Taxi-Inferno jährt sich zum ersten Mal

Warum musste meine Laura hier sterben?

Arthur K. kehrte mit dem Grabkreuz an die Unfallstelle zurück

München - Vor einem Jahr ereignete sich der schreckliche Unfall auf dem Mittleren Ring, als ein Taxi in einen Bus raste und in Flammen aufging. Zwei Mädchen starben. Am Unfallort gedachten jetzt Freunde und Familien der Opfer.

Vor einem Jahr schlug das Schicksal bei zwei Münchner Familien unerbittlich zu: In den frühen Morgenstunden des 21. Oktobers wurden Laura (17) und ihre Freundin Saynab (23) aus dem Leben gerissen. Als das Taxi, in dem sie saßen, auf dem Mittleren Ring mit voller Wucht in einen Pannen-Bus raste. Saynab, eine junge Mutter, war auf der Stelle tot. Laura, ihre Freundin, starb Stunden später im Krankenhaus.

Exakt ein Jahr später, in der Stunde des Unfalls, versammelten sich zwei Dutzend Freunde und Verwandte der Todesopfer an der Unfallstelle. Sie entzündeten Kerzen, Lauras Vater Arthur K. stellte das Grabkreuz für die jungen Frauen auf. „Es soll ein Denk- und Mahnmal für Laura und Saynab sein“, sagt der Fahrlehrer.

Die Ermittlungen zu dem tragischen Unfall sind nämlich noch immer nicht abgeschlossen. „Eine Anklageerhebung ist noch nicht erfolgt“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch der tz.

Arthur K. mit seiner Tochter Laura bei einem fröhlichen Grillabend.

Fakt ist: An jenem Sonntagmorgen saß Laura zusammen mit ihrer Freundin Saynab und zwei Freunden (17 und 18) gegen 2 Uhr in dem Taxi. Sie waren auf dem Weg zur Disco Klangwelt an der Landsberger Straße. Auf Höhe der Abfahrt zur Dachauer Straße passierte das Unglück: Ein Reisebus stand auf der rechten Spur. Der Fahrer musste halten, die Elektrik war plötzlich ausgefallen, der Motor qualmte.

In diesem Moment krachte das Taxi in das Heck des Reisebusses, obwohl die Stelle von Straßenlaternen ausgeleuchtet war. Die Aufprallgeschwindigkeit betrug laut Gutachten fast 90 km/h.

Saynab war eine liebevolle Mutter und arbeitete als Kosmetikerin. Sie starb noch an der Unfallstelle

Zunächst ermittelte die Polizei nur gegen den Taxifahrer (58), der laut Aussage eines der Freunde der getöteten Mädchen vor dem Aufprall mit etwa Tempo 120 unterwegs war. Inzwischen ist aber auch der Busfahrer im Visier. Er soll die Pannenstelle zu spät abgesichert haben.

Laura, Saynab und ihre zwei Begleiter wurden schwerstverletzt. Ein Fliesenleger zog mit anderen Helfern die jungen Leute und den Taxifahrer aus dem Wrack. Sekunden später gingen das Taxi und der Bus in Flammen auf!

Die junge Mutter Saynab war sofort tot. Ihre Freundin Laura wurde mit schwersten Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. „Ich bin keine Sekunde von meiner Tochter gewichen“, erzählt Arthur K.

Doch die Ärzte konnten nichts mehr für sie tun. Am Montagmorgen schließlich wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt. Auch ein Jahr später quält den Vater noch immer die eine Frage: „Warum musste meine Laura sterben?“

Video vom Unfalltag

Jam

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