Taxi der MVG: Isar-Tiger erweitert sein Revier

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Kommt wie gerufen: Der Isar-Tiger kann per Smartphone geordert werden.

Der Isar-Tiger, das Anrufsammeltaxi der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), soll bald 10 000 Testkunden befördern, statt wie bisher 2000. Das teilt die MVG auf Nachfrage mit. Geplant ist überdies, dass der Isar-Tiger in der zweiten Jahreshälfte die Tests beendet und offiziell seinen Betrieb aufnimmt.

Am Anfang war eine Banane. Als der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Ingo Wortmann, im Stadtrat das Projekt Isar-Tiger vorstellte, bemühte er eine Analogie aus der Lebensmittelforschung: „Die Banane reift beim Kunden“, sagte Wortmann. Gemeint war, dass ein Projekt durch eine Testphase beim Kunden zur vollen Reife gelangt. Und offenbar ist der Isar-Tiger ganz nach dem Geschmack der Tester. 

Das Anrufsammeltaxi der Verkehrsbetriebe soll Mitte des Jahres sein Testrevier erweitern. Das Bediengebiet soll sodann zwischen Pasing und Trudering beziehungsweise Milbertshofen und Sendling liegen. Bisher fährt das Taxi zwischen Nymphenburg und West-Schwabing beziehungsweise Moosach und Schwanthalerhöhe. „Unser Ziel sind dann 10 000 statt bisher 2000 Testkunden, die den Service erproben“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „In dem größeren Testgebiet wollen wir Symbolpreise im Cent-Bereich erheben, um nun auch die Abrechnung und die dazugehörigen Hintergrundsysteme zu testen.“

In der zweiten Jahreshälfte soll der Tiger dann auch offiziell seinen Betrieb aufnehmen. Aus 15 CNG-Caddys besteht das Rudel. Der Isar-Tiger war im vorigen Sommer in Betrieb gegangen. Er soll das Portfolio der Verkehrsbetriebe ergänzen. Per Smartphone können Kunden eine Fahrt buchen. Anders als beim Taxi ist der Kunde aber mit der Buchung möglicherweise nicht allein. Auch andere App-Nutzer können sich den Tiger bestellen, die genaue Route des Autos legt ein Algorithmus fest. So können – je nach Fahrzeuggröße – bis zu sechs Nutzer mit nur einem Fahrzeug an ihre Zielorte gebracht werden.

Das Projekt stelle keine Konkurrenz zu Taxen dar, betont Korte. Im Gegenteil: Es gebe sogar eine Kooperation mit den Taxiunternehmen. Die Bilanz im Testbetriebsjahr fällt positiv aus. „Anfangs sind wir nur am Samstagabend gefahren, inzwischen tigern wir am Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend durch das Testgebiet“, sagt Korte.

Pro Abend nutzen bis zu 200 Testkunden das Angebot bei 110 Buchungen. Insgesamt verzeichnet die MVG 5600 gefahrene Kunden. Damit liegt die Auslastung nur bei 40 Prozent. „Aber das Angebot ist bislang auch nicht öffentlich beworben worden“, sagt Korte. Die durchschnittliche Fahrt je Kunde liegt bei circa vier bis fünf Kilometern beziehungsweise zehn bis zwölf Minuten. Als Zweck ihrer Fahrt gab ein Drittel aller Kunden den Besuch einer Gaststätte, Kneipe oder eines Clubs an. Über ein Fünftel der Fahrten waren Heimwege aus der Stadt.

„Technisch funktioniert bisher alles mit den Buchungen“, sagt Korte. Die eingesetzte Software-Lösung stellt das Berliner Technologieunternehmen door2door zur Verfügung. 93 Prozent aller Kunden zeigten sich mit der Bedienbarkeit zufrieden. Häufigster Verbesserungsvorschlag war, den Abholort genauer erkennbar zu machen. 

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