Stundenlang in Vereinsheim vergewaltigt

Der Angeklagte Abdolabbas K. bestreitet die Tat trotz der erheblichen Verletzungen des Opfers. foto: ebu

München - Der 69 Jahre alte Abdolabbas K. soll eine Frau in eine Vereinsgaststätte an der Gollierstraße im Westend gezerrt und dort mehrfach vergewaltigt haben. Nach sieben Stunden gelang der damals 38-Jährigen die Flucht. Vor Gericht spricht der Mann von einvernehmlichem Sex.

Maria M. (Name geändert) schildert der Polizei am 13. März vergangenen Jahres ein unvorstellbar grausames Martyrium: Ein älterer Mann habe sie nach einem Kneipenbesuch am frühen Samstagmorgen auf der Gollierstraße gepackt und sie mit Gewalt in eine irakische Vereinsgaststätte gezerrt. Dort habe er sie sieben Stunden lang festgehalten und in dieser Zeit immer wieder brutal vergewaltigt. Mit Faustschlägen ins Gesicht und auf den gesamten Körper habe er sie gefügig gemacht. Erst als der Mann gegen 7 Uhr eingeschlafen sei, habe sie fliehen können.

Prellungen im Gesicht, am Hals und Oberkörper sowie schwere Verletzungen im Vaginalbereich zeugen davon, wie massiv Abdolabbas K., den die Polizei am Tattag im Lokal festgenommen hat, vorgegangen sein muss.

Doch der Angeklagte schildert vor Gericht eine gänzlich andere Geschichte: Maria M. habe seine Einladung angenommen, gemeinsam in der Gaststätte des Vereins, dessen Vorsitzender er gewesen sei, Schach zu spielen. Plötzlich habe die Frau ihm eine Figur ins Gesicht geschlagen. „Meine Zähne haben gewackelt“, sagt er. Daraufhin habe er, das gibt er zu, zurückgeschlagen.

Von einer Vergewaltigung aber will Abdolabbas K. nichts wissen. Er habe in dem Vereinslokal and er Gollierstraße, das inzwischen nicht mehr existiert, mit Maria M. einvernehmlichen Sex gehabt. „Sie lag schon nackt auf der Matratze im Hinterzimmer“, erklärte der Angeklagte. „Da habe ich mich ausgezogen und mich zu ihr gelegt.“

Abdolabbas K. steht nicht zum ersten Mal vor Gericht. Mehrfach soll er bereits wegen Gewalt- und Sexualstraftaten aufgefallen sein, was vor Gericht in den kommenden Prozesstagen noch ein wichtiges Thema sein wird. Nach seinen bisherigen Beziehungen gefragt, antwortete der Angeklagte: „Ich hatte viele Beziehungen zu Frauen, aber das ging nur so bis 65 Jahre.“ Mehr sagt er dazu nicht.

Abdolabbas K. ist im Irak aufgewachsen, lebte später im Irak und in Dubai. Sein Handel mit Fahrzeugen brachte ihn in den 80er-Jahren nach Deutschland. Zunächst verkaufte er von München aus Autos nach Kuweit. Als sich die politische Lage in dem arabischen Emirat änderte, habe er sich hier einen Job als Arbeiter gesucht. Inzwischen ist Abdolabbas K. Rentner.

von Bettina Link

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