Stadtrat macht Druck 

Taktverdichtung auch für die  U5: Die U-Bahn kommt häufiger - vielleicht bald rund um die Uhr

Der Takt der U5 soll bald verdichtet werden. Foto: haag

Auf der Linie U5 wird im kommenden Jahr ein deutlich dichterer Takt angeboten. Das sieht das Leistungsprogramm der  Münchner Verkehrsgesellschaft vor. Die U6 soll Ende 2020 folgen. Zudem prüft die MVG, einen U-Bahn-Betrieb rund um die Uhr zu ermöglichen.

Als er noch Wirtschaftsreferent gewesen sei, so erzählt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), habe er schon mit dem damaligen MVG-Chef Herbert König darüber debattiert, warum man in München nicht die ganze Nacht U-Bahn fahren kann. In Berlin sei das durchaus an der Tagesordnung. „Und man hat mir damals erklärt, das liegt daran, dass wir kein zweites Gleis haben.“ Zudem nutze die MVG die Zeiten nach Betriebsschluss für die Instandhaltung und Reinigung.

An den Argumenten hat sich wenig geändert, wie Burkhard Hüttl von der MVG in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses berichtete: „Das ist heute schon eine ganz komplizierte Logistik.“ Gleichwohl prüft die MVG, wie ein 24-Stunden-Betrieb bei der U-Bahn umgesetzt werden kann. Grüne und CSU hatten dazu zudem erfolgreich einen Änderungsantrag eingebracht. „Das ist ein wichtiger erster Schritt zur Umsetzung eines Konzeptes“, sagte Grünen-Chefin Katrin Habenschaden. „Wir hatten die Taktverbesserungen ja jedes Jahr mantraartig eingebracht. Die GroKo meinte immer, dass das nicht möglich sei. Seit diesem Jahr wurde der Vorstoß nun erstmalig von der CSU mit unterstützt.“ Die SPD ging gestern auch mit.

Vorgesehen ist ein Konzept, die U-Bahn täglich bis Betriebsende im Zehn-Minuten-Takt fahren zu lassen, von Montag bis Samstag zwischen 6 und 21 Uhr im Fünf-Minuten-Takt. Donnerstags bis samstags soll rund um die Uhr gefahren werden. CSU-Stadtrat Sebastian Schall sagte: „Die angestrebte Taktverdichtung und der 24-Stunden-Betrieb sind in einer wachsenden Stadt wie München dringend notwendig.“ Der große Vorteil sei, dass sie schnell umgesetzt werden könnten. „Und das ist etwas, was wir jetzt brauchen: schnelle und pragmatische Verkehrslösungen.“

MVG-Sprecher Matthias Korte sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir erstellen derzeit eine umfassende Analyse zur Weiterentwicklung des Nachtbetriebs und beziehen dabei alle Verkehrsmittel mit ein. Ziel ist ein zeitgemäßes und nachfrageorientiertes Nachtnetz für München. Wir prüfen in diesem Zusammenhang auch, welchen Anteil die U-Bahn haben könnte.“

Ferner sehe das neue Leistungsprogramm bereits Verbesserungen vor. Unter anderem ist geplant, den Takt auf der U2 zu verdichten: Die Linie wird montags bis freitags tagsüber im Fünf-Minuten-Takt bedient. Neu ist, dass dies auch für die U5 geplant ist. Die soll ab Mai auf einen Fünf-Minuten-Takt umgestellt werden – montags bis freitags. Für die Linie U6 laufen entsprechende Untersuchungen, eine Taktverdichtung ist wohl ab Ende 2020 umsetzbar.

SPD-Stadtrat Jens Röver sagte: „Neben dem Ausbau des Nahverkehrs in München ist es zentral, das bestehende Angebot noch leistungsfähiger zu machen. Das heißt zum Beispiel, die U-Bahn in noch dichteren Takten fahren zu lassen. Das geht nicht auf einen Schlag überall, weil es mehr Personal und Wartungszeiten braucht, deshalb haben wir darauf gedrängt, die Takte nach und nach zu verdichten.“

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