Sohn gilt als tatverdächtig

Ehepaar in Südtirol verschwunden: In München lebende Tochter äußert Verdacht - Offenbar Leiche in Fluss entdeckt

Laura P. und Peter N. stehen vor einer Wand und schauen glücklich in die Kamera.
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Von ihnen fehlt jede Spur: Wurden Laura P. und Peter N. von ihrem Sohn Benno ermordet?

Ein Ehepaar verschwindet spurlos. Die in München lebende Tochter schaltet die Polizei ein, nun haben Ermittler eine Leiche gefunden.

  • Laura P. und Peter N. (beide 68) werden seit dem 4. Januar vermisst.
  • Nun stießen Südtiroler Ermittler auf einen Leichnam.
  • Der Sohn des Paares gilt als tatverdächtig.

Update vom 6. Februar, 18.38 Uhr: Bestätigt sich die tragische Vermutung nun? Bei einer Suchaktion im Fluss Etsch haben italienische Polizeibeamte heute morgen den Leichnam einer Frau entdeckt. Der Flusspegel war dafür eigens gesenkt worden. Das Portal stol.it berichtet über den Einsatz.

Möglicherweise könnte es sich um die vermisste Laura P. handeln. An einem Brückengeländer an der Etsch hatten Ermittler zuvor Blutspuren ihres ebenfalls verschwundenen Ehemanns entdeckt. Die Polizei vermutet, dass der tatverdächtige Sohn (30) dort die Leichen seiner Eltern ins Wasser geworfen hat.

Benno N. war am 28. Januar verhaftet worden (siehe Ursprungsmeldung); innerhalb der Familie soll es immer wieder zu Streitigkeiten gekommen sein. Der festgenommene Sohn sei immer wieder aggressiv aufgetreten, berichtet ein Freund.

Aktuell laufen Untersuchungen des sichergestellten Leichnams. (lks)

Ehepaar in Südtirol verschwunden: In München lebende Tochter hat schlimmen Verdacht?

München - Es ist ein schrecklicher Verdacht: Ein junger Südtiroler soll in Bozen seine Eltern umgebracht und die Leichen verschwinden lassen haben. Seine in München* lebende Schwester brachte die Mordermittlungen ins Rollen.

Die Medizinerin Madé N. (26), die in München eine Facharztausbildung absolviert, hat ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern Laura P. (68) und Peter N. (68), die mit ihrem Bruder Benno (30) in einem Mehrfamilienhaus leben. Eltern und Tochter haben regelmäßig WhatsApp*-Kontakt. Als diese sich am 4. Januar seit 20 Stunden nicht gemeldet haben, verständigt sie die Polizei.

Ehepaar verschwunden: Blutspuren lassen Gewalttat vermuten

Zunächst geht man von einem Unfall aus. Das Paar könnte bei einem Spaziergang in die Talfer gestürzt und ertrunken sein. Blutspuren im Auto der Eltern sowie an der Etschbrücke in Pfatten südlich von Bozen, die Medienberichten zufolge dem Vater zugeordnet werden konnten, legen den Verdacht einer Gewalttat nahe.

Bald kommt der Sohn, der die Eltern nicht als vermisst gemeldet hatte, ins Fadenkreuz der Ermittler. Benno N. war der Letzte, der seine Eltern in der Wohnung in der Bozner Runkelsteiner Straße gesehen hat.

Ehepaar verschwunden: Tatverdächtiger Sohn liefert ein lückenhaftes Alibi

Es gibt Ungereimtheiten in seinen Aussagen. Benno N. soll am Abend des 4. Januar gegen 22.15 Uhr bei seiner Freundin Martina A. in Auer südlich von Bozen angekommen sein, wo er die Nacht verbrachte. Auf seiner Fahrt mit dem Auto seiner Eltern dorthin fehlen aber 40 Minuten. Diese will er an einem Fischerteich verbracht haben. Die Ermittler bezweifeln das.

In der Nacht auf Freitag wird Benno N., der von Südtiroler Medien als „psychisch sehr labil und impulsiv“ beschrieben wird, festgenommen, laut Leitendem Oberstaatsanwalt Giancarlo Bramante „aufgrund von neuen Ermittlungserkenntnissen als Tatverdächtiger wegen zweifacher vorsätzlicher Tötung und Verbergens der Leichen“ von Peter N. und Laura P. Taucher suchen seit Tagen in der eiskalten Etsch nach den Toten - bislang ohne Erfolg.

Tochter Madé N. ist verzweifelt: „Es schmerzt mich sehr, mir vorzustellen, mit 26 Jahren meine Mutter und meinen Vater verloren zu haben - zu einem Zeitpunkt, an dem ich mit ihnen tagtäglich mein Leben teilte. Ich will die ganze Wahrheit wissen, was an jenem Abend passiert ist - egal, was dabei herauskommt“, erklärte sie der Zeitung Alto Adige. (Johannes Welte) *tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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