Surfer schlagen Alarm: Rettet die Floßlände!

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Die Surfer an der Floßlände sammeln jetzt Unterschriften: Die Welle soll wieder dauerhaft surfbar werden.

München - Wenig Wasser, langes Warten an der Floßlände: Die Surfer schlagen Alarm. Nun sammeln sie Unterschriften: Die Welle soll wieder dauerhaft surfbar werden.

Auf die Welle und losgesurft! Wenn es nur so einfach wäre, klagen die Wassersportler: Momentan könne auf der Welle in Thalkirchen nur wenige Stunden am Tag gesurft werden, und auch nur von Mai bis September. „Das reicht nicht aus, um den wachsenden Strom von Surfern aufzunehmen“, klagt Petra Offermanns von der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) gegenüber Hallo München.

Die Gemeinschaft hat sich schon für die Legalisierung der Eisbachwelle stark gemacht. Jetzt der nächste Kraftakt: „Wir wollen, dass die Floßlände wie früher dauerhaft surfbar wird.“ Für dieses Ziel bittet die IGSM im Internet um Unterstützung – in wenigen Tagen haben sich über die 1500 Personen für die Rettung der Floßlände stark gemacht (www.rettet-die-flosslände.de).

Hintergrund: Die Stadtwerke München (SWM) leiten einen großen Teil des Wassers, das den Floßlände-Kanal herunterfließt und die Surfwelle formt, in das nebenan an der Isar liegende Wasserkraftwerk, um Öko-Strom zu erzeugen. „Die Welle ist deswegen kaum surfbar“, so Offermanns – es müssten ständig Einstellungen angepasst werden. Denn wie viel Wasser die SWM zuleiten, richte sich nach den Flößern, der Fluss werde ansonsten für den Öko-Strom genutzt. „Richtig surfbar ist die Welle nur zwei Stunden mittags. Abends ist nur sehr wenig Wasser da, weil der Pegel wegen der Flößer nicht abgesenkt wird.“

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Gleichzeitig werde der Ansturm auf die Welle aber immer größer. „Man wartet oft über eine halbe Stunde, bis man drankommt. Wenn das Wetter nicht so gut ist, friert man total“, erzählt einer der Wellenreiter. Die Folge: Vom Warten genervt gehen viele Anfänger an die Eisbachwelle, was Offermanns für hochgefährlich hält. „Der Eisbach ist wegen der Unterströmungen kein Ort, um Surfen zu lernen!“

Beim Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), das mit den SWM und dem Baureferat für die Regelung an der Welle zuständig ist, ist das Problem bekannt. Doch laut RGU-Sprecherin Katrin Zettler muss eine Lösung allen gerecht werden: „Hier geht es um das Spannungsfeld zwischen ökologischer Stromerzeugung versus Freizeitwert.“ Schade findet das Offermanns: „Surfen ist ein ökologischer Sport. Die Alternativen, zum Beispiel künstliche Wellen oder zu Hause vorm Fernseher zu sitzen, sind energetisch wesentlich ineffizienter.“

Die Stadtwerke seien sogar bereit, Wasser zuzuleiten, wenn die Isar – wie oft im Mai und Juni – einen Überschuss mitführe. „Die SWM würden ein Signal bereitstellen, das anzeigt, wenn mehr Wasser in den Floßkanal fließen kann.“ Doch die Steuerung der Floßklappe ist für eine solche Bedarfssteuerung nicht ausgelegt.

Die Wassersport-Fans wollen nicht aufgeben: Um den mittlerweile mehr als 2000 Surfern in München – Tendenz steigend – gerecht zu werden, bedürfe es mehrerer legaler Wellen. Die IGSM sei auch schon in Gesprächen mit der Stadt. Offermanns: „Die Wittelsbacherbrücke wäre eine Option.“ Wenn alle rechtlichen und technischen Dinge geklärt seien, könnte dort 2015 mit dem Bau einer neuen Welle begonnen werden.

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