Süße Sammy (7): München ist ihre letzte Hoffnung

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Professor Rüdiger Lange wird das kleine Mädchen am Montag operieren.

München - Einmal mit ihren Freunden zu Fuß zur Schule gehen: Das ist der größte Wunsch von Sammy (7). Doch die kleine Afrikanerin ist schwerkrank. Ihr Herz ist zu schwach. Jetzt hofft die Kleine auf Hilfe in München.

Sie kann nicht weit laufen, nicht mit ihrer kleinen Schwester Delali (3) im Sand toben. Nur eine Operation kann das todkranke Mädchen aus Malawi retten. Jetzt wird sie im Deutschen Herzzentrum in München operiert – ihre letzte Hoffnung.

Seit Donnerstag liegt Sammy, die eigentlich Sahmeafa heißt, auf der Kinderstation im Deutschen Herzzentrum. Klinikdirektor und Chirurg Rüdiger Lange lernte das kranke Mädchen persönlich im vergangenen Jahr bei einer Reise durch Afrika kennen: „Mir war sofort klar, dass wir ihr in Deutschland helfen können“, erklärt der Chirurg. Mit Spendengeldern organisierte er die Reise und Operation. Vor drei Tagen war es soweit: Sammy flog gemeinsam mit ihrem Papa Peter (36) nach München, Montagmorgen steht die OP an. Der Eingriff ist ihre letzte Chance – ohne hätte sie nur noch etwa drei Jahre zu leben.

Sammy leidet an einer angeborenen Herzverengung, durch ihre linke Herzkammer fließt das Blut nur schwer ab. „Ihr Herz muss irrsinnig pumpen, um den Körper zu versorgen. Das ist ein riesiger Kraftakt“, sagt Lange. Schon die kleinste Belastung strengt Sammy enorm an, sie bekommt keine Luft mehr und ihr wird schwarz vor Augen. „Die Symptome werden immer schlimmer, je älter das Mädchen wird“, berichtet Lange. „Ohne OP würde sie spätestens in ein paar Jahren an Herzrhythmusstörungen sterben.“

Die Kosten für die Operation und den Krankenhausaufenthalt übernimmt das Herzzentrum. Klinikdirektor Lange wird den dreistündigen Eingriff mit zwei Kollegen durchführen. „Wir schälen die Ausflussbahn aus und schneiden das vernarbte Gewebe weg, damit das Blut wieder ungehindert ablaufen kann“, erklärt der Chirurg. Für den Spezialisten ein Routine-Eingriff: „Danach ist die Kleine wieder ganz gesund. Nur eine Narbe an der Brust wird sie an ihr krankes Herz erinnern.“

Sammy mit ihrem Papa, der sie nach München begleitet hat.

In ihrem Heimatland hätte Sammy keine Chance – in Malawi gibt es keinen Herzspezialisten. Das in Südostafrika gelegene Land ist geprägt von Armut, Leid und Krankheiten. Auch Sammys Familie lebt in spärlichen Verhältnissen in der Nähe der Kleinstadt Blantyre im Süden Malawis. Sammys Vater Peter verdient als Postbote umgerechnet 90 Euro im Monat – damit muss er seine Frau Funny (30), seine Töchter, seine beiden jüngeren Brüder und seinen blinden Vater über die Runden kriegen. Sammys Operation in Deutschland hätte der zweifache Vater niemals bezahlen können. Nun ist der 36-Jährige froh, dass seiner Tochter hier geholfen wird: „Wir sind überglücklich, dass wir hier sein dürfen.“

 

Christina Schmelzer

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