SWM: Ein Kraftwerk für die Stadtkasse!

München - Im ersten Moment lassen die Bilanzzahlen 2010 der Stadtwerke München (SWM) fast befürchten: Die Stadt als Mutter der Gesellschaft muss heuer auf den üblichen SWM-Geldsegen verzichten. Aber das täuscht.

Die Schuldenlast des Unternehmens hat vergangenes Jahr erstmals die Ein-Milliarden-Grenze überschritten! Doch gleich kommt die Entwarnung, es bleibt dabei: Die SWM, die ihre Kunden mit Strom, Gas und Wasser versorgen, spülen auch heuer wieder rund 300 Millionen Euro in die Stadtkasse. Dieser Betrag setzt sich aus Gewinnabführung, Konzessionsabgabe und Gewerbesteuer zusammen. „Wir leisten gern einen Betrag für Kinderbetreuungsstätten und andere städtische Einrichtungen“, versichert SWM-Boss Kurt Mühlhäuser.

Mühlhäuser und der kaufmännische Geschäftsführer Florian Bieberbach verkündeten die Rekord-Kreditaufnahme gut gelaunt. Ist sie doch Zeichen für den bisher größten Investitionsbatzen in erneuerbare Energien: Ein Solarfeld in Andalusien, mehrere Windparks in der Nordsee, um nur zwei zu nennen. Solche Anschaffungen für eine Zukunft ohne Atomkraft und ohne klimaschädliche Emissionen werden weiterhin ordentlich kosten. 500 Millionen jährlich sollen im Schnitt bis 2025 dafür ausgegeben werden.

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Bis 2016 werden die Bankverbindlichkeiten, wie es vornehm heißt, ansteigen. Glück für SWM-Finanzchef Bieberbach: Die Zinsen sind derzeit günstig, und den Stadtwerken werden lange Kreditlaufzeiten eingeräumt. Bis 2020 bleiben die Schulden wohl auf einem hohen Niveau stabil. Bald danach wird ganz München mit Wasser-, Wind- und Solarkraft betrieben. Mühlhäuser betont, dass die SWM-Kunden trotz der Ausbauoffensive weiter auf günstige Preise hoffen dürfen. Mit privaten Stromversorgern, die mit Bonuszahlungen oder anfänglichen Dumpingpreisen locken, wolle man nicht konkurrieren: „Damit würden wir das Unternehmen ruinieren – wir müssen seriös sein.“

Der Konzernumsatz ist 2010 wegen geringerer Stomhandelsaktivitäten (der Anteil an der Stadtwerke-Allianz Citiworks wurde verkauft) von 4,9 auf 3,8 Milliarden zurückgegangen. Ein weithin sichtbares Zeichen für die Öko-Ausrichtung der SWM soll ein zweites Windrad sein – auf dem Müllberg hinter der Allianz Arena. Demnächst wird der Antrag eingereicht.

Barbara Wimmer

Rubriklistenbild: © Westermann

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