Seniorenheime in der Landeshauptstadt

Studie zeigt: In München fehlen 7000 Pfleger

Bestehende und geplante Seniorenheime in der Landeshauptstadt.

München - In den nächsten Jahren werden in Stadt und Landkreis München rund 7000 Schwestern und Pfleger fehlen! So steht es im neuen Marktbericht Pflege.

Frau Meier möchte etwas trinken, Herr Müller will aufstehen – und jetzt klingelt noch Frau Richter, weil sie ihre Tabletten braucht. Viel Stress auf den Stationen in den Pflegeheimen – und es wird noch schlimmer: In den nächsten Jahren werden in Stadt und Landkreis München rund 7000 Schwestern und Pfleger fehlen! So steht es im neuen Marktbericht Pflege, der am Donnerstag im Rathaus vorgestellt wird. An Plätzen in Heimen wird es demnach aber nicht mangeln. Die wichtigsten Fakten:

Pflegebedürftige: Auch München wird immer älter, die Zahl der Menschen steigt, die ihren Alltag nicht mehr allein schaffen. Nach den jüngsten Zahlen bekamen 25.128 Einwohner Leistungen aus der Pflegekasse. Nur rund 6000 Bedürftige wurden im Heim versorgt. Fast 19.000 blieben in ihren vertrauten vier Wänden – und um mehr als 11.000 von ihnen kümmerten sich ausschließlich die Angehörigen. „Ältere Menschen wünschen, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben“, sagt Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD). Beim Sozialreferat sind derzeit 240 ambulante Pflegedienste registriert. Die Strategie laute: „Ambulant vor stationär“. Darum gäbe es in der Stadt auch viel weniger Heimplätze als in anderen Städten: An der Isar sind es 31 pro 1000 Senioren, in Nürnberg 61 und in Landshut sogar 89.

Pflegeheime: Wenn es die Angehörigen nicht mehr schaffen, nehmen derzeit 56 vollstationäre Einrichtungen die Senioren auf – ein Haus ist im vergangenen Jahr hinzugekommen. Neun Heime gehören dem städtischen Münchenstift, 33 den Wohlfahrtsverbänden und Kirchen und 14 sind in privater Trägerschaft. Die Zahl der Plätze stieg um 200 auf 7612. Wie die Grafik zeigt, finden sich die meisten im Süden der Stadt. Die Senioren im Norden müssen dagegen oft wegziehen. Ein Mangel in der gesamten Stadt ist nicht zu befürchten: Schon jetzt sind zehn neue Häuser mit 1200 Plätzen geplant.

Belegung: Dabei gehen die Zahlen zurück. Waren 2010 noch mehr als 95 Prozent aller Betten belegt, sind es wegen des Zuwachses aktuell noch 90 Prozent. Sozialreferentin Meier: „Darüber hinaus kann als weiterer Grund Personalmangel in Betracht kommen.“

Pflegenotstand: Wenn nicht genug Fachleute auf der Station arbeiten, dürfen nicht alle Plätze belegt werden. Das wird sich noch verschärfen. Derzeit arbeiten jeweils rund 5000 Pfleger in Heimen und bei Pflegediensten. Die Sozialreferentin warnt: Laut Bertelsmann-Stiftung werden schon 2030 rund 4240 Pfleger in der Stadt und 2460 im Landkreis fehlen!

David Costanzo

auch interessant

Meistgelesen

Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
„Es ist brutal“: Kunde fotografiert Mäuse in Münchner Burger King
„Es ist brutal“: Kunde fotografiert Mäuse in Münchner Burger King

Kommentare