Taglich fünf Einbrüche: So schützen Sie sich

München - Sie werden immer dreister – und sie schlagen immer öfter zu! Fünf Einbrüche an jedem Tag: Das vermeldet die Münchner Statistik für die vergangenen sieben Wochen. Wie kann man sich schützen?

„Das ist einfach viel zu viel,“ sagt Polizeivizepräsident Robert Kopp zur Statistik. Jetzt schlägt er Alarm: „Vom 1. Oktober bis 20. November haben wir bereits 256 Einbrüche verzeichnet. Das sind 56 mehr als im letzten Jahr um diese Zeit.“ Ein bedenklicher Rekord. Und: Zwei Drittel der Fälle geschahen bei Tageslicht und nicht wie in den vergangenen Jahren erst nach Einbruch der Dämmerung. Woran das liegt, ist schwer einzuschätzen. Kopp: „Wir gehen nicht davon aus, dass es sich hier nur um eine einzige Bande handelt.“ Offenbar sind gerade mehrere Gruppen unterwegs, die in Häuser, Wohnungen und sogar ganze Ladenzeilen einsteigen.

Manuel Neuer

Der Schaden geht in die Hunderttausende. Auch drei prominente Mitbürger hat es erwischt: Star-Koch Eckart Witzigmann im Lehel genauso wie Anwalt Sewarion Kirkitadse in Grünwald und Nationaltorhüter Manuel Neuer in Bogenhausen. Auch diese drei waren nicht daheim, als die Täter kamen. Neben dem Verlust kostbarer Gegenstände und unersetzlicher Erinnerungsstücke quälen sich viele Opfer oft jahrelang mit der Angst vor einem neuen Einbruch und dem Gefühl, dass Fremde im Privatesten wühlten.

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Allzu selten nur gelingt der Polizei eine Festnahme. Kopp: „Wir sind angewiesen auf Hinweise der Bürger. Das kann das Klirren von Glas oder brechendes Holz sein. Vielleicht sind es auch Fremde in Nachbars Garten, Unbekannte in der Siedlung oder ein Auto, das noch nie da stand.“ In solchen Fällen sollten Bürger sofort (!) den Notruf 110 anrufen. Kopp: „Unsere Einsatzzentrale ist sensibilisiert und wird sämtliche Hebel in Bewegung setzen.“

Dorita Plange

So können Sie sich schützen:

Ein dunkles Haus, ein überquellender Briefkasten, eine offen stehende, leere Garage – das sind Einladungen für Einbrecher, die signalisieren: Hier ist gerade keiner daheim. Die Polizei empfiehlt Zeitschaltuhren, die die Innen- und Außenbeleuchtung einschalten. Fenster sollten immer komplett geschlossen, Haustüren zwei Mal abgeriegelt werden. Moderne Fenster und Türen bzw. mechanische Sicherungen, die auch nachgerüstet werden können, verhindern Einbrüche bereits im Versuchsstadium. Die Täter geben schnell auf oder versuchen es in solchen Fällen häufig gar nicht erst. Fachhandel und Kriminalpolizei beraten Sie kostenlos.

Eine Schwachstelle vieler Häuser sind die Balkontüren im ersten Stock. Der Gartentisch, die alte Regentonne, die Sommermöbel oder gar die Leiter aus der unverschlossenen Gartenhütte dienen Einbrechern als willkommene Aufstiegshilfe auf den Balkon. Schließen Sie Möbel, Leitern und Werkzeug daher immer ein.

Vermeiden Sie jegliche Konfrontation mit den Tätern und schreien Sie auch nicht vom Balkon herunter: „Hallo, wer ist da?“ Das verjagt die Täter bloß. Rufen Sie stattdessen Notruf 110 und überlassen Sie den Rest der Polizei.

Rubriklistenbild: © dpa

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