Das Tanzverbot hat auch Vorteile

Halloween wird in den Clubs gleich an mehreren Tagen gefeiert – wie hier im 8Seasons

München - Der Auftritt von Grandmaster Flash in München war umjubelt und zog besonders viele weibliche Fans an. Nun geht der Nightlife-Blick nach vorne - und dort hat das Tanzverbot nicht nur Nachteile.

Grandmaster Flash

Die Crowd war richtig heiß, als der DJ-Großmeister um kurz vor 2 Uhr am Samstag das DJ-Pult im P1 erklomm – immerhin 45 Minuten nach der vereinbarten Zeit. Im Nu hatte der Plattendreher den Dancefloor, die Bars und all die VIP- und Reservierungsbereiche hinter sich versammelt, schaffte den Spagat zwischen Old School und neuen Tracks, zwischen Genie und Wahnsinn. Grandmaster Flash was in da House. Ein exakt 90-minütiges Hochamt für alle HipHop Fans! Er habe selten zuvor vor so vielen Mädels gespielt, erzählte der auf Barbados geborene DJ danach, eigentlich spiele er sonst meist in Underground-Clubs, und da seien eben eher Jungs zugegen.

Doch sein Set hatte es in sich und begeisterte gleichermaßen die Ü40-Crowd, die in den 70er und 80er Jahren mit dem Sound Grandmaster Flashs musikalisch sozialisiert wurde, wie auch die junge HipHop-Community – vor allem mit Songs von 2Paq, der Sugarhill Gang, Run DMC oder Snoop Dogg. Weniger amused war der Plattendreher allerdings, als ihm immer wieder Gäste ihre Handys mit eingetippten Wunschtiteln vor die Augen hielten, als sei er eine Jukebox. Schließlich versteht der Grandmaster sein Set vielmehr als Musik-Konzept, in das von außen nicht eingegriffen werden soll …

Halloween 2011: Jetzt kommen die sexy Zombies

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Zumindest einen Vorteil hat das Tanzverbot am Montag ab Mitternacht: Halloween wird nicht mehr nur in der Nacht zu Allerheiligen gefeiert, sondern verteilt sich nun auf mehrere Tage! Im prächtig mit Fledermäusen, Gespenstern, Spinnweben und Särgen dekorierten 8Seasons ging’s bereits am Freitag mit einem Ü30 Halloween Special los (ein juveniler Partygast meinte dort: „Ü30 und Halloween – das ist doch eh das selbe“), gefolgt vom Halloween Rococo-Clubbing am Samstag, heute nun das Finale mit Andreas Haidingers Juke & Joy Afterwork, ebenfalls im Zeichen von Hexen und Geistern. Musik läuft allerdings nur bis Mitternacht. Auch in Münchens größtem Club, der Klangwelt (Landsberger Straße 169) ist zur Geisterstunde wegen des Tanzverbots Feierabend, und deshalb öffnet man den Club mit seinen vier Dancefloors heute bereits ab 18 Uhr für die kleinen Partyracker ab 16, die von Gesetzes wegen um Mitternacht die Clubs räumen müssen.

Einen Steinwurf entfernt, im Backstage an der Friedenheimer Brücke, wird das reguläre Programm „Härter trinken und feiern“ ebenfalls bereits um 18 Uhr gestartet und um 0 Uhr beendet. Schluss ist dort dann trotzdem nicht: Um Mitternacht folgt ein Konzert der Metallica-Tribute Band Sacarium um DSDS-Gewinner Tobias Regner. Schließlich sind dann nur noch öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen erlaubt, die dem ernsten Charakter des Allerheiligen-Tages angemessen sind…

Thomas Oßwald

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