Polizei war schon vor Ort

Wutzettel und Barrikaden: Absoluter Parkwahnsinn - weil eine Tiefgarage saniert wird

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In der Not parken einige Taufkirchner abends ihr Auto am Grünstreifen an der Aurikelstraße – was nicht erlaubt ist.Hinter den Planen wird in der Tiefgarage schon fleißig gearbeitet.

Seitdem in der Aurikelstraße in Taufkirchen die große Tiefgarage saniert wird, ist ein Hauen und Stechen im Kampf um die raren Parkplätze entstanden. Die Situation unter den Anwohnern eskaliert mehr und mehr. 

Taufkirchen – Wild parkende Autos, schimpfende Anwohner, Parksuchverkehr – Szenen, wie man sie normalerweise vor allem aus der Münchner Innenstadt kennt, spielen sich derzeit in Taufkirchen ab. Im Ortsteil Bergham war es schon immer nicht so einfach, einen Parkplatz zu finden, vor allem abends. Doch jetzt ist der Parkdruck in dem Wohnviertel nochmal stärker geworden. Der Grund: Die Tiefgarage einer Eigentümergemeinschaft an der Aurikelstraße wird seit 1. Juli saniert. 149 Parkplätze sind nicht mehr benutzbar. Ersatzparkplätze gibt es nicht. „Keiner weiß, wohin mit dem Auto“, erzählt ein betroffener Mieter. Abends, wenn viele aus der Arbeit zurückkommen, sei der Suchverkehr immens. In den angrenzenden Straßenzügen wächst schon jetzt die Wut auf die Fremdparker.

Tiefgarage in Taufkirchen wird saniert - Steine sollen Falschparker abschrecken

In der Not werden Fahrzeuge überall abgestellt, wo eine Lücke ist, auch oft da, wo es nicht erlaubt ist – etwa entlang der Auffahrt in die Aurikelstraße, am Straßenrand im Gras. Dort liegen ein paar große Steine, um Parker abzuschrecken, doch dazwischen stehen jetzt nachts trotzdem Autos. Das Falschparken bleibt nicht ohne Folgen: In den vergangenen Tagen hatten viele bereits von der Polizei ein Knöllchen unterm Scheibenwischer. Kostenpunkt: 30 Euro. Erschwerend hinzu kommt die Großbaustelle am Riegerweg, wo derzeit etliche Wohnungen und ein Supermarkt entstehen. Und in direkter Nachbarschaft zur Aurikelstraße wird gerade die Baustelle für die „Riegerhöfe“ eingerichtet, was zusätzlich Parkmöglichkeiten nimmt.

Tiefgarage in Taufkirchen: Böse Zettel unter dem Scheibenwischer

„Einige finden schon böse Zettel von Anwohnern anderer Straßen unter ihrem Scheibenwischer, mit der Aufforderung, das Auto wegzufahren“, erzählt eine Anwohnerin. Ein anderer berichtet von Nachbarn, die eigentlich einen Platz in einer anderen Tiefgarage haben und „aus Bosheit“ mit ihren Fahrzeugen freie Parkplätze blockierten.

Sanierung der Tiefgarage in Taufkirchen zieht sich noch Monate hin

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Etwa sieben Monate wird die Sanierung dauern. Einige Anwohner sind sauer auf die Verwaltung der Tiefgarage. Sie habe versäumt, das vorab zu klären. Jetzt als „Buhmann“ hingestellt zu werden, dagegen verwehrt sich Martin Wimmer von der zuständigen Wimmer und Weber Immobilienverwaltung. Die Sanierung der Tiefgarage sei schon lange Thema. „Wir hatten der Eigentümergemeinschaft vorgeschlagen, vor allem wegen der Großbaustelle am Riegerweg noch zu warten“, erklärt Martin Wimmer. Doch wegen der steigenden Baukosten hätte diese das abgelehnt. Auch eine abschnittsweise Sanierung, wie von der Hausverwaltung angeboten, sei aus Kostengründung abgelehnt worden. Im Mai habe die Eigentümerversammlung mit „sehr wenig Gegenstimmen“ die Sanierung beschlossen. Man habe daraufhin bei der Gemeinde angefragt, ob es nicht möglich wäre, das Parkverbot in der Gegend etwas zu lockern, was abgelehnt worden sei. „Und wo hätte man da oben auf die Schnelle eine Ersatzparkfläche einrichten können, für die es auch gar kein Budget gibt“, fragt sich Wimmer.

Gemeinde Taufkirchen hat erst jetzt davon erfahren

Bürgermeister Ullrich Sander erfuhr am Donnerstag von dem Problem. Auch die Gemeinde könne „von jetzt auf gleich“ keine Lösung anbieten. „Wenn wir länger im Voraus wissen, dass eine Tiefgarage saniert wird, können wir da etwas organisieren“, erklärt Sander. Eine Ersatzfläche für Autos sei schon zwei Mal bei der Sanierung von anderen Tiefgaragen im Ort eingerichtet worden. Doch das brauche Vorlauf. Laut Sander habe man bereits die kommunale Verkehrsüberwachung und die Polizei auf die Notsituation hingewiesen, damit diese mit entsprechendem Augenmaß vorgehen könne.

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