Die Gestrandeten

44 Stunden Streik! Der tz-Report vom Hauptbahnhof

München - Am Hauptbahnhof war’s am Mittwoch ungewöhnlich leer. Die Münchner wussten, dass gestreikt wird, viele stiegen aufs Auto um.

In Bayern fuhren nur 244 anstatt der geplanten 804 Züge im Fernverkehr, im Regionalverkehr waren nur die Hälfte der Züge unterwegs. Auch S-Bahnpendler mussten geduldig sein, denn die Bahnen fuhren nur im Stundentakt statt alle 20 Minuten. Doch das befürchtete Chaos blieb aus, die Münchner waren gut informiert.

Lokführer streiken noch bis 21 Uhr

Die Lokführer wollen noch bis heute Abend um 21 Uhr im Ausstand bleiben – insgesamt 44 Stunden! Mit dem Streik will die Gewerkschaft GDL weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen. Sie hatte die Verhandlungen am Freitag nach 16 Runden ein weiteres Mal für gescheitert erklärt.

Wer wissen möchte, ob sein Zug fährt, kann sich unter der kostenlosen Nummer 08000 99 66 33 oder unter www.bahn.de/streik informieren.

Der Streik-Mittwoch im Ticker zum Nachlesen.

Leere Züge

Julia Blasczyk (22), Stewardess aus Wien: Ich arbeite bei der österreichischen Bahn und dachte, dass es voll wird bei uns. Aber es gab kaum Fahrgäste.

Fernbus

Alexander Herb (25), ­Salesmanager aus Weilheim: Nach Fehmarn schaffe ich es nicht mehr, ich muss wohl in Hamburg schlafen. Weil nicht klar ist, ob der Zug kommt, habe ich einen Fernbus gebucht.

Weiter im Auto

Andrea Bozinatzke (51), Sekretärin aus Greifswald: Ich muss nach Greifswald und bin 2,5 Stunden zu spät. Von Hamburg müssen uns Freunde mit dem Auto abholen.

Auf Europareise

Namgil Gang (27), Koch aus Südkorea: Ich reise durch Europa und habe gestern vom Streik gehört. Jetzt will weiter nach Paris, bin aber schon vier Stunden zu spät.

Einmal pünktlich

Florian Hendlmeier (22), Student aus Mering: In Mering verspäten sich die Züge ständig. Heute ist jeder zweite Zug gefahren, dafür pünktlich und es war nix los.

Umgebucht

Clara Aibe (32) und Celine (5) aus Paderborn: Wir haben umgebucht, doch müssen jetzt zweimal umsteigen. Bisher ist nicht klar, ob die Anschlusszüge fahren.

Volle Züge

Udo Kittner (55), Transfer-Fahrer aus Frankfurt: Ich habe mich gestern von Frankfurt nach München gekämpft. Die Züge waren brechend voll.

Handicap

Carmen Hauser (43), Sozialpädagogin, Hamburg: Ich reise mit einer Schwerbehinderten, die einen Extraplatz im Zug braucht. Die Umbuchung hat ewig gedauert.

Mein Zug fällt aus

Alex Claessen (19), Studentin aus Kalifornien: Ich will nach Berlin, doch ich spreche kaum Deutsch. Deshalb weiß ich nicht, wann mein nächster Zug fährt. Ich weiß nur, dass mein ursprünglicher Zug ausgefallen ist.

Rubriklistenbild: © dpa

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