Tapperts Beisetzung in Gräfelfing

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Die Aussegnungshalle des Gräfelfinger Friedhofs.

Gräfelfing - Horst Tappert wird in seinem Heimatort Gräfelfing seine letzte Ruhestätte finden und dort nach einer Feuerbestattung beigesetzt..

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Weggefährten und Kollegen trauern um Horst Tappert

Es gibt nicht viele Stars, deren Tod in allen Hauptnachrichten vermeldet wird; deren Ende in jeder Tageszeitung steht – auf der ganzen Welt. Nicht mal großen Hollywood-Stars ist für den letzten Vorhang so viel Aufmerksamkeit auf Titelseiten vergönnt. Die niederländische de Volkskrant schrieb: „Harry braucht den Wagen nicht mehr zu holen. Derrick ist tot.“

Wenn Kriminaloberinspektor Stephan Derrick von der Bühne des Lebens abtritt, dann bewegt das die ganze Welt: Über 24 Jahre lang war Horst Tappert (†85) in 281 Folgen und in den Wohnzimmern von 108 Ländern der deutsche Ermittler schlechthin, bedächtig, korrekt mit durchdringendem Blick – und nur ganz selten mal außer sich. Jeder kannte Derrick – rund um den Globus. In den Niederlanden, in Italien oder Norwegen – Derrick war Kult!

Bundespräsident Horst Köhler würdigte Horst Tappert gestern als „Botschafter unseres Landes“. „Für viele Menschen personifzierte er die Wunschvorstellung, dass am Ende das Gute über das Böse siegen möge“, schrieb Köhler in seinem Beileidstelegramm an Tapperts Witwe Ursula. „Ihr Mann hatte auf der ganzen Welt ein treues Publikum.“

Entsprechend groß ist jetzt auch die Anteilnahme – für Tapperts Witwe Ursula (80), die am Samstagabend nach 50 Ehejahren von ihrem Horst in der urologischen Klinik Dr. Castringius in Planegg für immer Abschied nehmen musste. Auch Tochter Karin (65) kam rechtzeitig angereist, um ihrem Vater Lebewohl zu sagen.

Am Ende führte Organver­sagen zu seinem Tod – nach 20 Jahren Diabetis. Wasser lagerte sich in den Beinen ab, Horst Tappert konnte sich kaum mehr bewegen, was ihn auch depressiv machte. Er konnte ja nicht mehr raus aus den vier Wänden seines Hauses in Gräfelfing. Seine Frau wurde zum einzigen Halt.

Horst Tappert verlor schließlich immer mehr Kraft und hatte immer weniger Antrieb – die starken Schmerzen nahmen den Lebenswillen. Er wollte sein Leben auch nicht künstlich verlängert haben. Doch Mittwoch vor einer Woche war Tappert so geschwächt, dass doch der Notarzt kommen musste. Im Krankenhaus konnte man nicht mehr viel für den großen Schauspieler tun – außer die schlimmen Schmerzen mit Morphium zu betäuben.

Horst Tappert war auf seine letzte Stunde gut vorbereitet, er hatte das Testament längst gemacht und für die ewige Ruhe eine Feuerbestattung bestimmt. Die soll in den nächsten zwei bis drei Wochen erfolgen, dann wird die Urne in Gräfelfing beigesetzt. Wann die Trauerfeier stattfinden wird, ist noch offen.

Ursula Tappert muss jetzt noch einmal ganz stark sein – und alles ordnen. Aber eine starke Frau war Ursula Tappert immer – und das liebte ihr Mann Horst auch besonders an ihr. Am Friedhof hat sie sich schon umgesehen, wo ihre liebste Hälfte die letzte Ruhe finden soll ...

Horst Tappert ist tot

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Horst Tappert ist tot. Der Schauspieler starb am Samstag, 13. Dezember 2008 im Alter von 85 Jahren in einer Münchner Klinik. © dpa
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Bekannt wurde er vor allem durch seine Rolle in "Derrick" (Archivfoto aus dem Jahre 1977). Neben Fritz Wepper spielte er von 1973 bis 1998 den TV-Kommissar Stephan Derrick. © dpa
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Tappert wurde am 26. Mai 1923 im heutigen Wuppertal (damals: Elberfeld) geboren. Er fand nach dem Krieg eine Stelle als Buchhalter am Theater in Stendal. Dort lernte er das Theater lieben, nahm Schauspielunterricht und begann 1946 im Alter von 23 Jahren, an verschiedenen deutschen Theatern Bühnenerfahrung zu sammeln. © Haag
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Etwa ein Jahrzehnt später schaffte Tappert den Sprung auf die Leinwand, zunächst durch kleinere Rollen wie in "Helden" mit Liselotte Pulver (1958). Der TV-Durchbruch gelang Tappert mit dem dreiteiligen Krimi "Die Gentlemen bitten zur Kasse", in dem er einen Posträuber spielte. © Jantz
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Tappert wechselte auf die "gute Seite" und spielte in Edgar-Wallace-Filmen den Scotland-Yard-Ermittler. Das ZDF plante eine große Krimiserie, die die sehr erfolgreiche "Der Kommissar"-Reihe bewerben sollte. Als Hauptdarsteller wählte das ZDF Horst Tappert als Kommissar Stephan Derrick und Fritz Wepper als sein Assistent Harry Klein. © dpa
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Es sollten die Rollen ihres Lebens werden. © dpa
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Legendär ist nicht nur der Satz "Harry, fahr' schon mal den Wagen vor". Es ist vor allem die Mischung aus Spürsinn und Menschlichkeit, die Stephan Derrick und Harry Klein - und damit natürlich auch Horst Tappert und Fritz Wepper - einen festen Platz in den Herzen der TV-Zuschauer sicherte. © dpa
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Auf diesem Foto stößt das Team auf die 250. Folge an. © dpa
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Stephan Derrick ermittelte von 1973 bis 1998 - über rund 25 Jahre und exakt 281 Episoden. © dpa
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Am 16. Oktober 1998 trat Stephan Derrick in den Ruhestand. © dpa
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Auch Horst Tappert zog sich zurück und nahm nur noch einzelne Rollen an. © dpa
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In dem Fernsehfilm "Der Kardinal - Der Preis der Liebe" (Foto) spielte er einen Kardinal. © dpa
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2004 lieh Tappert seine Stimme der Zeichentrick-Komödie "Derrick - Die Pflicht ruft", die an die Krimiserie angelehnt war. Das Foto zeigt Tappert bei der Premiere des Films im Gloria-Filmpalast am Stachus. © Jantz
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Tappert war in dritter Ehe seit 1957 mit Ursula verheiratet. © dpa
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Die beiden lebten in Lochham (Gemeinde Gräfelfing) nahe München. © dpa
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Neben seiner Ehefrau Ursula (Foto) hinterlässt er drei Kinder aus seinen ersten Ehen. © dpa
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Sehen Sie hier weitere Fotos aus den vergangenen 15 Jahren: 1997 verlieh Bundespräsident Roman Herzog Horst Tappert das Bundesverdienstkreuz. © dpa
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Fritz Wepper gratulierte Tappert in dessen Haus zum 80. Geburtstag. © Weißfuß
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Auch Sohn Ralph Tappert und Tochter Karin Beckmann gratulierten 2003 zum runden Geburtstag. © Weißfuß
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Horst Tappert bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises 2003. © Jantz
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Einer seiner letzten großen Auftritte: Tappert auf Thomas Gottschalks Couch bei "Wetten, dass..." in Basel am 27. März 2004. © dpa
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Danach zog er sich auf eigenen Wunsch hin weiter aus der Öffentlichkeit zurück. © dpa
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Anfang Dezember 2008 sei es ihrem Mann zunächst noch gut gegangen, so seine Frau Ursula. Dann habe sich sein Gesundheitszustand zusehends verschlimmert. Am 13. Dezember starb er in einer Münchner Klinik. "Es ist traurig, aber jetzt hat er seine Ruhe", so seine Frau Ursula. "Mein Mann hatte ein erfülltes Leben." © dpa

Quelle: tz

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