Prozess gegen Daniel F.

Täglich Crystal Meth: Dirndl-Designer von Helene Fischer legt vor Gericht Drogen-Beichte ab

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Designer Daniel F.: 170 Gramm Crystal Meth in der Schwabinger Wohnung.

Für Stars wie Helene Fischer und Florian Silbereisen schneidert er schicke Trachten. Weil er sich Drogen in Tschechien besorgte und auch mit ihnen dealte, erwartet Designer Daniel F.(37) wohl eine Haftstrafe.

München - Er spricht mit klarem Verstand – nach Monaten endlich wieder! „Wer einmal Crystal genommen hat, ist abhängig“, sagt Daniel F. (37). „Diese Droge ist so fies, heimlich und schleichend. Man verliert die Kontrolle, aber merkt es nicht. Ich war wie gefangen.“

Bis voriges Jahr führte der Dirndl-Designer ein schillerndes Leben: Bei ihm kauften die Münchner Promis ein. Für Stars wie Helene Fischer und Florian Silbereisen schneidert er schicke Trachten. Alles vorbei! Denn die Polizei fand 170 Gramm Crystal Meth in Fendlers Schwabinger Wohnung. Am Landgericht legte er nun ein Geständnis ab.

Laut Anklage fuhr F. elf Mal nach Tschechien und besorgte die Drogen, die er selbst konsumierte oder verkaufte. „Mein Mandant räumt alle Vorwürfe ein“, sagt Verteidiger Roland Autenrieth zum Prozessauftakt. „Es waren aber nur sechs Einkaufsfahrten. Alle einzelnen Geschäfte, die folgten, kriegt er nicht mehr auf die Reihe. Eine Gewinnerzielungsabsicht gab es nicht.“

Danach legte der Schneider seine Drogen-Beichte ab. „Ich war ein Kind des Ecstasy. Mit 18 Jahren hatte ich meine erste Drogenzeit, war oft in Clubs.“ F. verkehrte mit düsteren Gestalten, steckte sich beim Sex mit HIV an, doch er fing sich und machte seinen Meister an der Modeschule. Danach ging er nach England zu Vivienne Westwood und schneiderte teure Mode für die Elite.

„Der Druck war immens“

„Bis zu 20 Stunden Arbeit täglich waren normal“ sagt F.. Dieses Pensum fährt er später auch in München, als er zwei Boutiquen auf der Maximilianstraße eröffnet. „Ich war sehr schnell sehr bekannt. Aber der Druck war immens. Tagsüber standen wir lachend im Laden, nachts haben wir genäht.“ Bis zur völligen Erschöpfung! Seine Aufträge schafft F. nur mithilfe von Drogen. „Anfangs war es nur gelegentlich.“

Doch 2016 gerät er in eine Krise, als sein Freund sich trennt, die Familie sich ums Erbe streitet und sein Vater ins Koma fällt. „Ich nahm vier bis acht Gramm Crystal Meth im Monat. 2017 war es oft ein Gramm pro Tag.“ Bis der Handel auffliegt und die Polizei F. verhaftet.

„Das hat mir wohl das Leben gerettet“, sagt Fendler. „Sonst hätte ich die Monate danach nicht überlebt.“ Im Knast machte er kalten Entzug. Vor Gericht ist er kaum wiederzuerkennen: Das Gesicht ist eingefallen, F. wirkt blass und erschöpft. Ein Schatten alter Tage! Sein Traum: „Wieder einen eigenen Laden eröffnen.“ Doch vorher muss er wohl noch ein paar Jahre hinter Gitter.

Während ihr Dirndl-Designer in Problemen steckt, beschäftigt sich Helene Fischer mit den Ausschreitungen in Chemnitz, wie tz.de* berichtet. Sie hat sich über Facebook zu Wort gemeldet und Stellung bezogen.

Andreas Thieme

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