17 Millionen Euro

Sultan aus dem Oman spendet für Kinderklinik

+
Qabus bin Said al-Said, der Sultan von Oman.  Foto: dpa

München - Für den Sultan von Oman ist es eher Kleingeld, ungewöhnlich ist diese Großspende dennoch. 17 Millionen Euro hat Sultan Qabus bin Said al-Said dem LMU-Klinikum München überwiesen – für den Bau des „Neuen Hauner“ am Campus Großhadern.

Damit hat die Klinik nun genug Eigenmittel für das hochmoderne Klinikum für Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin zusammen.

Die Spende ist ein Befreiungsschlag. Denn der Freistaat übernimmt nur 125 der 145 Millionen Euro Baukosten für die Kinderklinik, die das alte Haunersche Kinderspital am Goetheplatz ersetzen wird. 20 Millionen, so der Auftrag des Freistaats, müsse das Klinikum selber auftreiben. Trotz intensivster Bemühungen fehlten zuletzt aber noch 17 Millionen Euro. Diese Lücke hat der Sultan nun geschlossen.

Qabus bin Said al-Said, 74, herrscht seit 1970 im Drei-Millionen-Einwohner-Staat Oman. Bayern ist ihm nicht fremd. In Garmisch-Partenkirchen hat er ein Anwesen, zudem lässt er sich – wie viele vermögende Araber – bevorzugt in Bayern behandeln. Sein privates Vermögen wird auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt. Sein Regime gilt als vergleichsweise liberal, Medizin und Bildung sind ein wichtiges Thema für ihn.

„Es gibt schon längere Zeit Kontakte zwischen dem Klinikum der Universität München und dem Sultanat Oman“, erklärte Klinikum-Sprecher Philipp Kressirer auf Anfrage. „Dabei geht es vor allem um die Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Ärzten und beim Ausbau des Gesundheitswesens im Oman.“ In diesem Zusammenhang habe das LMU-Klinikum auch die Planungen für die neue Klinik vorgestellt. „Das Projekt Neues Hauner, ein innovatives, universitäres Zentrum für Geburts-, Kinder- und Jugendmedizin, hat den Sultan begeistert“, sagt Kressirer. „Die Regierung des Sultanats unterstützt dieses Projekt in herausragender Weise.“

2022 soll das „Neue Hauner“ fertig sein, der Architektenwettbewerb ist in Vorbereitung. Auch die Geburtsklinik an der Maistraße wird dann dorthin umziehen. Entstehen sollen neben modernen medizinischen und therapeutischen Angeboten auch Räume für Familien sowie Spiel- und Freizeitmöglichkeiten, damit sich chronisch kranke Kinder im „Neuen Hauner“ ein kleines Stück Zuhause fühlen können.

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare