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Neue Studie vergleicht ältere Generation

Job, Geld, Gesundheit: So leben Münchens Senioren

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Auch im hohen Alter lässt es sich gut leben: Münchner Senioren haben mehr Geld zur Verfügung als noch vor einigen Jahren.

München - Auch im Rentenalter verdienen sich viele Menschen noch Geld dazu. Entsprechend mehr haben sie zur Verfügung. Das ist nur ein Ergebnis einer neuen Senioren-Studie.

Arm, krank und einsam - Rentner haben in der teuren Großstadt München oft zu kämpfen. Aber: Eine Mehrheit der älteren Menschen in Deutschland blickt nach einer neuen Studie im Auftrag der Generali-Versicherungen zufrieden auf das eigene Leben und sieht auch die persönliche wirtschaftliche Lage positiv. Den Bayern geht es demnach sogar besonders gut! Zwischen den sozialen Schichten und Regionen gibt es bei den 4100 Befragten zwischen 65 und 85 Jahren erhebliche Unterschiede. Hier die Ergebnisse:

Zufriedenheit: Eine deutliche Mehrheit (85 Prozent) ist mit ihrem Leben zufrieden. Nur jeder Zehnte zeigt sich wenig, jeder Hundertste gar nicht zufrieden. Am zufriedensten sind Senioren in Schleswig-Holstein, gleich danach folgen die Bayern. Am unzufriedensten sind die Bewohner Mecklenburg-Vorpommerns.

Geld: Die wirtschaftliche Lage ist insgesamt noch besser als bei der ersten Befragung 2012. Senioren haben im Schnitt 628 Euro im Monat frei zur Verfügung - rund 100 Euro mehr als vor vier Jahren. Auch hier sind die Bayern ganz vorne: Sie haben durchschnittlich 705 Euro zum Ausgeben, den Berlinern als Schlusslicht dagegen bleiben nur 452 Euro. Vielleicht liegt’s daran, dass Bayern öfter länger arbeiten?!

Job: Insgesamt arbeiten mehr Menschen länger als früher. 2012 waren es elf Prozent der Befragten, 2015 stieg dieser Wert auf 15 Prozent. In Bayern arbeiten sogar 19 Prozent im Alter, etwa 15 Stunden in der Woche - und damit zweieinhalb Stunden mehr als die Berliner! Im Durchschnitt arbeiten Senioren rund 14 Stunden in der Woche.

Gesundheit: Die meisten fühlen sich sieben bis acht Jahre jünger als sie sind, Paare fühlen sich generell gesünder als Singles. Fast die Hälfte der Senioren treibt Sport. Vor zehn Jahren war es weniger als ein Drittel. Rund die Hälfte der Gutsituierten fühlt sich fit, bei den Einkommensschwachen ist es nur ein Viertel.

Soziales Netz: Nur jeder Hundertste sagt, dass er sich an niemanden wenden kann. Drei Viertel können sich auf ihre Kinder verlassen, zwei Drittel auf den Partner und rund die Hälfte auf Freunde. Zwei Drittel leben in Partnerschaften, 69 Prozent haben einen festen Freundeskreis.

Ehrenamt: Wer im Ruhestand ist, legt nicht die Hände in den Schoss. Rund 40 Prozent engagieren sich ehrenamtlich. Die Bayern und die Brandenburger sind besonderes sozial: Hier engagieren sich sogar 51 Prozent!

Mobilität: Mehr als die Hälfte ist mit dem eigenen Auto unterwegs. Bei den 65- bis 69-Jährigen sind das doppelt so viele wie 1985.

Nina Bautz, Sarah Brenner

Das sagen die Senioren selbst

„Klar ist es für viele Senioren finanziell heutzutage nicht leicht - gerade bei den Münchner Mieten. Aber ich habe Glück mit meinen Vermietern und verdiene mir halbtags noch etwas im Trödelladen Rumpelkammer dazu. Das bereitet mir auch Freude, weil das mein Metier ist. Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben. Ich schwimme und fahre Mountainbike, drei Mal die Woche. Und ich gehe zu Vorsorgeuntersuchungen. Später könnte ich es mir in einer Alters-WG vorstellen…“

Rainer Menne (70), Kunst­historiker, Isarvorstadt

„Ich bin ein kleiner Löwe, eine Kämpferin – wie mein Sternzeichen. Mittlerweile habe ich zwei künstliche Knie, eine neue Hüfte, und mein Herz mag auch nimmer so richtig. Irgendwann ist halt einfach alles alt. Aber ich mache trotzdem noch alles selber – und der Kopf stimmt auch noch: Ich lerne Gedichte auswendig, jeden Monat eins. Das Einzige, was mir im Alltag fehlt, ist mein verstorbener Mann.“

Irmgard W. (85), ehemalige Hauswirtschaftslehrerin, München

„Mein Terminplan im Handy ist immer voll: Ich bin im Schützenverein, singe im Chor, mache einen Englischkurs, bin in einer Kegelgruppe und engagiere mich in der Alten- und Behindertenbetreuung. Ich bin auch im Fitnessstudio. Seit meiner Scheidung lebe ich allein, ich bin aber zufrieden mit ­meinem Leben. Es ist wichtig, im Alter nicht allein zu sein! Mit den kleinen Wehwehchen muss man halt ­leben. Und wenn ich mal ­dement bin, ist es mir eh wurscht, wenn ich ins ­Altersheim muss…“

Roswitha Baumann (69), Rentnerin aus Sauerlach

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