Hoher Schaden für MVG

Täter gesteht: 1750 IsarCards gefälscht

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Ein Justizvollzugsangestellter führt Askin B. (38) in den Gerichtssaal. Gestern legte er ein Teilgeständnis ab. Ihm droht jahrelange Haft wegen Urkundenfälschung.

München - Weil über 2000 IsarCards gefälscht worden sind, ist für die MVG ein hoher Schaden entstanden. Einer der Täter räumte das Vergehen jetzt vor Gericht ein.

Ohne sie geht im Nahverkehr fast nichts: die IsarCard. Hunderttausende Pendler nutzen die Monatskarten, um morgens zur Arbeit oder abends zu Freunden zu fahren. Mittlerweile geraten die Tickets aber immer öfter ins Visier von Fälschern. Mit Askin B. (38) saß am Donnerstag erneut ein mutmaßlicher Täter auf der Anklagebank des Landgerichts. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm bandenmäßige Urkundenfälschung vor.

Mit zwei Komplizen hatte B. laut Anklage im Januar 2011 einen Thermo-Etiketten-Drucker und einen Scanner angeschafft. Gemeinsam sollen sie wochenlang geübt haben, um die Tickets nachahmen und verkaufen zu können. Bis Ende Mai 2011 hatte das Trio laut Anklage 2125 IsarCards produziert und in Umlauf gebracht. Rund 250 000 Euro betrug der Schaden für die MVG.

Erst im Juni konnte die Polizei die Täter schnappen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden Beamte noch etwa 160 druckfrische Fälschungen.

Im Prozess am Donnerstag blieb ein Rechtsgespräch ohne Ergebnis. Dennoch legte Askin B. ein Teilgeständnis ab und räumte ein, 1750 IsarCards gedruckt zu haben. „Es tut mir leid“, erklärte er über seinen Verteidiger.

Zehn Euro pro Ticket habe sein Gewinn im Schnitt betragen – insgesamt habe er rund 2500 Euro für die Drucke kassiert. Verkauft hat Askin B. die gefälschten Fahrkarten anschließend für 20 bis 30 Euro.

Bereits im Januar 2013 hatte das Landgericht seine beiden Komplizen verurteilt: Sie erhielten Haftstrafen über drei Jahre. Dasselbe droht nun auch Askin B. Heute will Richter Anton Winkler sein Urteil in dem Strafprozess verkünden.

Andreas Thieme

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