In den frühen Morgenstunden

Tausende tanzen bei Münchner Kocherlball

München - Tanzen im Morgengrauen - und bei Regen. Knapp 9000 Menschen haben sich am frühen Sonntagmorgen zum alljährlichen Kocherlball in München versammelt.

Knapp 9000 Fans des legendären Kocherlballs tanzten heuer zur jungen, frischen Volksmusik der Wiener Tanzgeiger. Die meisten von ihnen in Tracht, oder im Kocherl-, Gärtner- oder Stubenmädchengwand. Dabei mussten die Wirtsleute bis zuletzt ums Wetter bangen. Doch der Wettergott war den Kocherln gnädig. Die letzten Regentropfen bekamen nur noch die ersten Gäste ab, die für die besten Plätze bereits ab halb fünf Uhr morgens im Biergarten standen. Pünktlich zum Auftakt des traditionellen Tanzreigens um sechs Uhr am Chinesischen Turm, klärte das Wetter auf und die Trachtler konnten das Tanzbein bei gutem Wetter schwingen. Und die Tanzfläche war so voll wie immer. Für alle Paare die den Volkstanz erst noch üben wollten, gab es spezielle Kocherlball-Tanzkurse. Ob in Tracht oder Verkleidung: Der Kocherlball ist a Mordsgaudi!

Kocherlball am Chinesischen Turm

Kocherlball am Chinesischen Turm

„Nächstes Jahr? Wir sind dabei!“

Ingrid und Markus beim Dirndl-Drahn

Damit sie am frühen Sonntagmorgen schon das Tanzbein auf dem Kocherlball schwingen konnten, verzichteten Ingrid (27) und ihr guter Freund Markus (29, Foto gleich rechts) am Vorabend extra auf den Discobesuch. Zusammen mit anderen Freunden feierten und tanzten die beiden mit Tausenden Besuchern auf dem Kocherlball.

„Ich bin seit 25 Jahren in München, aber vom Kocherlball habe ich erst vor Kurzem erfahren“, sagt die hübsche Fitnesstrainerin, die in diesem Jahr ihr Studium beendet hat. Auch Markus, der vor zwei Jahren aus Heidenheim nach München gezogen ist, war heuer das erste Mal bei der Riesengaudi mit dabei: „Ich will schon seit zwei Jahren mitmachen. Aber irgendwie habe ich es zeitlich nie geschafft.“

Überrascht waren beide von der mitreißenden Tanzmusik. Denn wer glaubt, dass beim traditionsreichen Ball besinnliche Volksmusik gespielt wird, der irrt gewaltig. Die Tanzgeiger aus Wien zeigten einmal mehr, warum sie als unumstrittene Könige der jungen, frischen Volksmusik gelten. Mit ihren Klängen sorgten sie für eine Fetzengaudi unter den Münchnern.

Neben bayerischen Tänzen luden auch Volkstänze anderer Nationen zum Dirndl-Drahn ein. Wie beispielsweise der ungarische Csárdás. „Das hat mich natürlich am meisten gefreut. Denn ich habe ungarische Wurzeln“, schwärmt Ingrid. Es ist beeindruckend, wie viel Mühe sich wirklich alle Beteiligten geben, um dieses Event zu einem tollen Erlebnis zu machen. Da sind sich beide einig.

„Es macht einfach Spaß, mit anzusehen, wie sich die meisten Besucher extra für diesen Tag so richtig herausgeputzt haben“, sagt Markus. Und für beide ist klar: „Dieses Fest ist mit keinem anderen zu vergleichen. Ganz klar: Im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei!“

RL

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare