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Zum "Tag der Blockflöte"

Als mir die Flötentöne beigebracht wurden

München - Die Flöte: Folter-Instrument für alle über 12. Aber auch: ein Symbol unserer Kindheit. Ein nicht ganz ernst gemeinter Kommentar zum "Tag der Blockflöte" (10. Januar).

Ganz gleich, wie alt Sie sind, ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Kindertagen Flöte gespielt haben, locker auf 80 Prozent. Lieg ich richtig? Dann können Sie sich sicher auch noch an den Flötenunterricht erinnern, an das verkrampfte Fingergewirr, die schiefen Töne.

Ich erinnere mich jedenfalls nur zu gut, obwohl es viele, viele Jahre her ist. Flötenunterricht in der Grundschule, erste Klasse, bei einer sehr lieben, älteren Lehrerin, Frau Wittmann. Ich würde meinen, die Ärmste dürfte heute weitgehend taub sein, bei den vielen schiefen Tönen, die sie in ihrer Laufbahn ertragen musste. Natürlich nicht von mir, ich habe Frau Wittmanns Ohren nie terrorisiert, da bin ich mir sicher. Ich habe dieses Instrument derart beherrscht, dass ich mir (Achtung, es folgt der Höhepunkt meiner Instrumentalkarriere) "My heart will go on" auf der Flöte beigebracht habe. Bald darauf endete meine Karriere als Flötistin und war fortan bestenfalls Stoff für nicht jugendfreie Witze. Sang- und dankenswerterweise klanglos, würden gepeinigte Zuhörer anfügen.

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Am 10. Januar war "Tag der Blockflöte". Eigentlich kommt dieser "Tag der Blockflöte" ja mindestens zwei Wochen zu spät, finde ich. Schließlich ist es die Vorweihnachtszeit - todsicher aber Heiligabend und alles, was danach kommt - die ambitionierte Jungmusiker an die Notenständer treibt. Da wird ein unfreiwillig mehrstimmiges "Kommet Ihr Hirten" intoniert (Obacht, große Fingerkrampfgefahr), "Stille Nacht" (Obacht, Ohrenschmerzgefahr bedingt durch hohe Töne) oder "Jingle Bells" durchgeflötet, bis die Spucke aus den Flöten tropft. Ohne Gnade, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ob ich ein Flötentrauma habe? Nein. Ich denke gern an meinen Flötenunterricht zurück. Und die flinken Flöten-Finger helfen heute beim Schreiben ganz ungemein. Ich glaube allerdings, dass die Blockflöte nach wie vor das Instrument der Altersstufe 7 bis 12 ist. Möglicherweise erträgt man in jungen Jahren - oder wenn man wie Frau Wittmann abgehärtet ist - dieses schiefe, schrille Gequieke einer misshandelten Flöte besser. Wenn ich heute Nachbarskinder beim Flöten höre - im Sommer wurde ich drei Stunden lang mit einer Endlosschleife von "When the Saints go marching in" gequält - stellen sich mir die Nackenhaare auf. 

Eins muss ich aber an dieser Stelle zugeben. Erst Ende des Jahres ist mir die alte Holzflöte zufällig wieder in die Hände gefallen. Und raten Sie mal... Ich habe "My heart will go on" angestimmt. Ein Hoch auf die Blockflöte!

Rubriklistenbild: © dpa

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