Tanzverbot: 23 Wirte müssen Strafe zahlen

München - "Tanzverbot an Allerheiligen? Wir feiern trotzdem!“ In diesem Tenor kündigten vergangene Woche einige Münchner Szeneclubs an, das Feierverbot des Innenministeriums in der Nacht auf Samstag glatt zu ignorieren.

Eine Entscheidung, die nun viele teuer zu stehen kommt. Das KVR zog in der Halloween-Nacht nämlich zu Kontrollen los. Das Ergebnis: 23 Verstöße. In acht Fällen wurde neben dem Bußgeldbescheid sogar ein Zwangsgeld verhängt– von 5000 bis zu 10.000 Euro!

Zum ersten Mal hatte das Innenministerium heuer ohne Ausnahmen das Feiern an den „stillen Tagen“ verboten. Zu den "stillen Tagen" gehören übrigens auch Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, an denen das Tanzverbot in Bayern für 70 Stunden gilt. Einige Szene-Clubs wollten dies aber umgehen, indem sie den Verein „Gesellige Toleranz in Bayern“ ins Leben riefen und somit alle Gäste in einer Art geschlossenen Gesellschaft feiern sollten. Das ging aber teils richtig in die Hose.

„Tatsache ist, dass wir insgesamt 48 Betriebe in der Stadt kontrolliert haben und dabei 23 Verstöße registrieren mussten“, erklärt KVR-Sprecher Christopher Habl. Heißt: In den Discos und Clubs gab es nach 0 Uhr noch Halligalli – ohne geschlossene Gesellschaft. Unter den Überprüften waren unter anderem der Crown’s Club, die Nachtgalerie und die Milchbar. Böse erwischte es den Chef des Vereins für „Gesellige Toleranz“, Alex Wolfrum. Auch er soll 10.000 Euro Strafe zahlen.

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Halloween trotz Verbots gefeiert

Die KVR-Beamten – die von Polizisten in Zivil begleitet wurden – arbeiteten unauffällig. Nach einer „Bestandsaufnahme“ zogen sie meist wieder ab. So mancher Wirt jubelte daher am Sonntag schon, dass sein Trick-Konzept aufgegangen sei. Denkste! „Einige werden in den nächsten Tagen den Bußgeldbescheid in der Post liegen haben“, so Habl. Zudem sollten sich manche Gastronomen solche Verstöße nicht allzu oft leisten. „Dann stellt sich natürlich irgendwann die Frage, ob die eine oder andere Person als Wirt noch zuverlässig ist.“ In Münchens Nobel-Disco P1 wurde übrigens auch gefeiert – aber legal. Denn es waren nur Stammgäste per Gästeliste eingeladen. Habl: „Das war eine echte geschlossene Gesellschaft.“

age.

Quelle: tz

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