studium an der Bundeswehr-Uni in Neubiberg hat! Auch die Kombination aus Sport und Studium ist für mich ideal. Ich wollte schließlich nie der typische Informatiker mit gesunder Kellerblässe werden!

Julian Petery (22) aus Ismaning studiert Informatik

Sehe mich als Soldat

Die Idee an der Bundeswehr-Universität zu studieren, kam mir eigentlich erst während des Grundwehrdiensts, den ich nach dem Abitur geleistet habe. Bei der Bundeswehr hat es mir von Anfang an wirklich gut gefallen. Ich hatte einerseits einen Riesen-Spaß, habe aber auch Verantwortung übernommen. Ich sehe mich primär als Soldat. Die Kombination mit dem Studium gefällt mir gut.

Markus Zimmermann (24) aus München studiert Luft- und Raumfahrttechnik.

Ich habe mein Ziel erreicht

Dieser Beförderungsappell ist ein wichtiger Abschnitt für mich als Soldat. Ich habe das Ziel erreicht, Offizier zu werden. Diesen Wunsch hatte ich schon mit 15 Jahren. Dass der Verteidigungsminister doch nicht da ist, finde ich schade. Aber die Freude überwiegt: An der Bundeswehruni kann ich erstklassig studieren. Die Betreuung ist eine ganz andere als an zivilen Unis.

Benjamin Brauner (24) aus München studiert Elektrotechnik

Soldat oder Zivi: Was die Promis machten

Bund oder Zivildienst. Diese Frage stellt sich allen jungen Männern, sobald der Musterungsbescheid ins Haus flattert. Jetzt wurden beide Dienste auf sechs Monate verkürzt. Wir zeigen, welcher Promi Soldat war und wer als Zivi diente. © dpa
Harald Schmidt leistete seinen Zivildienst im Pfarrbüro der Kirchengemeinde Nürtingen (Baden-Württemberg). Auf die Frage, warum er nicht zum Bund gegangen sei antwortete Schmidt: Weil Zivildienstleistende nicht mit der Waffe töten dürfen, versuchen sie es mit Essen auf Rädern.  © dpa
Michael "Bully" Herbig dagegen leistete seinen Werhdienst mit der Waffe in der Hand beim Bund. © dpa
Der Terminator als Zivi? Absurde Vorstellung. Deswegen diente Arnold Schwarzenegger auch als Panzerfahrer beim österreichischen Bundesheer. Für eine Bodybuilding-Meisterschaft türmte er sogar aus seiner Kaserne. © dpa
Moderator und Musiker Götz Alsmann war ebenfalls beim Bund. Seine heutige Frisur passte aber wohl nicht unter den Helm. © dpa
Tote-Hosen-Sänger Campino war dagegen Zivi. Er leistete seinen Dienst in der Rheinischen Landesklinik für Psychiatrie in Düsseldorf. © dpa
Moderator und Promi-Versteher Reinhold Beckmann war Zivi in einer Jugendbildungseinrichtung. © dpa
Entertainer Thomas Gottschalk war weder Soldat noch Zivi. Er wurde als Halbwaise ausgemustert. © dpa
Gottschalks Kollege Günther Jauch entkam dem staatlichen Zwangsdienst aus einem ganz anderen Grund: Er lebte in Berlin - die Stadt war durch das Viermächteabkommen entmilitarisiert. West-Deutsche mit Wohnsitz im Westteil Berlins wurden nicht eingezogen. © dpa
RTL-Moderator Oliver Geissen ging dagegen zum Bund und robbte mit dem Gewehr in der Hand über den Boden. © dpa
Komiker Dirk Bach leistete seinen Zivildienst in Köln. © dpa
Unser Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) diente selbstverständlich in der Bundeswehr. Er leistete seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald. © dpa
Nationalspieler Lukas Podolski diente dem deutschen Staat als Zivi. Von April bis Dezember 2005 leistete Poldi seinen Zivildienst mit einer Sonderregelung für Spitzensportler von 15 Stunden pro Woche - und zwar im Olympia-Stützpunkt im heimatlichen Köln. © dpa
Auch Poldis Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker war Zivi. Er diente in einer geschlossenen Anstalt für Geistigbehinderte. Mertesacker: "Für mich war das ein guter Ausgleich neben dem Fußball." © dpa
Der King of Rock 'n' Roll diente als G.I. für die US-Army in Deutschland. Elvis Presley leistete seinen Wehrdienst unter anderem von 1958 bis 1960 im Panzerbatallion der 3rd Armored Division in Friedberg (Hessen). © dpa
DSDS-Gewinner Alexander Klaws wurde wegen einer Wespengift-Allergie ausgemustert. © dpa
Sat1-Moderator Kai Pflaume war Soldat. Er diente in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. © dpa
"Isch hab' gedient", kann Hape Kerkeling sein. Und zwar als Zivi. © dpa
War ebenfalls Zivildienstleistender: Schwimmstar Paul Biedermann. © dpa
RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel kennt dagegen den Drill auf dem Kasernenhof: Er war bei der Bundeswehr. © dpa
Auch Starkoch Johann Lafer war Soldat. Er diente im österreichischen Bundesheer. © dpa
Ex-Nationalspieler Marco Bode war Zivi. Nach eigenen Angaben erfuhr er im Altenheim „wahren Wert der Gesundheit und Jugend“. © dpa
Moderator Stefan Raab leistete 1986/1987 seinen Grundwehrdienst bei der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums in Köln-Wahn ab. © dpa
Komiker Hans Werner Olm entging seiner Einberufung, indem er nach West-Berlin zog: „Ich hatte keine Lust auf Bundeswehr. Und in Berlin war man davon befreit.“ © dpa
Ex-Boxweltmeister Henry Maske war Soldat in der DDR. Er brachte es sogar zum Offizier der NVA. © dpa
Im Westen diente Moderator Jürgen von der Lippe beim Bund. Und zwar in Olivgrün. Hawaii-Hemden sind im Manöver eher unpraktisch. © dpa
Schauspieler Til Schweiger leistete kurzzeitig seinen Wehrdienst beim Bund. Dann verweigerte er den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen und wurde Zivi im Krankenhaus. © dpa
Muskelmann Ralf Möller dagegen zog seinen Wehrdienst beim Bund durch. Er berichtet: "Ich habe meinen Wehrdienst bei den Pipeline-Pionieren absolviert, von 1979 bis 1981, Bataillon 840 in Wuppertal-Elberfeld." © dpa
BAP-Sänger Wolfgang Niedecken diente als Zivi. Er wurde in der Altenbetreuung und beim Essen auf Rädern in Köln eingesetzt. © dpa
Rodel-Olympiasieger Georg Hackl war Sportsoldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Bischofswiesen. Er brachte es bis zum Dienstgrad eines Stabsfeldwebels. © dpa
Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) war zwar ein guter Fußballspieler und bestimmt tauglich. er wurde aber als Sohn einer Kriegerwitwe nicht eingezogen. © dpa
Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Philipp Rösler war Sanitätsoffizier bei der Bundeswehr. © dpa
Grünen-Fraktionsvorsitzender musste nach dem Abitur zunächst zum Bund. Seine Kriegsdienstverweigerung war zunächst nicht anerkannt worden. Er klagte sich allerdings in den Zivildienst und arbeitete in einem Heim für schwer erziehbare Jungen bei Bremen. © dpa
Komiker Mike Krüger ging zum Bund. Er war Funkfernschreiber bei der Marine in Glücksburg, Flensburg sowie beim Marinefliegergeschwader 1 (MFG1) in Kropp/Jagel. © dpa
CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber sitzt auf diesem Bild zwar im Panzer. Er absolvierte seinen Grundwehrdienst aber bei der Gebirgsdivision in Mittenwald und Bad Reichenhall. © dpa
Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele diente beim Bund. Er lehnte aber die übliche Beförderung zum Gefreiten ab. © dpa
Er hatte ein Gewehr in der Hand und war ein Soldat: Komiker Bernd Stelter war in Unna-Königsborn im Nachschub-Bataillon stationiert. © dpa

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