Taxi-Drama auf der Landshuter Allee

Vater zur tz: Lauras Tod bricht mir das Herz

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So fröhlich behält Arthur K. seine Laura in Erinnerung

München - Laura († 17) stünde jetzt kurz vor ihren Abiturprüfungen. Ihr Vater Arthur wollte danach eigentlich eine große Party für sie ausrichten, hatte dafür Geld gespart. Doch das Schicksal wollte es anders.

Mit dem Gesparten bezahlte der 41-jährige Fahrlehrer die Beerdigung seiner Tochter. „Immer wenn ich junge Leute höre, die von ihrem Abitur erzählen, zerschneidet es mir das Herz.“ Von einer Minute auf die andere war Laura und ihre Freundin Saynab (23) aus dem Leben gerissen worden. Als das Taxi, in dem sie saßen, an einem frühen Sonntagmorgen im Oktober 2012 auf dem Mittleren Ring in einen Pannen-Bus raste.

Saynab, eine junge Mutter, war auf der Stelle tot. Laura, ihre Freundin, starb Stunden später im Krankenhaus in den Armen ihres Vaters Arthur K. Auch fünf Monate nach dem tragischen Unfall ist er erfüllt von tiefem Schmerz: „Laura war ein Engel auf Erden.“ Doch neben der Trauer ist da auch eine große Enttäuschung: „Bis zum heutigen Tag haben wir keine Entschuldigung oder zumindest ein Wort des Bedauerns von dem Fahrer des Taxis gehört“, sagt Lauras Vater.

Die Ermittlungen zu dem tragischen Unglück laufen noch immer auf Hochtouren. „Derzeit wird ein Gutachten angefertigt, das den Unfallhergang klären soll“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Nach tz-Informationen sind sowohl der Taxler als auch der Busfahrer im Visier der Ermittler.

Das Taxi brannte nach dem Crash mit dem Bus völlig aus

An jenem Sonntagmorgen saß Laura zusammen mit Saynab und zwei weiteren Freunden (17 und 18) gegen 2 Uhr in dem Taxi. Sie waren auf dem Weg zur Disco Klangwelt an der Landsberger Straße. Auf der Landshuter Allee, kurz nach der Abfahrt zur Dachauer Straße, passierte das Unfassbare: Das Taxi krachte nahezu ungebremst in den Pannen-Bus auf der rechten Spur und ging in Flammen auf. Ein Fliesenleger und weitere Helfer zogen die Insassen gerade aus dem Wrack. Die Kosmetikerin Saynab starb noch an der Unfallstelle, Laura kam mit schwersten Kopfverletzungen zunächst noch ins Krankenhaus. Doch die Ärzte konnten nichts mehr für sie tun. „Ich bin keine Sekunde von meiner Tochter gewichen“, erzählt Arthur K. Am Montagmorgen schließlich wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt.

Warum der Taxifahrer den Bus nicht gesehen hat, bleibt ein Rätsel. Zumal die Unfallstelle durch die Straßenlaternen hell ausgeleuchtet war. Zeugen beobachteten jedenfalls, dass das Taxi viel zu schnell unterwegs war. Möglicherweise war der Fahrer auch völlig übermüdet. Der Taxler wiederum soll in seiner Vernehmung auch den Busfahrer beschuldigt haben – dieser habe nicht alles Mögliche getan, um die Unfallstelle abzusichern.

Noch immer erinnern Bremsspuren auf der Landshuter Allee an das Taxi-Drama. Die Eltern und die kleine Schwester von Laura werden wohl nie über den Verlust hinwegkommen. Ein bisschen helfen würde ihnen dabei vielleicht eine Entschuldigung des Taxifahrers.

JAM

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