Heimat ist unser Geschäft

Die frechen Sprüche zweier Münchner Mode-Labels

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Diese Jungs stecken hinter Suck My Shirt: Markus Mundl, Markus Steber, Ümit Uysaler und Alex Kral (v.l.).

München - Pariser Prêt-à-Porter war gestern, Bavarian-Lifestyle-Mode ist gerade in der Landeshauptstadt angesagt! Die Münchner Mode-Labels Suck My Shirt und IVXO mischen die Branche kräftig auf!

Ihre Geschäftsidee: mit Heimatverbundenheit und Dialekt ein neues Modebewusstsein schaffen. Egal ob selbst designte T-Shirts, Pullover oder Caps – alles wird mit frechen bairischen Schriftzügen bedruckt. Die tz hat die Macher von Suck My Shirt und IVXO besucht und über das Geschäft mit der Heimat gesprochen.

Suck My Shirt

Minga Null 89 ist in fetten Buchstaben auf den T-Shirts und Pullovern zu lesen, die von der vierköpfigen Truppe von Suck My Shirt (skmst) designt werden. Die Schriftzüge Heimatliebe und Servuzzz gibt es ebenfalls im Textil-Sortiment. Mit solchen Designs wollen Markus Mundl (25), Markus Steber (27), Ümit Uysaler (27) und Alex Kral (27) ihrer Liebe zur Heimat und insbesondere zur Stadt München Ausdruck verleihen. Mit einer Crowd-Funding Kampagne starteten die vier Freunde Anfang 2014 ihr Projekt. Ein voller Erfolg: Innerhalb von 30 Tagen wurden Shirts im Wert von 15 000 Euro vorbestellt. – Das zweit erfolgreichste Crowdfunding in ganz Deutschland in diesem Jahr. Die Zahlen in Facebook (13 290 Fans) und Instagram (14 100 Follower) bestätigen die Beliebtheit von skmst. „Wir suchen die Stoffe aus, legen auch die Schnitte fest und können so alles selber machen. Es kommt ja auch auf die Qualität an und nicht nur, was auf den Klamotten zu lesen ist“, erklärt Alex Kral. Für ihn und seine Partner ist Heimat ein Gefühl, das keinem Trend unterliegt, sondern immer da ist: „Wenn ich nach München komme, fühle ich mich gut. Ob es irgendwann noch cool ist, diese Heimatliebe auf einem Shirt zu tragen, das ist eine andere Sache.“ Doch bis es so weit ist, geht der Erfolg von skmst weiter …

IVXO

Christoph Forstner mag freche Sprüche.

„Schmusen warad jetz schee“ oder „Sie war doch so schee brav wias no gloa war“ – nur eine kleine Auswahl an bairischen Sprüchen, die auf seinen T-Shirts und Pullover zu lesen sind: Christoph Forstner (23) aus Dachau ­designt unter seinem Label IVXO Kleidung mit seiner 20-jährigen Schwester Laura. Aus Langeweile in der Berufsschule entstand die Idee, bairische Sprüche auf modische Shirts drucken zu lassen. Inspiration für seine frechen Schriftzüge holt sich Forstner am Stammtisch seines Vaters oder bei Ausflügen mit dem Burschenverein. Wenn ihm ein neuer Spruch eingefallen ist, postet er ihn auf Facebook. Erst wenn viele seiner mehr als 5000 Facebook-Fans und Instagram-Follower den Spruch liken, wird er gedruckt. „Als ich Anfang 2012 mit meiner Idee begonne habe, konnte ich mir davon ein paar Schachteln Zigaretten kaufen. Jetzt habe ich damit einen guten Nebenverdienst“, erzählt Forstner. Der BWL-Student ist davon überzeugt, dass sich seine Shirts so gut verkaufen, weil Dialekt und Brauchtum einfach im Trend liegen: „Bairisch ist einfach etwas Besonderes und gleichzeitig auch authentisch.“

Manuel Bonke

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