Polizist André Mückenberger

Superheld in Uniform bekommt Rettungsmedaille

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Polizist André Mückenberger (54) ist als Held ein Wiederholungstäter.

München - Wenn André Mückenberger (54) am Freitag die Bayerische Rettungsmedaille erhält, stellt er einen neuen Rekord auf: Er ist bislang der Einzige, der so bereits zum dritten Mal geehrt wird.

Wie die Ebersberger Zeitung berichtet, ist der Polizist aus Steinhöring sozusagen ein Wiederholungstäter, wenn es darum geht, anderen Menschen das Leben zu retten.

Im jüngsten Fall hat er in München einen 18-jährigen Asylbewerber davor bewahrt, vom Dach einer Schule zu springen. Der junge Mann habe sich psychisch in einer Krisensituation befunden, als Hauptkommissar Mückenberger zu ihm aufs Dach kraxelte, wo der Verzweifelte bereits die Beine über den Rand der Dachfläche baumeln ließ und im Begriff war, fünf Meter in die Tiefe auf eine darunter liegende Granittreppe zu springen. „Das hätte er wahrscheinlich nicht überlebt“, sagt Mückenberger, der den Asylbewerber im letzten Moment zu fassen bekam und ihn dann zusammen mit seinem Kollegen Alexandar Blagojevic aus dem Gefahrenbereich zog. Beide Polizisten werden am Freitag dafür geehrt, Mückenberger erhält im Antiquarium der Münchner Residenz aus der Hand des Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) die Bayerische Rettungsmedaille.

An die Feierstunde in der Residenz schließt sich ein Empfang an. Und dass aus seiner Heimatgemeinde jemand bei diesem feierlichen Moment dabei sein muss, war auch für den Steinhöringer Bürgermeister Alois Hofstetter eine Selbstverständlichkeit. Denn eigentlich hätte der Rathauschef an diesem Tag eine Trauung vollziehen müssen, berichtet Mückenberger. Hofstetter wird sich vertreten lassen, in der Residenz ist er dabei, um seinem Steinhöringer Mitbürger zu dessen Courage zu gratulieren.

Der Polizist, der in München Dienst tut, weiß von der Ehrung, die ihm am Freitag zuteil wird, erst seit kurzem. „Ich bin aus dem Urlaub gekommen und habe die Einladung in meinem Fach gefunden“, berichtet er. Das Protokoll der Veranstaltung kennt er ja bereits aus früheren Ehrungen.

Beim ersten Mal hatte der Steinhöringer einen dreieinhalbjährigen Buben vom Dach eines Hauses in Giesing geholt, der nur noch über ein Schneefanggitter hätte krabbeln müssen, bevor er in die Tiefe gestürzt wäre. Die Mama des Buben war eingeschlafen, das aufgeweckte Kind war unbemerkt aus einem Dachfenster ins Freie geklettert. „Das war ziemlich gefährlich da oben“, sagt Mückenberger. „Ich bin froh, dass sich der Bub auf dem glatten Dach nicht gegen mich gewehrt hat“, als er ihn dort runterholte.

Auch bei seiner zweiten Lebensrettungsaktion hat der Polizist aus Steinhöring keinen Moment lang gezögert, um zu handeln. Es ging darum, einen lebensmüden 60-Jährigen aus dem eiskalten Isarkanal zu retten. „Der Mann war wohl seines Lebens überdrüssig und ist deshalb im Januar in den Kanal gesprungen.“ Die Kälte des Wassers brachte den 60-Jährigen aber wieder zu Vernunft, so dass er um Hilfe schrie. Mückenberger musste auf einer dünnen Eisenstange über dem Wasser balancieren und bekam den Mann an der Kleidung zu fassen, so dass er von der Feuerwehr geborgen werden konnte.

Michael Seeholzer

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