Neue Tarife ab Dezember

Taxi-Fahren wird teurer

+

München - Das Taxi-Fahren in München wird teurer. Die Preise sollen ab Dezember um zehn Cent pro Kilometer steigen. So steht es in den bislang geheimen Tarif-Plänen.

Keine andere deutsche Großstadt hat so eine hohe Taxi-Dichte wie München. Rund 3450 der eierschalengelben Autos brausen hier durch die Straßen. Die wirtschaftliche Lage der Taxler ist schwierig, sagen sie selbst. Deswegen hat ihr Verband beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) eine Erhöhung der Fahrpreise beantragt. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Behörde weitgehend einverstanden.

Das KVR prüfte den Antrag und hat, bis auf winzige Anpassungen, den Vorschlag der Taxler übernommen. Das neue Tarif-Papier muss erst noch dem Stadtrat vorgelegt werden, doch der winkt die Vorschläge des KVR meist durch. Die neue Verordnung soll ab dem 1. Dezember in Kraft treten.

Der Mindestfahrpreis - also das, was auf dem Taxameter steht, wenn der Kunde ins Taxi einsteigt - klettert um 20 Cent auf 3,50 Euro. Der Preis pro Kilometer steigt um 10 Cent. Eine 10 Kilometer lange Strecke wird damit 1,20 Euro teurer, eine 20-Kilometer-Strecke 2,20 Euro (Wartezeiten nicht mitgerechnet). Der alte Tarif gilt seit 2010 und wurde seit drei Jahren nicht mehr angepasst. Die Höhe der Kosten liegt im bundesweiten Vergleich ungefähr im Mittelfeld. Frankfurt ist mit einem zeitabhängigen Mindestfahrpreis von 2,80 bis 3,30 Euro günstiger, in Stuttgart liegt er bei 3 Euro, in Berlin bei 3,20, in Passau bei 3,50 und in Köln bei 4,20 bis 4,30 Euro.
Taxi-Tarife ab Dezember alt neu
Mindestfahrpreis 3,30 Euro 3,50 Euro
Kilometerpreis bis 5 km 1,70 Euro 1,80 Euro
Kilometerpreis ab 6 bis 10 km 1,50 Euro 1,60 Euro
Kilometerpreis ab 11 km 1,40 Euro 1,50 Euro
Max. Wartezeitpreis pro Stunde 24,00 Euro 27,00 Euro
Festpreis bis Flughafen/Messe 56,00 Euro 59,00 Euro

Nicht zuletzt aufgrund dieses Vergleichs spricht das Münchner KVR von einer „moderaten Erhöhung“, die „gerechtfertigt, aber auch ausreichend“ sei. Gleichzeitig weist die Behörde aber darauf hin, dass die Taxipreise mit diesem Beschluss schneller steigen, als die Lebenshaltungskosten in Bayern im selben Zeitraum geklettert sind.

Frank Kuhle, Geschäftsführer der Taxi-München eG, rechnet nicht damit, dass ihm die Fahrgäste aufgrund der geplanten Erhöhung von der Fahne gehen. „Wir denken immer daran, wie viel wir unseren Kunden zumuten können“, betont Kuhle. Andererseits befinde man sich in einer „wirtschaftlich schwierigen Situation“. Die hohe Taxi-Dichte in München sei für den Kunden zwar angenehm, sorge unter den Taxlern aber für reichlich Konkurrenz. „Aus Sicht des Gewerbes könnten wir 500 Taxis weniger gebrauchen“, erklärt Kuhle.

Eine Änderung der Stadt-Tarife kann nur erfolgen, wenn die umliegenden Landkreise München, Erding und Freising mitziehen. Die Verordnung gilt zwar nur für Taxiunternehmen mit Sitz in München, das „Pflichtfahrgebiet“ reicht aber über die Stadt hinaus. Die betroffenen Landratsämter müssen deswegen grünes Licht geben - und haben das bereits getan.

Der Taxi-Verband würde gern noch einen Schritt weitergehen und die Tarife an die jährlichen Preissteigerungen des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) koppeln. Das lehnt das Kreisverwaltungsreferat aus Verbraucherschutzgründen jedoch „strikt ab“. Erstens würden die Preise beim MVV prozentual nicht gleichmäßig für alle Fahrten steigen. Und zweitens spielten bei den Anpassungen im öffentlichen Nahverkehr andere Faktoren eine Rolle als bei den Taxlern. So erhöht die U-Bahn ihre Preise zum Beispiel regelmäßig mit dem Argument, dass der Strom immer teurer wird. Auch die Forderung des Taxi-Verbands, einen Zuschlag bei der Zahlung mit Kreditkarten erheben zu dürfen, schmettert das KVR ab.

Thomas Schmidt

Auch interessant

Meistgelesen

Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen

Kommentare