Bayern-Schock: Müller verpasst wohl Leipzig-Doppelpack

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Bundeswehr schmeißt ihn raus

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„Ich habe die Ärzte angebettelt, damit sie sich‘s nochmal überlegen.“ Thomas Kaiser (19) wurde Wochen nach Beginn seines Wehrdienstes wieder ausgemustert. Ärzte des Kreiswehrersatzamtes hatten Kaiser als „wehrdienstfähig“ zur Bundeswehr

München - Thomas Kaiser ist enttäuscht. Der 19-Jährige wurde erst von der Bundeswehr für tauglich befunden - und dann nach wenigen Wochen doch wieder rausgeschmissen.

Bei der Bundeswehr etwas Gutes für die Gesellschaft leisten, das war sein Traum. Doch dieser Traum endete für Thomas Kaiser bereits nach zwei Wochen Wehrdienst – der Grund: Schwerhörigkeit auf dem rechten Ohr.

Im Herbst 2010 hält der Münchner voller Begeisterung seine Musterungsbescheinigung in den Händen: T2, wehrdienstfähig trotz Hörschadens. Bis dahin hatte der 19-Jährige eine Ausbildung zum Fachinformatiker bei Siemens in München gemacht. „Ich habe eine große soziale Ader und war schon immer engagiert, deshalb wollte ich lieber zum Bund und der Gemeinschaft helfen.“ Sein Ziel ist ein Auslandseinsatz als Computerspezialist, „selbst wenn ich dabei ums Leben kommen würde, das wär‘s mir wert für den Dienst beim Bund.“

Zum Wehrdienstantritt am 4.Juli kündigt Kaiser seine Ausbildung sowie die Eichenauer Wohnung und zieht in die Rommel-Kaserne in Dornstadt nahe Ulm. Der Wehrdienst beginnt mit hartem Maschiertraining und obwohl Kaiser nach einem Schädelbasisbruch mit acht Jahren einseitig schlecht hört, bewältigt er die Strapazen ohne Probleme, findet schnell Freunde unter den Kameraden. Auch bei den Theoriestunden kommt er locker mit – laute Geräusche und Klatschen kann er sogar rechts hören.

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Doch auf die routinemäßige Einstellungsuntersuchung nach zwei Wochen folgt der Schock: „Ihr Hörtest ist zu schlecht!“ Nach weiteren Tests im Bundeswehrkrankenhaus bestätigt Ärztin Frau Doktor Wolff: „Sie werden ausgemustert, keine Chance auf Sondergenehmigung!“ Thomas Kaiser verweist auf die positive Musterung sowie die ärztliche Untersuchung durch das zur Bundeswehr gehörige Kreiswehrersatzamt (KWE): „Aber darauf antwortete sie mir, dass das KWE alles zum Bund schickt, was Beine hat. Die müssen angeblich ihre Quoten erfüllen.“

Was Kaisers Verzweiflung noch größer macht: Mit einem speziellen Hörgerät, über das die Bundeswehr verfügt, wäre der junge Mann in den Augen der Ärzte vollständig wehrtauglich. Solche Geräte sind jedoch nur für Festangestellte vorgesehen, nicht für Freiwillige in der Grundausbildung.

Momentan darf Thomas Kaiser noch auf Kulanz in der Kaserne leben, danach muss er wahrscheinlich ins Obdachlosenheim - Kontakt zu seinen Eltern oder zur Familie hat er nicht.„So Viele brechen den Wehrdienst ab, ich würde ihn so gerne machen. Aber Aufgeben kann Jeder, ich werde kämpfen. Und vielleicht bietet mir bald jemand einen neuen Job im Informatikbereich an.“

Christina Lewinsky

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