Parks und Friedhöfe geschlossen

Sturm-Schäden: Hier gibt es noch Behinderungen

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München - Orkan Niklas und seine  Folgen: Es wird noch Wochen dauern, bis wieder überall Normalität eingekehrt ist. Die tz zeigt, wo man noch weit weg davon entfernt ist.

Eine Woche ist es her, dass Orkan Niklas mit Böen von bis zu 192 Stundenkilometern über Bayern und seine Nachbarländer hinwegfegte. Elf Menschen kamen dabei ums Leben. Dass die Lebensgefahr noch nicht vorüber ist, zeigt der Fall eines Österreichers, der an Ostern in Burghausen von einem Baum erschlagen wurde. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände warnt bis auf weiteres vor Waldspaziergängen. Noch immer könnten lockere Äste zu Boden stürzen. Auch im Raum München sind die Aufräumarbeiten noch längst nicht beendet.

In den städtischen Grünanlagen liegen noch umgestürzte Bäume. Die Friedhöfe sind zum Teil noch gesperrt. Die Bahn arbeitete immer noch an der Behebung der Schäden. Viele Hausbesitzer müssen ihre Dächer reparieren. Immerhin: Alle Haushalte im Raum Weilheim sind wieder alle angeschlossen. Und auch die Zugspitzbahn, an der umgestürzte Bäume eine Oberleitung beschädigt hatten, fährt wieder wie gewohnt. Dennoch wird es noch Wochen dauern, bis wieder überall Normalität eingekehrt ist. Die tz zeigt, wo man noch weit weg davon entfernt ist.

Frankfurter Ring: Boxer ohne Dach

Bei der Boxfabrik am Frankfurter Ring hatte Niklas wie bei einer Sardinendose das Blechdach aufgerollt und weggeblasen. „Wir haben das Dach jetzt mit einer Konstruktion aus Folien und Brettern provisorisch ersetzt“, berichtet der Betreiber der Einrichtung, Roland Suttner. „Das ist aber nicht weiter tragisch – wir sind es eh gewohnt, dass es durch das Dach tropft. Das macht den Boxern nichts aus.“ Die Reparatur würde wohl Zehntausende Euro kosten. Suttner: „Wir sind nur Mieter. Was der Eigentümer vorhat, weiß ich nicht.“

Isar und Pullach: Hunderte Bäume gefällt

Ob an der Isar, an der Hochleite zwischen München und Pullach, in den Schlossparks und im Englischen Garten: Überall hat Sturmtief Niklas zugeschlagen. Allein im Südpark in Sendling wurden über 100 Bäume geknickt, berichtet Dagmar Rümenapf vom Baureferat. „Alles, was Arme und Beine hat, ist in den Grünanlagen unterwegs, berichtet sie. Zu den gefällten Bäumen kämen oft Kronen, die abgeknickt und noch nicht zu Boden gefallen sind. „Das kann noch Wochen dauern, bis alle Schäden behoben sind.“ Bei der Schlössverwaltung berichtet man davon, dass man zwar die Wege bis zum Osterwochenende gesichert habe. „Wir müssen aber jenseits der Wege noch immense Sturmschäden beseitigen“, heißt es weiter.

Wolfratshausen: Oberleitungen der Bahn noch kaputt

Die Bahn arbeitet noch daran, die letzten vom Sturm gekappten Oberleitungen zu reparieren. Zwischen Altomünster und Dachau sowie zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth fuhren gestern noch Ersatzbusse. Auch auf der Außerfernbahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte müssen noch Schäden behoben werden. Das gilt auch für die Strecke Tutzing-Kochel. „Wir arbeiten nach der Priorität. Erst kamen die wichtigen S-Bahnstrecken dran, dann werden die abgelegeneren Regionalverkehrstrecken gerichtet“, heißt es bei der Bahn.

Ostfriedhof: Entsetzen am Grab

Viele Angehörige waren an Ostern entsetzt, als sie am Ostfriedhof die Gräber ihrer Lieben besuchten: Dort hatte Niklas ebenfalls Dutzende alter Bäume geknickt. Grabsteine wurde getroffen, Beete zerrissen. Am Schlimmsten: Auch Knochen von Verstorbenen wurden ans Tageslicht befördert. Der Friedhof wurde gesperrt. Am Dienstag hieß es bei der Friedhofsverwaltung, dass der Waldfriedhof, der Waldfriedhof in Solln, der Alte Südliche Friedhof und der Ostfriedhof bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Die Mitarbeiter seien bemüht, die Schäden so schnellstens zu beheben.

J. Welte

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