Weil er nichts über die Beute sagt

Klatten-Erpresser wieder im Knast

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Susanne Klatten, die reichste Frau Deutschlands, und ihr Erpresser Helg Sgarbi.

München - Für die Erpressung der reichsten Frau Deutschlands musste Helg Sgarbi sechs Jahre absitzen. Im Dezember sollte er zurück in seine Schweizer Heimat - doch dann machte ihm Susanne Klatten einen Strich durch die Rechnung.

Es war noch nicht mal ein kurzer Ausflug in die Freiheit … Eigentlich war es nur der Umzug von einer Gefängniszelle in die andere. Für Helg Sgarbi – der Mann, der Deutschlands reichste Frau erpresst hat – sollte am 12. Dezember des vergangenen Jahres eigentlich die Haft enden. Die geschädigte Susanne Klatten (51) hat das allerdings offenbar zu verhindern gewusst. Sie hat laut Spiegel einen Haftbefehl gegen Sgarbi erwirkt. Erzwingungshaft, damit er endlich redet. Denn: Nach wie vor hat sich der Gigolo nicht über sein Vermögen geäußert – und damit auch nicht über die verschwundene Beute.

Sgarbi hatte sieben Millionen Euro von Klatten bekommen. Er hatte der BMW-Erbin (geschätztes Vermögen: über 14 Milliarden Euro) eine Lügengeschichte aufgetischt. Die Mafia sei hinter ihm her, er müsse sich freikaufen. Später forderte Sgarbi dann weitere 14 Millionen – verbunden mit der Drohung, er könne ein Liebesvideo öffentlich machen, das ihn und Klatten bei einem Treffen im Münchner Holiday Inn zeige.

Kurz vor der Grenze war Schluss

Das war genug für Susanne Klatten: Sie schaltete die Polizei ein. Anfang 2008 wurde der Erpresser dann festgenommen, es folgte ein viel beachteter Prozess vor dem Münchner Landgericht. Sgarbi wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die übliche vorzeitige Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe kam nicht in Betracht, dafür hätte Sgarbi ja kooperativ sein müssen – wozu auch gehört, sich über den Verbleib des Geldes zu äußern, was Sgarbi eben nicht tat.

Im Dezember 2013 war’s dann aber so weit: Sgarbi wurde vom Gefängnis in Landsberg abgeholt – per Gefangenentransporter in Richtung seiner Schweizer Heimat, wo die Freiheit hätte warten können. Allerdings war in Lörrach kurz vor der Grenze Schluss – nächster Haftbefehl! Wenn Sgarbi schweigt, sind weitere sechs Monate Haft möglich.

tz

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