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Taxi-Tragödie: Die Verzweiflung des Vaters

München - Laura (17) starb nach der Taxi-Tragödie in den Armen ihres Vaters. Im Internet lässt der 41-Jährige seiner Verzweiflung freien Lauf. Er kündigt an, den Fahrer treffen zu wollen.

"Sie und ich, wir haben die Schlacht um das Leben verloren. Gott, wo warst du?" Es sind die Worte eines verzweifelten Vaters, dem sein Liebstes genommen worden ist: seine Tochter. Nur 17 Jahre jung wurde Laura aus Moosach. Sie fand viel zu früh den Tod beim Taxi-Drama am Mittleren Ring – zwei Tage nach ihrer Freundin Saynab (23).

Um 9.22 Uhr am Montagmorgen starb Laura in den Armen ihres geliebten Vaters. Im Internet lässt der 41-jährige Busfahrer jetzt seiner unendlichen Verzweiflung freien Lauf.

Ihn quälen Fragen, die er von demjenigen beantwortet haben will, der seiner Überzeugung nach den Tod seiner geliebten Tochter auf dem Gewissen hat: „DER TAXI-FAHRER MUSS ZU MIR KOMMEN ... ICH WARTE AUF DICH. ICH MÖCHTE IHM NUR ZWEI FRAGEN STELLEN ... WENN ER NICHT KOMMT, KOMME ICH ZU IHM.

Unterschrieben ist der Eintrag mit: „Das ist ein Versprechen eines ehemaligen Bundeswehr Afghanistan-Veteranen“.

Von einer Minute auf die andere waren am Sonntagmorgen zwei junge Frauen aus ihrem hoffnungsvollen Leben gerissen worden. Zusammen mit ihrer Freundin Saynab (23) und zwei Burschen (17 und 18) saß Laura gegen 2 Uhr in einem Taxi. Sie waren auf dem Weg zur Disco Klangwelt an der Landsberger Straße.

Auf dem Mittleren Ring, kurz nach der Abfahrt zur Dachauer Straße, passiert das unfassbare Unglück: Ein Reisebus steht auf der rechten Spur. Der Fahrer musste halten, die Elektrik war plötzlich ausgefallen, der Motor qualmte.

Taxi rammt Reisebus auf Mittlerem Ring

Taxi rammt Reisebus auf Mittlerem Ring

Der Busfahrer ist gerade ausgestiegen, um ein Warndreieck aufzustellen. In diesem Moment kracht das Taxi ungebremst in das Heck des Reisebusses. Warum der Fahrer (58) den Bus nicht gesehen hatte, ist ein Rätsel. Die Stelle war von Straßenlaternen hell erleuchtet.

Laura, Saynab und ihre zwei Begleiter werden durch den Aufprall durch den Innenraum gewirbelt und schwerstverletzt. Ein Fliesenleger zieht mit anderen Helfern die jungen Leute und den Taxifahrer aus dem Wrack.

Sekunden später brennen das Taxi und der Bus lichterloh! Kosmetikerin Saynab stirbt noch an Ort und Stelle. Ihre Freundin Laura wird mit schwersten Kopfverletzungen in ein Krankenhaus in der Innenstadt gebracht.

Die Ärzte können nichts mehr für sie tun. Am Montagmorgen werden die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt.

Lauras Vater hat als Soldat in Afghanistan gelernt, ständig Stärke zu zeigen. Jetzt schreibt er: „Ich kann nicht mehr stark sein ...“

tz

Er zog sie aus dem Auto

Immer wieder tauchen die schlimmen Bilder des Unfalls vor seinen Augen auf. Das Blut, das Autowrack, die Flammen. Der Münchner Handwerker David F. (40) war als Erster am Unfallort und zog die schwerverletzten Mädchen und den Taxifahrer aus dem Wrack. Dass nach der jungen Mutter Saynab S. († 23) auch ihre Freundin Laura († 17) starb, macht ihn fassunglos: „Mein Beileid gilt ihren Familien, das tut mir so leid. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass diese jungen Menschen überleben. Ich hätte sie gerne besucht, wenn sie wieder gesund sind.“

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