In Drogenersatzpraxis

Wachmann (26) feuert auf Patient (40)

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Ein Großaufgebot an Polizei , Rettungsdienst und Feuerwehr wartete vor der Einrichtung.

Neuperlach - Dramatischer Zwischenfall in einem Ärztehaus am Peschelanger: Ein Sicherheitsmann (26) hat Samstagfrüh seine Gaspistole gezogen und aus zwei Metern auf einen Patienten (40) gefeuert!

Die Neuperlacher Praxis hat keine ganz einfachen Patienten. Viele sind drogenabhängig – und werden hier mit Ersatzdrogen therapiert. Manchem geht das nicht schnell genug: Bereits im November 2011 musste das SEK anrücken, um einen 51-Jährigen zu stoppen, der sich mit einer Pistole Zugang zum Sprechzimmer verschaffen wollte (siehe unten). Inzwischen sichert ein Wachdienst die Praxis.

Angestellter zückt Gaspistole in Drogenersatzpraxis

Angestellter zückt Gaspistole in Drogenersatzpraxis

Es war gegen 9.55 Uhr, als am Samstag Polizei und Feuerwehr alarmiert wurden. Wie die Ermittlungen ergaben, warteten zu diesem Zeitpunkt rund 15 Patienten im Treppenhaus des Ärztegebäudes auf ihre Versorgung. Unter ihnen auch der alkohol-abhängige Mann, der – vollkommen nüchtern – wegen eines Alkoholtests gekommen war. Warum er plötzlich mit dem Wachmann in Streit geriet, ist noch völlig unklar. Fakt ist aber, dass die Situation so eskalierte, dass sich der 26-Jährige bedroht fühlte, seine Waffe zog und feuerte. Doch damit nicht genug: Der durch das Reizgas in den Augen verletzte Patient und der Wachmann gerieten heftig aneinander. Die Folgen: Der 40-Jährige erlitt eine Platzwunde und Abschürfungen, der Sicherheitsmann etliche Kratzer.

Eingreifen mussten Feuerwehr und Polizei aber nicht mehr. Denn beide wurden bereits in der Praxis versorgt, als die Beamten eintrafen. Behandelt werden mussten auch andere Patienten, die von dem Reizgas ebenfalls verletzt worden waren.

Der Internist (50), der die Praxis führt, wollte sich auf Anfrage der tz am Sonntag nicht zu dem Vorfall äußern. Es sei auch so schon schwierig genug, Personal zu finden, meinte er nur.

Die Polizei hat in der Sache wegen gefährlicher Körperverletzung die Ermittlungen aufgenommen.

Im November tickte hier ein Drogenkranker aus

Die Praxis im 4. Stock des Ärztehauses in Neuperlach wurde am Samstag nicht zum ersten Mal zum Tatort: Bereits im November 2011 alarmierte der Arzt die Polizei. Die ging damals von einer Geiselnahme aus und forderte sogar das Spezialeinsatzkommando (SEK) an. Ein 51-jähriger Drogensüchtiger war ausgetickt. Glücklicherweise gelang es dem Mann aber nicht, den Internisten, dessen Helferinnen oder andere Patienten in seine Gewalt zu bringen. Der Arzt (damals 49), konnte sich schließlich aufs Dach eines Parkhauses retten. Von dort barg ihn schließlich die Feuerwehr per Drehleiter. Bis auf eine Patientin, die sich im Sprechzimmer einschließen konnte, gelang allen anderen die Flucht. Der bewaffnete Täter, der offensichtlich dringend Methadon benötigte, wurde nach zwei Stunden vom SEK überwältigt.

WdP

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